0:1-Niederlage – Morbach trennt sich von Trainer Müller

Nach der dritten Niederlage in Folge handelten die Verantwortlichen des SV Morbach und verständigten sich mit Trainer Dieter Müller auf eine Beendigung der Trainertätigkeit. Im Heimspiel gegen den TSV Emmelshausen verlor der SVM mit 0:1.

Im Hunsrück gerät man immer mehr in Abstiegsnot. Nach zwei 1:4-Niederlagen gegen die U23 der TuS Koblenz und den Kellerkonkurrenten SG Kyllburg blieb Morbach auch im dritten Spiel nach der Winterpause ohne Sieg. Durch ein Tor von Markus Boos in der 82. Minute katapultierte der TSV Emmelshausen den SVM nicht nur in Abstiegsnöte, auch beendete er die Trainertätigkeit von Dieter Müller. Zu Saisonende hätte Müller ohnehin den Verein Richtung VfB Kirn verlassen, dort hat er die Chance eine Kinder-Bewegungsschule aufzubauen. Nun wurde sein Engagement vorzeitig beendet um der Mannschaft im Abstiegskampf neue Impulse zu geben.

Foto: Andreas Gniffke

„Es geht hier gar nicht um mich, sondern um den Verein“, betonte Dieter Müller selbstkritisch. „Der Verein musste diesen Schritt gehen, sie konnten da nicht weiter zuschauen.“ Dass diese Saison keine einfache wird, das war den Verantwortlichen klar. Auf der Suche nach einem Trainer, der sich längerfristig an den SV Morbach bindet, fiel die Wahl auf Dieter Müller. Dazu gab es in der Mannschaft einen großen Umbruch. Eloy Campos, der dem Verein in den vorherigen Spielzeiten Tore am Fließband lieferte, wechselte berufsbedingt in die Rhein-Main-Region.

Anfangs der Saison begeisterten die Hunsrücker noch mit tollem Offensivfußball, doch schon in der Vorrunde blieben die Punkte aus. Das große Problem der schlechten Chancenverwertung zog sich wie ein roter Faden durch die Partien. Gute Spiele, aber wenig Punkte. Einen richtigen Befreiungsschlag konnte der SVM in der Rheinlandliga nie landen. Florian Galle sollte in die Fußstapfen von Eloy Campos treten und die Tore machen, doch der Neuzugang vom SC Idar-Oberstein wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und konnte seinem Team nur selten helfen. „Jetzt haben wir auch die Spielweise geändert, wir konnten da nicht mehr überzeugen“, analysierte Müller die letzten drei Spiele nach der Winterpause. „Da muss nun ein neuer Impuls her, die Mannschaft traut sich immer weniger zu. Die Köpfe sind blockiert, das haben wir zusammen nicht mehr hinbekommen.“

Im Spiel gegen den TSV Emmelshausen wurde dies deutlich. „Ein typisches Spiel für uns“, meinte der Ex-Coach. In der Anfangsphase machten die Gäste ihren Job gut und stellten die Morbacher durch Pressing vor Schwierigkeiten. „Danach konnten wir uns besser auf sie einstellen. Anschließend haben wir uns auch zwei Chancen herausgespielt, die Tore wollten aber nicht fallen. Ein Tor hätte uns sehr gut getan und hätte uns Sicherheit gegeben.“ Im weiteren Verlauf des Spiels agierten die Hunsrücker zu ängstlich, verstolperten Bälle und waren nach einer unnötigen Gelb-Roten Karte gegen Christopher Wild in der Unterzahl. Das goldene Tor erzielte Markus Boos (82.) nach einer Kontergelegenheit. „Da hat uns dann die Erfahrung in der Zweikampfführung gefehlt und das spielerische Element ging uns verloren“, bewertete Müller das Spiel.

Wie es beim SVM bis zum Saisonende weitergeht, ist noch nicht endgültig geklärt. „Es gibt mehrere Optionen, eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte der zweite Vorsitzende des SVM, Christoph Müller gegenüber 5vier. Auch wer am Sonntag den Platz auf der Trainerbank einnehmen wird, ist noch unklar. „Wir machen nun einen Schritt nach dem anderen.“ Fest steht, dass zur neuen Saison Rainer Nalbach wieder Trainer der ersten Mannschaft wird. Bis dahin gilt es, die Rheinlandliga zu halten. Schon am kommenden Sonntag wird es das nächste Abstiegsduell geben, dann mit der punktgleichen SG Neitersen (21 Punkte). „Das wird ein entscheidendes Spiel“, sagten Dieter und Christoph Müller im Einklang.

„Ich werde hier nicht im Bösen gehen, der SV Morbach ist ein toller Verein. Es muss nun alles Notwendige getan werden, damit die Mannschaft nicht absteigt. Der Verein musste das tun, es ist die beste Lösung. Ich drücke alle Daumen, damit der Klassenerhalt gelingt“, bekräftigte der Ex-Trainer Dieter Müller.

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