Rheinlandliga: Mehring feiert wichtigen Heimsieg über Tarforst

Aus Mehring berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

In einer durchwachsenen Rheinlandligapartie feierte der SV Mehring einen immens wichtigen 2:0-Heimerfolg über den FSV Tarforst, der im siebten Spiel erstmals unter Trainer Heinz Toppmöller als Verlierer den Platz verließ. Mehring hätte das Spiel bereits in der ersten Hälfte entscheiden müssen, aber eine desolate Chancenverwertung hielt das Spiel bis zum Ende spannend.

Sven Simon hätte zur tragischen Figur des Tages werden können. Der Ex-Tarforster hatte in der ersten Hälfte zahlreiche gute Torchancen, die er allesamt nicht verwerten konnte und seine alten Kollegen damit in einer Partie hielt, in der sie 45 Minuten nur hinterhergelaufen waren.

Keinen guten Tag erwischte Sven Simon gegen seine alten Kollegen

Tarforsts Trainer Heinz Toppmöller stellte seine Taktik etwas um und beorderte den wiedergenesenen Patrik Kasel in die Sturmspitze, in der in den vergangenen Wochen David Schmitz gute Form bewiesen hatte. Schmitz sollte sein Glück auf dem rechten Flügel versuchen, fand sich dort aber überhaupt nicht zurecht. Bereits nach 25 frustrierenden Minuten erlöste ihn Toppmöller und ersetzte ihn durch Ramon Jahn. Beide Mannschaften waren durchaus gewillt, nach vorne zu spielen, doch es entwickelte sich eine verhalten geführte Partie mit vielen Fehlpässen, wobei Tarforst immer mehr den Faden verlor und die Gastgeber sich ein deutliches Übergewicht erarbeiteten. Nach 20 Minuten konnte Mehring zunächst einen Ausflug von Tarforsts Torwart Markus Schwind nicht nutzen, doch vier Minuten später war auch der machtlos. Nach einem Traumpass stand Sven Simon urplötzlich allein vor dem Torwart, umspielte diesen souverän und musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben. Wie genau er es schaffte, das Tor nicht zu erzielen muss sein Geheimnis bleiben, der Ball landete jedenfalls rechts neben dem Tor.

Jubel in Mehring nach dem 1:0 durch Christoph Eifel

Von Tarforst kam in dieser Phase gar nichts, ein harmloser Distanzschuss von Florian Weirich nach einer halben Stunde war der einzige ernsthafte Torversuch der Höhenstädter bis zu diesem Zeitpunkt. In der 34. Minute nutzten die Gastgeber dann doch eine Gelegenheit zur Führung. Der starke Achmed Boussi setzte sich auf der linken Seite durch, drang in den Strafraum ein und spielte den Ball ins Sturmzentrum. Doch Stefan Fleck unterbrach die Aktion jäh und Schiedsrichter Arndt Collmann entschied sofort auf Handelfmeter. Kein Tarforster protestierte, daher war die Entscheidung wohl in Ordnung. Christoph Eifel ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:0. Mehring drängte nun auf das 2:0, Tarforst operierte fast nur mit langen Bällen auf Patrik Kasel. Drei Minuten vor der Pause waren die Gäste zwar einmal aufgerückt, wurden aber eiskalt ausgekontert. Boussi und Simon stand nur noch ein Verteidiger gegenüber, doch Boussi konnte sich nicht so recht zwischen Abspiel und Schuss entscheiden. Sein Ball ging rechts am langen Pfosten vorbei, Sven Simon schaffte es nicht, noch einen Fuß an den Ball zu bringen. Eine Minute vor dem Seitenwechsel hatte Simon die nächste Großchance, doch er verfehlt in aussichtsreicher Position den Kopfball und auch Andre Weinberg traf nur das Außennetz. So blieb es beim für die Gäste schmeichelhaften 1:0 zur Pause.

Kopfballchance für Domenik Kohl

Doch Tarforst sollte sich steigern und Mehring merkte man an, dass die Mannschaft 65 anspruchsvolle Pokalminuten in den Knochen hatte. Doch die erste Großchance sollten die Gastgeber haben. In der 50. Minute rettete Torwart Schwind seine Mannschaft nach einem Distanzschuss von Christoph Eifel vor dem 2:0. Doch Tarforst war nun deutlich präsenter, aber immer noch mit vielen Fehlpässen und unnötigen Ballverlusten im Spielaufbau. Die beste Chance für die Gäste hatte Florian Weirich in der 62. Minute. Herrlich von Patrik Kasel freigespielt, strich sein Schuss knapp am Tor vorbei. Mehring verlegte sich nun aufs Kontern und ließ Tarforst kommen. Auf Vorlage von Boussi verfehlte der aufgerückte Innenverteidiger Tobias Lorig aber knapp das Tor (68.). Nach 70 Minuten war auch Schluss für Sven Simon, der für Patrick Noske ausgewechselt wurde und darüber stinksauer war und sich noch Minuten später auf der Bank aufregte. Die nächste Mehringer Großchance hatte Florian Lorenz in der 72. Minute, doch er scheiterte am von einigen missglückten Abschlägen abgesehen sehr starken Markus Schwind, der mit einer schönen Fußabwehr zur Ecke klärte. Auch diese sorgte für Gefahr, doch kein Mehringer konnte das Chaos in der Gästeabwehr nutzen. Tarforst konnte sich keine hochkarätigen Chancen mehr herausspielen, aber erst in der Nachspielzeit machte Mehring den Deckel auf ein Spiel, was man völlig unnötig beinahe noch aus der Hand gegeben hätte. Den letzten Konter des Spiels verwandelte Achmed Boussi, der den Ball clever am herausgestürzten Schwind vorbeilegte und zum 2:0 ins leere Tor schob und seine Sache damit besser machte als Sven Simon in der 24. Minute.

Da auch Rot-Weiss Koblenz sein Spiel gegen Burgbrohl mit 3:2 gewinnen konnte, bleibt es beim Dreipunkte-Rückstand für Mehring, die aber noch das Spiel gegen Karbach ausstehen haben. Dies soll nun am 30. November um 20 Uhr nachgeholt werden. In Mehring fiebert man indes der zweiten Chance gegen Eintracht Trier entgegen, Anstoß auf der Mehringer Lay ist am Dienstag um 19 Uhr. Am Mittwoch spielen im Rheinlandpokal noch Tarforst und Schweich gegeneinander (20 Uhr), die den Fokus aber wohl eher auf den Abstiegskampf in der Liga legen werden.

STIMMEN

 Wolfgang Hoor (Trainer SV Mehring):
„Unzufrieden bin ich vor allem mit unserer Chancenverwertung, das Spiel muss in der ersten Hälfte schon klar für uns entschieden sein. Am Ende hat man den Kräfteverschleiß nach dem Pokalspiel deutlich gemerkt und die Mannschaft hatte Angst, doch noch den Ausgleich zu kassieren. Aber auch wenn das alles noch nicht so ist, wie ich mir das vorstelle, bin ich sehr froh, dass wir am Ende nicht doch noch bestraft wurden.“

Heinz Toppmöller (Trainer FSV Trier-Tarforst):
In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut ausgesehen und sind nur hinterhergelaufen. In der zweiten Hälfte waren wir aber die bessere Mannschaft und hätten den Punkt da schon verdient gehabt. Die Chancen waren da. Aber es war klar, dass jede Serie einmal reißen muss.“

STATISTIK

SV Mehring (Trainer Wolfgang Hoor):
Hank – Eifel, Lorig, Werhen, Kohl – Emmerich, Lorenz, Ting (ab 64. Schuh) – Weinberg (ab 80. Becker), Boussi, Simon (ab 70. Noske)

FSV Trier-Tarforst (Trainer Heinz Toppmöller):
Schwind – Schmölter (ab 77. Wick), Gorges, Fleck, Heitkötter – Castello, Lay, Weirich, Schmitz (ab 25. Jahn) – Oberhausen, Kasel

Tore:
1:0 Christoph Eifel (34., Handelfmeter)
2:0 Achmed Boussi (90+2)

Schiedsrichter: Arndt Collmann (Welschbillig)

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