Lebenszeichen von Tarforst – 1:1 gegen Karbach

Nach einer Durststrecke von drei Niederlagen in Folge konnte der FSV Trier-Tarforst gegen den Tabellenzweiten Karbach ein 1:1-Unentschieden erreichen. Dabei hatte der FSV Glück, denn das 1:1 fiel in der Nachspielzeit und war ein Eigentor.

Wirft man einen Blick auf die Tabelle, dann schlägt es für den FSV Trier-Tarfort derzeit fünf vor zwölf. Die direkten Abstiegskonkurrenten Kyllburg und Schweich starteten gut aus der Winterpause, in Tarforst stottert der Motor noch gewaltig. Eine große Mitschuld daran hat die Verletzungsmisere, die den neuen Trainer Patrick Zöllner zu vielen Umstellungen zwang. Am gestrigen Samstag war das nicht anders, denn beim Aufwärmen verletzte sich Defensivspezialist Bernhard Heitkötter. Er wurde durch Josef Schumacher in der Startelf ersetzt.

„Glück muss man sich erarbeiten“, freute sich FSV-Trainer Patrick Zöllner nach dem Spiel. Denn dass das Spiel anders hätte laufen können, war auch ihm klar. „In der ersten Halbzeit haben wir Glück gehabt.“ Besonders im ersten Abschnitt stellten die Gäste aus dem Hunsrück die Tarforster vor große Probleme. Eindrucksvoll bewies Karbach, warum sie auf Tabellenplatz zwei stehen, denn durch hohe Ballsicherheit lief der FSV zunächst nur hinterher. Gefühlte 70% Ballbesitz waren es für die Karbacher, die aber unter dem Strich zu wenig aus ihren spielerischem Übergewicht und den viele Chancen machten.

Die Trierer begannen das Spiel passiv, der Respekt auf Seiten des FSV war deutlich spürbar. „Wenn der Tabellenzweite kommt, dann können wir keinen Hurra-Fußball spielen“, analysierte Patrick Zöllner nach dem Remis. Seine Mannschaft gehorchte, wenn auch etwas zu genau. Bei Karbacher Ballbesitz zog sich der FSV weit in die eigene Hälfte zurück. Das Aufbauspiel der Blau-Weißen suchte Räume, doch die Tarforster Defensivabteilung stand dicht gestaffelt. Vernachlässigt wurde hingegen das Angriffsspiel der Hausherren, die besonders im ersten Spielabschnitt nicht viel aus Eigeninitiative hervorbrachten. Eine Halbchance von Stefan Castello (30.) war der einzige erwähnenswerte Torversuch.

Mehr Chancen hatte der ambitionierte FC Karbach, die vor Saisonbeginn selbstbewusst das Ziel „Oberliga“ ausgerufen haben. Tim Puttkammer brachte die Hunsrücker in der 14. Spielminute in Führung. Die FSV-Abwehr bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Putkammer setzte aus 16 Metern zu einem platzierten Schuss an und ließ Dominik Wintersig keine Abwehrchance. Der Führungstreffer war der Startschuss zu einer langen Karbacher Offensive. Der agile Oskar Feilberg setzte sich in der 16. Minute technisch hochwertig gegen seinen Gegenspieler durch, sein Schuss landete aber neben dem Tor. Später startete Tobias Rauch auf der rechten Außenbahn durch, seine präzise Flanke konnte zur Freude der Tarforster nicht verwertet werden. 13 Minuten vor der Pauste brannte es das letzte Mal lichterloh im FSV-Strafraum, als nach einer Ecke Tobias Schinnen freie Schussbahn hatte, Dominik Wintersig seine Mannschaft aber mit einer tollen Parade im Spiel hielt.

In den zweiten 45 Minuten drehte Trainer Patrick Zöllner an der Taktikstellschraube. „Murat Yalcin sollte Tobias Schinnen in die Manndeckung nehmen, das hat nicht so funktioniert wie ich mir das vorgestellt. Das nehme ich auch auf meine Kappe. Danach gelang es uns aber besser.“ Auch traute sich seine Elf nun mehr im Offensivspiel zu. Zöllner brachte mit Nicola Rigoni einen zweiten Stürmer, ein Wechsel, der sich auszahlte. Zwölf Minuten nach Wiederanpfiff hatte Rigoni die erste Chance, doch dem Youngster aus der A-Jugend fehlte noch der letzte Funke Durchsetzungsvermögen und verzog.

Auf der Gegenseite kam auch Karbach zu Chancen und hatte mehrmals die Entscheidung auf dem Fuß. Die größte Chance, um auf 0:2 zu erhöhen, hatte Tobias Schinnen, der freistehend im Strafraum kläglich vergab und den Ball über die Querlatte semmelte.

Es kam, wie es kommen musste. Tarforst wurde für den couragierten Auftritt in der zweiten Halbzeit belohnt, Karbach für die fahrlässige Chancenverwertung bestraft. Der eingewechselte Lukas Lehnen setzte sich auf der rechten Seite robust durch, seine Hereingabe wurde durch David Eberhardt unglücklich ins eigene Tor abgelenkt (91.). „Wir haben im ganzen Spiel immer an uns geglaubt, durch die bessere zweite Halbzeit haben wir uns den Punkt verdient“, resümierte Patrick Zöllner die abgelaufenen 90 Minuten. Ein Sonderlob sprach er für die beiden A-Jugendlichen Lukas Lehnen und Nicola Rigoni aus, die in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden. „Sie haben das sehr gut gemacht.“

 Statistik

FSV Trier-Tarforst: Wintersig – Cartus (88.Wick), Lay, Gorges, Fleck – Meis, Yalcin (63.Lehnen), Castello, Oberhausen, Schumacher (46.Rigoni) – Kasel

FC Karbach: Reifenschneider – Puttkammer, Felgner, Eberhardt, Flaßhaar – Gietzen, Romes, Thönnes (57.Weirich), Rauch (79.Denguezli) – Schinnnen, Feilberg

Tore: 0:1 (14.) Puttkammer, 1:1 (91.) Eberhardt/Eigentor

Schiedsrichter: Torsten Schlösser (Mürlenbach)

Zuschauer: 70

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