Rheinlandliga: Ohne Pep und ohne Chance – Tarforst verliert 0:2

Aus Tarforst berichten
Daniel Maximini (Text) und Andreas Gniffke (Redaktion, Bilder und Interviews)

Die Luft scheint raus beim Aufsteiger aus Tarforst, welcher heute vor ca. 200 Zuschauern bei sonnigen Temperaturen weit über der 20-Gradmarke völlig verdient mit 0:2 gegen die SG 2000 Mülheim-Kärlich unterlag. Dabei begann alles so vielversprechend. Zwei hochkarätige Torchancen in den ersten drei Spielminuten machten Hoffnung auf mehr, am Ende war der FSV Tarforst aber chancenlos gegen disziplinierte und spielfreudige Gäste.

Noch während die meisten Gäste vom Kommensgeschenk – einem Osterei – zehrten, hätte Patrik Kasel dem Gegner vom Rhein fast das erste Osterei ins Nest gelegt. Alleine tauchte er noch in der ersten Minute vor Torhüter Michael Wall auf und schoss den Ball an den rechten Pfosten. Nur zwei Minuten später zeigte sich auch sein Sturmkollege Stefan Simon vor dem Tor, verzog aber von links kommend denkbar knapp.

Soviel sei vorweg genommen, es sollte tatsächlich die letzte ernstzunehmende Chance für die die Trierer gewesen sein, welche ohne den rotgesperrten Stefan Fleck und den wegen eines Muskelfaserrisses noch bis zum Spiel gegen Mosella Schweich fehlenden Simon Krugmann antraten. Und das obwohl auch die nächsten Minuten klar von den in rot spielenden Tarforstern dominiert wurden, während von der SG kaum Impulse kamen. Nach zehn Minuten kassierte Mülheim-Kärlichs Dominik Süßmeyer nach einem Foul auch schon die Gelbe Karte von Schiedsrichter Florian Fochs aus Daun. Doch ab da kamen die Gäste besser ins Spiel. Zunächst hatte sich die Abwehr auf den Gegner eingestellt, dann klingelte es auch schon vorne. Nach einer Ecke bekamen die Trierer den Ball nicht weg, jener fand den Weg zurück in den Strafraum, wo Kapitän Timo Theisen nur den Fuß hin halten musste und so in der 19. Minute zum 0:1 traf.

Tarforsts Trainer Dirk Fengler kurz vor der Verzweiflung...

Ein Tor, an dem Tarforst irgendwie zusammenzubrechen schien. Trainer Dirk Fengler donnerte vom Seitenrand sein komplettes Repertoire an Flüchen in Richtung seiner Spieler und spätestens nachdem Kai Euler sich durch Tarforsts Abwehr tankte und Keeper Schwind einen höheren Rückstand gerade noch so verhindern konnte, hatte der Frust auch noch den letzten Trierer erreicht. Doch selbst die wildesten Kommandos schienen nicht zu fruchten. Bis auf eine gelbe Karte für den Torschützen Theisen nach Handspiel und der gelben Karte für Tarforsts Michael Wick nach einem Foul passierte kaum Erwähnenswertes.

Gerade jenes Foul von Wick spigelte auch gut die Stimmung auf dem Platz wieder, denn nach dem Foul der wirklich härteren Sorte rief Wick dem gefoulten noch ein „Schauspieler“ hinterher, sehr zum Unmut der SG-Spieler. Diese gewannen inzwischen allerdings nahezu jeden Zweikampf, während bei Tarforst beide Flügel keinerlei Impulse zu setzen vermochten. Auch das zentrale Mittelfeld zeigte sich sehr ideenlos. So gehörten die letzten beiden Chancen der ersten Halbzeit auch der SG. Zunächst tanzte Albert Wall die Abwehr aus und passte auf Wiersch, dessen Schuss Schwind halten konnte. Kurze Zeit später tauchte nach einem Freistoß erneut Theisen im Strafraum auf, köpfte aber freistehend am Tor vorbei.

In Halbzeit zwei startete Fengler dann mit Ramon Jahn für den angeschlagenen Christian Dahm. Mit Jahn kam auch tatsächlich mehr Druck ins Spiel, die Fehlerquote des FSV lag jedoch so hoch, dass dadurch einfach keine zählbaren Torchancen erarbeitet werden konnten. Daran änderte auch ein Doppelwechsel nichts, als Dominik Lay und Tobias Spruck durch Nils Spruck und Thorsten Oberhausen ersetzt wurden. Gleichzeitig wechselte auch Mülheim Kärlich und brachte Thorsten Knöll für Dominik Süßmeyer. Auch mit diesem Wechsel zeigen sich die in blau spielenden Mülheimer in allen Belangen überlegen. So verwunderte es nicht, dass in der 70. Minute der bis dahin überragende Albert Wall sich erneut durch die Tarforster Abwehrreihen wuselte und den Ball in den freien Raum passen konnte, wo David Buschbaum alleine vor Schwind auftauchte und den Ball am Keeper vorbei ins rechte Eck zum 0:2 spitzelte. So hochverdient der Treffer auch war, den Tarforstern brach er nun restlos das Genick.

Mit ihren mitgereisten Fans feierte die Mannschaft aus Mülheim-Kärlich einen eindrucksvollen Auswärtssieg.

Viel mehr als gegenseitiges Gezicke war auf Tarforster Seite nicht mehr zu vermerken, mehr noch hatte man Glück, als Buschbaum auf Kevin Urbatzka spielte, dessen satter Schuss aber von Schwind gehalten werden konnte. Mülheim-Kärlich hingegen konnte gut gelaunt die Uhr herunter spielen. So erhielt Albert Wall nach herausragender Leistung seinen Sonderabgang, als Felix Petrat für ihn eingewechselt wurde. Und auch Kevin Urbatzka erhielt von Coach Marco Wagner, einem gebürtigen Leiwener, eine Sonderbelohnung, als Martin Weber mit seiner Einwechlung dessen Arbeitstag beendete. Mit den Worten „kannst heute Abend zu McDonalds gehen“ erteilte Wagner seinem Stürmer ein Ostergeschenk. Und auch der Rest konnte sich freuen, als Schiedsrichter Forch kurze Zeit später die Partie abpfiff.

Die Gäste feierten einen hochverdienten Auswärtssieg und ließen sich im Anschluss von den zahlreich mitgereisten Anhängern feiern. Tarforst muss sich die Frage gefallen lassen, ob nach einer bislang herausragenden Saison auch in den letzten Spielen die nötige Einsatzbereitschaft und der nötige Siegeswillen vorhanden ist.

STIMMEN

Dirk Fengler (Trainer FSV Trier Tarforst):
„Ich bin maßlos enttäuscht über die Einstellung einiger Spieler, die in der zweiten Hälfte nur noch pomadig und lustlos auf dem Platz herumstanden. Darüber wird zu reden sein, das schaue ich mir nicht weiter an. Für Mülheim-Kärlich war es ein absolut verdienter Sieg, auch wenn wir die ersten großen Chancen hatten. Wenn wir die machen, läuft es vielleicht anders.“

Marco Wagner (Trainer SG Mülheim-Kärlich):
„Am Anfang hatten wir etwas Glück, aber danach hatten wir das Spiel sehr gut im Griff. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften nicht ohne Grund so weit oben in der Tabelle stehen, aber unser Sieg war letztendlich verdient. Wir sind hochzufrieden mit der Saison und alles was wir jetzt noch erreichen ist ein Bonus. Wir sind wirklich sehr glücklich, dass wir die schweren Auswärtsspiele in Schweich und Tarforst gewinnen konnten. Jetzt freuen wir uns auf das Heimspiel gegen Salmrohr.“

STATISTIK

FSV Trier Tarforst (Trainer Dirk Fengler):
Schwind, Wick, Dahm (ab 46. Jahn), Heitkötter, Gorges, St. Castello, Lay (ab 68. N. Spruck), T. Spruck (ab 68. Oberhausen), Rinnenburger, Simon, Kasel

SG 2000 Mülheim-Kärlich (Trainer Marco Wagner):
M. Wall, Berg, Theisen, Schmitt, A. Wall (ab 82. Petrat), Euler, Süßmeyer (ab 68. Knöll), Sasic, Buschbaum, Urbatzka (ab 85. Weber), Wiersch

Schiedsrichter: Florian Fochs (Daun)

Tore:
o:1 Timo Theisen (19.)
0:2 David Buschbaum (70.)

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