Schweicher Geschlossenheit, Morbacher Frühform

Von Florian Schlecht

Nach der Bezirksliga und Oberliga macht 5vier auch den Wintercheck in der Rheinlandliga. Im ersten Teil widmen wir uns der TuS Mosella Schweich und dem SV Morbach. Beide Vereine haben auf Wintertransfers verzichtet – und setzen auf wertvolle Rückkehrer.

Mosella Schweich: „Hier lässt sich keiner hängen“

Kontinuität ist das Schlüsselwort bei der TuS Mosella Schweich. Wo andere Vereine in Unruhe ausbrechen würden bei dem Abstiegsplatz, auf dem die Mannschaft überwintert, bleibt Trainer Eric Schröder (Foto) gelassen. “Der Charakter und der Zusammenhalt sind groß”, sagt er. “Ich habe nach wie vor 18 bis 20 Spieler in jedem Training dabei, hier lässt sich keiner hängen.“ Warum auch? Obwohl Schweich derzeit auf dem vorletzten Rang steht, ist das Mittelfeld in der ausgeglichenen Rheinlandliga auch ohne Fernglas zu erspähen. Schröder sah zudem in der Hinrunde einige Aspekte, die ihn zuversichtlich stimmen, das Punktekonto bald aufstocken zu können. “Ich war nicht unzufrieden mit unserer Spielweise. Nur das Ergebnis hat oft gefehlt. Jetzt müssen wir uns einfach häufiger für unsere Leistungen belohnen.” Besonders der 2:0-Sieg vor der Winterpause gegen die Sportfreunde Eisbachtal war ein Beleg für das Potenzial, das offensichtlich noch in den Schweicher Reihen schlummert.

Den oft beschworenen Teamgeist sieht Schröder auch darin bestärkt, dass die Mannschaft den 0:7-Tiefpunkt gegen den SV Morbach schnell verdauen konnte. “Die Reaktion darauf zeigte mir, dass die Truppe lebt und alle an einem Strang ziehen.” Die Mentalität erklärt sich auch in der Philosophie, die in Schweich keine Worthülse ist. “Die meisten Jungs spielen schon seit der C-Jugend zusammen. Wir bleiben lieber dabei, talentierte Junioren früh in die erste Mannschaft integrieren zu wollen.“

Der Weg vereitelte im Winter jedoch auch Verstärkungen für den Abstiegskampf. „Das Geld haben wir nicht. Und wenn wir jemanden geholt hätten, dann nur einen, von dem wir felsenfest überzeugt gewesen wären“, betont Schröder. Er vertraut den Spielern, die weiter mit Feuereifer bei der Sache sind. Und kann mit Christoph Madert, Patrick Quary und Philipp Regneri zudem auf drei wichtige Rückkehrer bauen. Bittere Nachrichten gibt es dagegen bei Dominik Klotten, der wegen seiner Knieverletzung in dieser Saison nicht mehr spielen kann. Nachdem die ersten Testspiele dem Schnee zum Opfer fielen, soll nun zielgerichtet auf den Klassenerhalt hingearbeitet werden. „Es wird nicht einfach, aber wir wollen am Ende in der ungefährdeten Zone sein“, sagt Schröder.

SV Morbach: Zurück in die Gegenwart

Beim SV Morbach wurde in der Winterpause viel über die Zukunft gesprochen. Dieter Müller (Foto) wird den Rheinlandligisten zum Saisonende verlassen – sein Vorgänger Rainer Nalbach übernimmt ab dann das Trainer-Zepter bei den Hunsrückern. Nun heißt es: Zurück in die Gegenwart. Denn dort arbeitet Morbach darauf hin, noch die nötigen Zähler für den Klassenerhalt einzufahren. „Ich genieße jeden Tag in diesem Verein und mit diesem einmaligen Charakter in der Mannschaft“, ist Müller weiterhin hoch motiviert. Unruhe befürchtet er wegen seiner Entscheidung nicht. „Deshalb haben wir Wert darauf gelegt, frühzeitig Klarheit zu schaffen. Die Jungs haben es noch vor der Presse erfahren. Es wird keine Abnutzungserscheinungen geben.“

In der Vorbereitung bestätigte sein Team die Trainer-Worte bereits in den Hallenturnieren. Beim Veltins-Cup in Schweich gewann Morbach mit Torjäger Florian Galle den Pokal. Beim Sport-Fleck-Super-Cup in Osburg scheiterte die Mannschaft knapp im Halbfinale gegen die U19 von Eintracht Trier. Auch mit der Vorbereitung abseits des Budenzaubers ist Müller zufrieden. Was eine Seltenheit in der Region ist, nach dem Einzug von Väterchen Frost. „Wir haben nahezu jede Einheit auf dem Platz bestritten, am Freitag waren wir erstmals in der Halle.“

Personell hat sich auch in Morbach nicht viel getan. Abgänge gibt es (noch) nicht. Unklar ist nämlich, ob der beruflich eingespannte Sascha Elß in der Rückrunde wie gewohnt mitwirken kann. Thorsten Schlag und Philipp Nalbach wirken nach Verletzungen wieder in den Einheiten mit. Heiko Weber befindet sich im Aufbautraining. „Je breiter und erfahrener der Kader, desto besser“, sagt Müller, der sich in der Rückrunde mehr Zielstrebigkeit und Effektivität erhofft. „Wir haben die drittbeste Abwehr, das ist ein guter Wert. Jetzt müssen wir in der Offensive noch kreativer spielen und mehr den Weg zum Tor suchen.“ Die Liga ist übrigens nicht der einzige Trumpf für den SV Morbach. Auch im Pokal wird im Ort dem 28. Februar entgegen gefiebert, wenn das Viertelfinale ausgelost wird.

Hier geht es zu Teil 2 des Rheinlandliga-Checks mit dem FSV Tarforst und  der U23 von Eintracht Trier!

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Kommentare (1)

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  1. SVE- Beobachter sagt:

    Wann wird der 2. Teil des Rheinlandligachecks reingestellt?

    Ich bin mal gespannt, was sich bei den zwei Trierer Teamd getan hat.

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