Rheinlandliga: Tarforst enttäuscht beim 0:3 gegen TuS Koblenz II

Aus Tarforst berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Eins war vor der Partie des FSV Trier Tarforst gegen die zweite Mannschaft der TuS Koblenz klar: eine Serie würde reißen. Und letztendlich war es die des FSV, der sich durch die 0:3-Heimniederlage gegen die wiedererstarkten Schängel zum ersten Mal im Jahr 2012 geschlagen geben musste. Vor allem in der ersten Hälfte boten die Höhenstädter gegen stark aufspielende Koblenzer eine desolate Vorstellung.

Die U23 der TuS Koblenz bejubelt den Sieg in Tarforst

Die U23 der TuS Koblenz, in der Hinrunde lange im Keller der Tabelle stagnierend, ist die Mannschaft der Stunde in der Rheinlandliga. Vor der Partie in Tarforst war man acht Spiele in Folge ungeschlagen geblieben, die letzten vier Partien wurden gewonnen. Mit entsprechend viel Selbstbewusstsein trat die Mannschaft von Trainer Markus Breitbach auch in Tarforst auf.

Die besten Spieler ihrer Mannschaften: Tarforsts Stefan Fleck und Tino Lagator auf Koblenzer Seite

Doch die erste gute Torchance hatten die Gastgeber. Nach einem Stellungsfehler in der Koblenzer Defensive hatte Patrik Kasel die Führung auf dem Fuß, doch sein Schuss strich knapp am von Kevin Birk gehüteten Gehäuse vorbei (4.). Birk konnte sich danach erst einmal vom Schreck erholen, denn in der Folge spielte nur noch die TuS. In der zwölften Minute parierte Tarforsts Torhüter Markus Schwindt zunächst einen scharf geschossenen Freistoß von Kohki Kazama glänzend, nur zwei Minuten später bereinigte er einen Distanzschuss des grandios aufspielenden Tino Lagator. Dieser spielt zur Zeit nur deshalb in der Koblenzer U23, weil ihm eine Arbeitsgenehmigung fehlt, die er für einen Einsatz in der Regionalligamannschaft benötigt. Glück für Koblenz, Pech für Tarforst, denn nach 17 Minuten war es eben Lagator, der mit einem schönen Schlenzer Schwind keine Chance ließ und zum verdienten 1:0 einschoss.

Den quirligen Japaner Kohki Kazama bekam die Tarforster Defensive vor allem in der ersten Hälfte nicht in den Griff

Die Gastgeber kamen zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht in die Partie. Ein sichtlich gefrusteter Patrik Kasel war als einzige Spitze völlig auf sich allein gestellt und vor allem auf den Flügel herrschte wenig Bewegung. Koblenz dominierte die Partie nach Belieben und erst nach einer halben Stunde kam Tarforst überhaupt wieder zu Offensivaktionen. Die Gäste waren aber die gefährlichere Mannschaft und der FSV konnte sich bei Torwart Schwind bedanken, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 0:1 stand. Einen Kopfball von Kazama aus kürzester Distanz parierte er mit einem herrlichen Reflex (34.), drei Minuten später war es erneut der quirlige Japaner, der Schwind mit einem etwas harmlosen Schuss prüfte. Kurz vor der Pause war dann auch der Routinier machtlos. Eine Faustabwehr geriet etwas zu kurz, Robert Wagner verunglückte ein Torschuss total und der Ball wurde so zur idealen Vorlage für den aufgerückten Verteidiger Aleksandar Naric, der ohne Probleme zum 2:0 einschieben konnte. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause.

Skeptische Blicke beim Tarforster Trainerteam Michael Fuchs und Stefan Fries

In der zweiten Hälfte verflachte die Partie. Koblenz versuchte das Spiel mit sicherem Passspiel zu kontrollieren und Tarforst bemühte sich um Struktur. Kurz vor der Pause hatte Stefan Fries noch David Schmitz für Florian Weirich eingewechselt und Tarforst sollte die zusätzliche Option im Sturm gut tun. Im schönsten Spielzug des FSV legte Schmitz in der 58. Minute nach einem schönen Solo auf der rechten Seite clever zurück auf Patrik Kasel, doch in allerletzter Sekunde konnte ein Koblenzer dessen Schuss klären. „Hätten wir hier den Anschluss geschafft, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen“, trauerte Fries nach der Partie der vergebenen Großchance hinterher. Nur zwei Minuten später war es erneut Schmitz, der diesmal auf Philipp Hermes ablegte, doch dessen Schuss aus aussichtsreicher Position ging in den Tarforster Himmel.

Rudelbildung nach dem brutalen Foul von Tobias Spruck (liegend) und der anschließenden Tätlichkeit von Albert Buhler

Das Spiel war nun geprägt durch unzählige Unterbrechungen und der kleinliche Schiedsrichter Klaus Rupp aus Freisen trat immer mehr in den Mittelpunkt. Für die Auflösungserscheinungen in der Tarforster Hintermannschaft kann man ihm bei aller Kritik aber wohl nicht verantwortlich machen, in der 70. Minute nutze Jan Hawel völlig freistehend die Chance zur 3:0-Vorentscheidung für Koblenz. Den FSV-Spielern merkte man den Frust nun deutlich an und Heißsporn Tobias Spruck setzte in der 80. Minute zu einer üblen Frustgrätsche gegen Albert Buhler auf Höhe der Mittellinie an. Sein Gegenspieler verlor ebenso die Nerven und trat nach, das Chaos nahm seinen Lauf. Rudelbildung, Diskussionen und mittendrin ein hoffnungslos überforderter Schiedsrichter. Völlig zurecht stellte er Spruck sofort vom Platz, danach machte er sich auf die Suche nach dem Koblenzer Übeltäter und erwischte mit Gökhan Tan den Falschen. Erneut große Diskussionen, an deren Ende er seine Entscheidung zurücknahm und schließlich doch noch Buhler vom Feld schickte. Nur vier Minuten später ließ sich auch noch der bereits verwarnte Stefan Castello zu einem völlig unnötigen Foul im Mittelfeld hinreißen und wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. „Alle drei Platzverweise waren meiner Meinung nach berechtigt“, stellte Stefan Fries klar. „Wenn ich wie Stefan Castello schon mit Gelb vorbelastet bin, darf ich da einfach nicht so hingehen.“ Es war das etwas unwürdige Ende einer lebhaften Rheinlandligapartie, in der Koblenz am Ende völlig zurecht als klarer Sieger den Platz verließ und in dieser Verfassung sicher nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird. Für den FSV Tarforst spitzt sich die Lage nun wieder zu. Mit 26 Punkten liegt man nur drei Punkte vor dem aktuell ersten Abstiegsplatz auf Rang 13 der Tabelle.

Stefan Fries (Trainer FSV Trier-Tarforst):

„Die Niederlage geht voll und ganz in Ordnung. Wir haben von vorne bis hinten enttäuscht. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass viele der Dinge, die wir heute verkehrt gemacht haben, im Vorfeld angesprochen wurden. Die Koblenzer, die in dieser Verfassung eine absolute Spitzenmannschaft sind, hatten viel zu viel Platz und wir haben überhaupt keine Zweikämpfe angenommen. So kann man in einem solchen Spiel nicht bestehen. Letztendlich haben heute nur Markus Schwind und Stefan Fleck ihre Leistung gebracht.“

Markus Breitbach (Trainer TuS Koblenz II):

„Ich bin sehr erleichtert, denn trotz unserer positiven Serie hatte ich vor dem Spiel in Tarforst große Bedenken. Unsere letzten Spiele gegen sie waren sehr schwierig und wenig erfolgreich für uns. Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt und verdient gewonnen. Natürlich sind wir auch froh, dass es mit der Arbeitserlaubnis für Tino Lagator immer noch etwas dauert und er dadurch nicht in der Regionalligamannschaft spielen darf. Er hat eine ganz besondere Qualität und gibt keinen Ball verloren. Aber heute hat wirklich die ganze Mannschaft überzeugt.“

STATISTIK

FSV Trier Tarforst (Trainer Stefan Fries):
Schwind – T. Spruck, Gorges (44. Dahm), Fleck, Schmoelter – Castello, Hermes, Jahn (62. N.-P. Spruck), Meyer, Weirich (44. Schmitz) – Kasel

TuS Koblenz II (Trainer Markus Breitbach):
Birk – Dahm (ab 46. Matuwila), Klappert, Tan, Naric – Urwin, Wagner (ab 64. Akwapay), Buhler, Kazama – Lagator (ab 82. Ramovic), Hawel

TORE:

0:1 Tino Lagator (17.)
0:2 Aleksandar Naric (42.)
0:3 Jan Hawel (70.)

Schiedsrichter: Klaus Rupp (Freisen)

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