Rheinlandliga: Schweich liefert dem Tabellenführer einen großen Kampf

Aus Schweich berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Es hat nicht sollen sein. Mit 2:1 musste sich Mosella Schweich Tabellenführer Rot-Weiss Koblenz geschlagen geben und war dabei eine Halbzeit lang die überlegene Mannschaft. Die Führung von Eugen Keller reichte aber nicht, zwei Tore von Cihan Akkaya besiegelten in einer kampfbetonten Partie letztendlich die knappe Niederlage.

In einer hart umkämpften Partie behielt der Tabellenführer am Ende die Oberhand

Schweichs Trainer Hans Schneider war nach der Partie sichtlich angefressen, denn seine stark ersatzgeschwächte Mannschaft war dem Favoriten aus Koblenz weitgehend ebenbürtig gewesen. Gerade die komplett neu formierte Abwehrreihe machte ihre Sache sehr gut, konnte die zwei Gegentreffer aber auch nicht verhindern.

Beide Mannschaften legten von Beginn an großen Wert auf Ballsicherung und es entwickelte sich eine eher zähe Partie. Koblenz hatte zwar mehr Ballbesitz, konnte die Dominanz aber nicht in zwingende Offensivaktionen umsetzen. Die Mosella, wie gewohnt mit vier Offensivkräften auf dem Platz, lauerte auf ihre Chance und legte nach und nach den Respekt vor dem Favoriten ab und wagte sich zunehmend aus der kompakten Defensive. Torchancen blieben auf beiden Seiten allerdings Mangelware, lediglich ein Kopfball vom Koblenzer Stürmer Gökan Bigün sorgte für ein wenig Gefahr (23.).

Fast aus dem Nichts kam Schweich zwei Minuten später zur Führung. Florian Pelzer nahm Fahrt auf, spielte einen schönen Doppelpass mit Sebastian Schäfer und legte ab für Eugen Keller, der aus kürzester Distanz nur noch den Fuß hinhalten musste. Der lange verletzte Keller hätte fünf Minuten später erneut zuschlagen können, doch sein Schlenzer aufs lange Eck verfehlte den von Torwarthüne Jost Becker gehüteten Kasten nur knapp (30.). Der Tabellenführer enttäuschte in dieser Phase auf ganzer Linie und suchte sein Glück in unzähligen langen Bällen, die aber das Tor von Schweichs Torwart Dario Mock, der die verletzten Harald Emmrich und Mathieu Casel vertrat, kein einziges Mal gefährden konnten. So blieb es bei der verdienten 1:0-Führung zur Pause.

Adrian Ossen kehrte ins Team der Mosella zurück

Fünf Minuten vor den Gastgebern standen die Rot-Weißen wieder auf dem Platz und demonstrierten Entschlossenheit. Tatsächlich legte der Favorit los wie die Feuerwehr. Direkt nach Wiederanpfiff rettete Mock mit einer Glanzparade gegen Nenad Lazarevic, doch eine Minute später musste er sich geschlagen geben. Nach einem langen Freistoß kam Cihan Akkaya unbedrängt am Fünfmeterraum zum Kopfball und hatte keine Probleme, den Ball zum Ausgleich ins Tor zu befördern. Schweich war kurz geschockt, versuchte aber weiter über schnelle Konter zum Erfolg zu kommen. Außer einem von Torwart Becker parierten Schuss von Sebastian Schäfer konnte sich die Mosella aber keine großen Chancen erarbeiten (51.). Koblenz war nun die bessere Mannschaft, hatte aber weiter große Probleme im Spielaufbau. Nach einer Ecke rettete Mock die Mosella mit zwei starken Paraden in der 56. Minute, ansonsten blieb der Tabellenführer ausgesprochen harmlos.

Mehrfach kam es zur Rudelbildung am Winzerkeller

In einer hitzigen Schlussphase mit zahlreichen Nickligkeiten auf beiden Seiten hatte Koblenz dann doch das bessere Ende für sich. Einen der wenigen Fehler in der Schweicher Defensive nutzte in der 82. Minute erneut Cihan Akkaya zum 2:1. Die aufopferungsvoll kämpfende Mosella erholte sich von diesem Nackenschlag nicht mehr. Koblenz drehte in der Schlussphase an der Uhr und auch Trainer Michel Maur trug seinen Teil dazu bei. So beorderte er kurz vor Schluss Stürmer Bigün in den hintersten Winkel des Winzerkellers, um ihm daraufhin auszuwechseln. Bei einem Tabellenführer könnte man dies Cleverness nennen, im Sinne des Fairplays sind derartige Aktionen sicher nicht. Schweich schaffte es allerdings nicht, noch einmal für Gefahr vor dem Tor zu sorgen und so blieb es beim Sieg von Rot-Weiss Koblenz, der aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte durchaus in Ordnung ging.

Mosella-Trainer Hans Schneider

Hans Schneider tat es vor allem für seine junge Mannschaft leid, sich für die gute kämpferische Leistung nicht belohnt zu haben: „Das Spiel mussten wir heute nicht verlieren, wir hätten einen Punkt auf alle Fälle verdient gehabt. Das Tor direkt nach der Pause war Gift für uns, in der ersten Halbzeit hatten wir Koblenz absolut im Griff.“

Für Schweich gehen die Topspielwochen direkt weiter. Am kommenden Wochenende muss man beim Tabellendritten in Eisbachtal antreten, dessen Spiel in Engers witterungsbedingt abgesagt werden musste.

STATISTIK

TuS Mosella Schweich (Trainer Hans Schneider):
Mock – Pelzer, Quary, Gäbler, Ossen – M. Casel, Wolff, Rohr, Beaudouin (ab 86. Regneri) – Keller (ab 63. A. Burbach), Schäfer

TuS Rot-Weiss Koblenz (Trainer Michel Maur):
Becker – Wagner-Galda, Buehrmann, Cift, Mut (ab 35. Borchert) – Gruber (ab 70. Akbulut), Akkaya, Yilmaz, Lazarevic, Grasmik – Bigün (ab 88. Öztürk)

TORE:

1:0 Eugen Keller (25.)
1:1 Cihan Akkaya (47.)
1:2 Cihan Akkaya (82.)

Schiedsrichter: Thomas Brück (Brecht)

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