Drei Teams unter Zugzwang – Vorschau

Die Hinrunde der Rheinlandliga ist auf der Zielgeraden. Dabei fällt die Bilanz für Tarforst, Morbach und Schweich schwach aus, die drei Teams benötigen dringend Punkte im Tabellenkeller.

SV Morbach – FC Karbach (Samstag, 19 Uhr)

Der Gegner der Hunsrücker ist auf Fußballentzug, Nebel verhinderte die vergangenen beiden Partien des Spitzenteams. Im Rheinlandpokal wurde das Spiel gegen den FSV Salmrohr abgesagt, in der Liga brach der Schiedsrichter das Spiel gegen die SG Malberg nach 20 Minuten ab. Trotzdem: Karbach ist der stärkste Verfolger des Tabellenführers Spvgg Burgbrohl. Auch der Morbacher Trainer Dieter Müller hat Respekt vor der erfahrenen Truppe aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis. „Das wird ein Top-Spiel“, freut sich Müller, der gleichzeitig eine vorsichtigere Gangart seiner Elf vorgibt. „Wir dürfen gegen sie nicht ins offene Messer laufen, da werden wir etwas vorsichtiger zu Werke gehen als sonst.“ Logischerweise erwartet der Coach der Hunsrücker einen offensiven Gegner. „Karbach ist unter Zugzwang, ein Unentschieden bringt sie nicht weiter. Wenn sie noch mal oben ranschnuppern möchten, dann helfen ihnen nur Siege.“ Der „FCK“ gab vor der Saison selbstbewusst das Ziel Oberliga aus und hat einen der stärksten Kader der Liga. Mit Marco Gietzen und Patrick Schmidt haben sie zwei Akteure in ihren Reihen, die schon in höherklassigen Ligen Erfahrung sammeln konnten.

Thema in Morbach war aber auch das Spiel vom vergangenen Wochenende gegen Tarforst. Dort war man über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft, durch mangelnde Chancenverwertung konnte eine 0:2-Führung nicht über die Zeit gebracht werden. Ein Problem, was sich wie ein roter Faden durch die Saison des SVM zieht. „Mehr Geilheit vor dem Tor“, fordert Dieter Müller von seinen Schützlingen. „Die Qualität ist da“, fügt er hinzu, denn seine Mannschaft generiert in jedem Spiel viele Chancen und hat eine stabile Abwehr. „Aber wir schauen, dass sich das Problem nicht zu sehr in den Köpfen festsetzt. Die Thematik wird im Training behandelt, allerdings haben wir auch noch Spaß im Training. Wir dürfen jetzt nicht alles an der Enttäuschung festmachen.“ Gegen Karbach fehlen werden Müller allerdings Thorsten Schlag, Heiko Weber und der gesperrte Karl Dagiannopoulus.

TuS Mosella Schweich – SG Neitersen (Sonntag, 15 Uhr)

Ein wahres Sechs-Punkte-Spiel wartet auf die Mosella, denn der Gegner aus Neitersen hat die Schweicher am vergangenen Wochenende auf den Abstiegsplatz verwiesen. Zwei Punkte Vorsprung haben die Westerwälder, geht es nach dem Schweicher Trainer Eric Schröder, sind diese am Sonntagabend egalisiert. „Den Sieg brauchen wir damit den Anschluss nicht verlieren. Deshalb war der Punktgewinn gegen Mayen sehr wichtig, wir können nun aus eigener Kraft an ihnen vorbeiziehen.“ Da kommt es Schröder gerade Recht, dass Neitersen auf seinen Stammtorhüter Jan Humberg verzichten muss. Humberg, der als einer der besten Torhüter der Liga gilt, holte sich im letzten Spiel gegen Linz die Rote Karte ab und ist gesperrt. Doch auch Schröder muss Abstriche machen. Kapitän Patrick Quary sprang vor einer Woche die Kniescheibe raus, dabei wurden auch Bänder in Mitleidenschaft gezogen. „Patrick wird uns bis zum Winter fehlen.“ Ebenfalls aussetzen müssen der Phillig Regneri und Florian Beaudouin.

Die Westerwälder Spielgemeinschaft erwartet der Übungsleiter eher defensiver. Durch die letzten Leistungen ist die Mosella selbstbewusster geworden. Es wurde erkennbar, dass man auch gegen Topteams wie Rot-Weiß Koblenz und den FC Karbach mithalten konnte. „Die Mannschaft hat das Potential über dem Strich zu stehen“, ist sich Schröder sicher. Er glaubt an die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft. „Wir sind ein richtiges Team, das ist unser Vorteil.“

Eintracht Trier U23 – SG Mülheim-Kärlich (Sonntag, 15:30 Uhr)

Zuhause ist die Trierer U23 derzeit eine Macht, die letzte Niederlage musste man gegen die SG Kyllburg im September hinnehmen. Gegen Rot-Weiß Koblenz und die SG Neitersen gab es zuletzt souveräne Siege. Beim Gastspiel in Eisbachtal bekam die U23 erst in der letzten Spielminute  durch einen fragwürdigen Elfmeter den Ausgleich. Dem Aufwind in der Tabelle gab das aber keinen Abbruch, denn dort präsentieren sich die Trierer Nachwuchskicker weiterhin als das beste Team der Region. Mülheim-Kärlich konnte zwei Punkte mehr sammeln, ein Duell auf Augenhöhe also. „Das ist eine gute Mannschaft. Sie hatten leichte Startschwierigkeiten, aber nun konnten sie durch ihre letzten Ergebnisse überzeugen“, berichtet SVE-Trainer Herbert Herres. Den Gegner aus dem Rheinland schätzt er in erster Linie als „sehr erfahren“ ein. „Aber wir können ihnen fußballerisch schon das Wasser reichen.“

Durch die Sperren in der Profimannschaft wird die U23 Spieler an die Profimannschaft abstellen, denn insbesondere auf den Außenbahnen ist die Not durch den Ausfall von Steven Lewerenz groß. Erik Michels wird im Training der „Ersten“ gastieren und womöglich am Samstag gegen Pfullendorf im Kader stehen. David Thieser und Kevin Arbeck mussten zwar während der Woche im Training aussetzen, doch Herbert Herres zeigte sich bei beiden Personalien zuversichtlich.

TSV Emmelshausen – FSV Trier-Tarforst (Sonntag, 15 Uhr)

Zuletzt war Interimscoach Michael Fuchs nicht zufrieden mit der Leistung seiner Truppe. Gegen die SG Ellscheid und den SV Morbach riefen die Trierer ihre fußballerischern Qualitäten nicht ab. „Da erwarte ich spielerisch mehr von der Mannschaft“, fordert Fuchs und hofft auf ein besseres Auftreten beim Aufsteiger Emmelshausen. Punkte braucht der FSV, der sich durch die Durststrecke im Oktober selbst ins untere Tabellendrittel manövriert hat. Am Sonntag erwartet der Tarforster Coach ein „Geduldsspiel“, denn mit dem TSV Emmelshausen treffen sie auf die Ökonomen der Liga. Maximalen Ertrag konnten die Aufsteiger aus ihren 15 Toren erzielen, 24 Punkte haben sie schon auf dem Konto und stellen mit nur 13 Gegentoren die beste Abwehr der Liga. „Da wird es schwer Torchancen zu produzieren“, prophezeit Michael Fuchs. „Aber die Mannschaft hat Moral bewiesen. Sie weiß, dass sie jederzeit zurückkommen kann.“

Foto: Andreas Gniffke

Personell muss der FSV aber auf wichtige Stammkräfte verzichten. David Rinnenburger zog sich gegen den SV Morbach eine Kapselverletzung zu, hinter den Einsätzen von Patrik Kasel und Tobias Spruck stehen dicke Fragezeichen. „Am Sonntag werden wir mit Benedikt Decker und Nikola Rigoni zwei gute A-Jugendliche dabei haben“, freut sich Fuchs über die Nachrücker aus dem eigenen Nachwuchs.

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