Rheinlandliga: Tarforst muss sich Salmrohrer Klasse geschlagen geben

Aus Salmrohr berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Der FSV Salmrohr bleibt das Maß aller Dinge in der Rheinlandliga. In einer guten Partie unter schwierigen Bedingungen gewann die Mannschaft von Robert Jung gegen den FSV Trier-Tarforst mit 2:0 und bleibt Aufstiegskandidat Nummer 1.

Foto: Hat gut lachen: Salmrohrs Trainer Robert Jung.

Tagelanger Dauerregen hatte dem in die Jahre gekommenen Kunstrasen in Salmrohr arg zugesetzt und es war von Beginn an klar, dass Kampf und keine technischen Leckerbissen den Weg zum Sieg ebnen würden. Und kampfstark begann vor allem der Gast aus Tarforst, der nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge vor einem schweren Restprogramm in der Hinrunde steht. Die spielerischen Vorteile des Tabellenführers kamen auf dem schwierigen Untergrund nur schwer zum Tragen und so konnten die Gäste die Partie in der ersten Hälfte durch unermüdlichen Einsatz mindestens ausgeglichen gestalten. Nach einer Viertelstunde der erste Aufreger: Der Salmrohrer Rodalec Souza und der Tarforster Christian Dahm gingen im Tarforster Strafraum zu Boden und Salmrohrs Trainer Jung forderte vehement Strafstoß. Schiedsrichter Bernd Augustin aus Mainz entschied jedoch völlig zu Recht auf weiterspielen. Die Gastgeber taten sich gegen die aggressiven Tarforster ausgesprochen schwer, waren aber aufgrund der individuellen Klasse immer gefährlich. Die beste Gelegenheit zur Führung hatte Tobias Baier in der 17. Minute, der nach schöner Vorarbeit von Tim Köhler am Tarforster Torwart Markus Schwind scheiterte. Doch auch die Gäste kamen zu Chancen: Nach einem Befreiungsschlag spielte Salmrohr nach knapp zwanzig Minuten unnötigerweise auf Abseits und Patrik Kasel konnte allein auf Torwart Karl Heinz Kieren zulaufen. Der Ball wurde auf dem seifigen Rasen aber zu schnell für den Tarforster Stürmer, der ihn nicht mehr erreichen konnte. Auf trockenem Untergrund wäre das nahezu sicher der Augleich gewesen. Gefährlicher blieb aber der Tabellenführer. Nach einer halben Stunde war es der heute überragende Tim Köhler, der zweimal die Gelegenheit zur Führung hatte. Zunächst scheiterte er mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Torwart Schwind. Die anschließende Ecke nahm er mutig volley und verfehlte den Kasten nur knapp, wobei der Schuss noch abgefälscht wurde. Salmrohrs Trainer sparte nach dem Spiel nicht mit Lob für seinen jungen Flügelflitzer: „Ich musste den Jungen etwas aufwecken, er hat in den letzten Wochen viel zu wenig aus seinem Potential gemacht. Heute hat er seine läuferischen Stärken aber hervorragend umgesetzt, auch wenn der letzte Pass manchmal noch nicht kommt.“ Weniger gut zu sprechen war Jung dagegen auf die Tarforster Anhänger unter den einhundert Zuschauern. Viel zu häufig ließ er sich auf verbale Auseinandersetzungen mit den Zuschauern ein und brachte völlig unnötig Emotionen auf die Ränge. Ein Trainer seiner Klasse hat derartige Scharmützel eigentlich nicht nötig. Es verdeutlicht aber den Druck, der trotz der vermeintlich komfortablen Tabellensituation auf Trainer und Mannschaft lastet.

Foto: Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdiente sich Tarforst das Unentschieden zur Pause.

Mit der Leistung seines Teams in der ersten Hälfte konnte Jung ebenfalls nicht zufrieden gewesen sein und zur zweiten Hälfte stellte er seine Offensive durch die Einwechslung von Markus Bauer taktisch um. Eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte. Vor allem in den ersten fünfzehn Minuten nach der Pause, entfachte der Favorit ein Offensivfeuerwerk, bei dem letztendlich nur die Chancenverwertung zu wünschen übrig ließ. Die Gäste konnten sich in dieser Phase fast überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte befreien und vor allem die zahlreichen Standardsituationen sorgten häufig für große Gefahr vor dem Tor der Trierer. Auf der Linie zeigte der Tarforster Torhüter Schwind immer wieder seine Extraklasse, Probleme offenbarte er dagegen gelegentlich in der Strafraumbeherrschung. Es dauerte allerdings fast fünfzehn Minuten, bis die drückende Überlegenheit auch in Tore umgemünzt wurde. Die Tarforster Abwehr konnte einen hohen Ball in den Strafraum nicht entscheidend klären, der Ball kam zu Alexander Adrian der überlegt nach links auf Markus Bauer spielte. Dieser ließ sich die Chance frei vor dem Tor nicht entgehen und überwand Torhüter Schwind zur verdienten 1:0-Führung. Salmrohr blieb in der Folge offensiv und suchte die Entscheidung. Aus dem Nichts war es aber beinahe der Gast, der zum Ausgleich gekommen wäre. Nach einem harmlosen Ball vertändelte Andreas Hesslein den Ball und Patrik Kasel spritzte dazwischen, verfehlte das Tor aber knapp. Salmrohr blieb weiter vor allem bei Standardsituationen gefährlich, eine Stärke, die schon viele knappe Spiele zugunsten des FSV entschieden hat. In der 68. Minute probierte es Mathias Fischer zur Abwechslung einmal direkt und zwang Schwind zu einer erneuten Glanztat. Zwei Minuten später war es Tobias Baier, der im Alleingang die Tarforster Abwehr austanzte und ebenfalls in Schwind seinen Meister fand. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Tarforst in der 76. Minute. Simon Krugmann spielte den Ball auf Patrik Kasel, der aber viel zu überhastet den Abschluss suchte und den Ball über das Salmrohrer Tor hämmerte. Salmrohr verlegte sich nun aufs Kontern und im Anschluss an die Tarforster Chance zündete erneut Köhler auf der rechten Außenbahn den Turbo, ließ die Abwehr stehen und scheiterte erst an Schwind. Hier trafen die beiden besten Spieler auf dem Platz direkt aufeinander. Fünf Minuten vor dem Ende, konnte aber auch der Tarforster Torhüter die Entscheidung nicht mehr verhindern. Alexander Adrian machte sich allein und aus stark abseitsverdächtiger Position auf dem Weg zum Tarforster Tor und behielt die Nerven: Mit einem sehenswerten Lupfer schaffte er es, Markus Schwind zum zweiten Mal zu überwinden. Tarforsts Trainer Dirk Fengler ging nach dem Gegentor hart mit seinem Außenverteidiger David Rinnenburger ins Gericht, der zuvor schon mehrfach gegen Tim Köhler schlecht ausgesehen hatte und der nun Alexander Adrian in seinem Rücken schlichtweg übersehen hatte. In der Folge passierte nichts mehr und der oftmals kleinliche Schiedsrichter Augustin pfiff bei zunehmendem Regen die Partie pünktlich ab. Salmrohr zieht somit weiter einsam seine Kreise an der Tabellenspitze. Der FSV Tarforst verlor zwar zum dritten Mal in Folge, zeigte aber vor allem kämpferisch eine überzeugende Leistung. Am kommenden Wochenende kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der zur Zeit erfolgreichsten Mannschaften der Rheinlandliga, wenn Salmrohr nach dem Pokalspiel am Mittwoch (19.30 Uhr in Morbach)  zum zweiten Mal innerhalb einer Woche auf den SV Morbach trifft. Auch auf Tarforst wartet mit der zweiten Mannschaft der TuS aus Koblenz ein starker Gegner.

Foto: Nicht verstecken müssen sich Dirk Fengler und seine Mannschaft nach der Niederlage gegen den Aufstiegsfavoriten.

STIMMEN:

Robert Jung (FSV Salmrohr):

„Das war ein verdienter Sieg meiner Mannschaft. Tarforst ist über sich hinausgewachsen und hat uns vor allem in der ersten Hälfte das Leben sehr schwer gemacht. Da waren sie uns läuferisch sogar etwas überlegen. In der zweiten Hälfte habe ich dann umgestellt, um durch die Einwechslung von Markus Bauer über beide Flügel Druck ausüben zu können. Der Tarforster Torwart hat überragend gehalten, aber letztendlich haben wir dann ja doch noch das Tor gemacht.“

Dirk Fengler (FSV Trier-Tarforst):

„Wir haben zwar verloren, aber auf dieses Spiel können wir wirklich aufbauen. Salmrohr spielt dieses Jahr in einer eigenen Liga. Das spielerische Potential ist enorm, die kann man nicht über neunzig Minuten komplett ausschalten. Letztendlich hatten wir auch unsere Chancen, aber der Sieg der Salmrohrer geht absolut in Ordnung. Gerade zu Beginn der zweiten Hälfte hat unser Torwart hervorragend gehalten und uns allein im Spiel gehalten.“

STATISTIK

FSV Salmrohr (Trainer: Robert Jung):

Kieren, Adrian (ab 88. Ewald), Fischer, Mies, Hohns, Schraps, Meschak (ab 46. Bauer), Hesslein, Köhler, Souza (ab 88. Bösen), Baier

FSV Trier-Tarforst (Trainer: Dirk Fengler):

Schwind, Wick (ab 77. Jahn), Dahm, Heitkötter, Rinnenburger, Gorges, St. Castello (ab 51. Lay), Simon, Fleck (ab 77. Oberhausen), Krugmann, Kasel

TORE:

1:0 Markus Bauer (58.)

2:0 Alexander Adrian (84.)

SCHIEDSRICHTER: Bernd Augustin (Mainz)

WEITERE BEGEGNUNGEN:

SG Bullay/Zell – FC Karbach 0:0

FV Engers – TuS Mayen Abgesagt

TuS Koblenz II – VfB Linz verlegt auf den 07.12.2010

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln