Rheinlandliga: Tarforst verliert unglücklich gegen Malberg

Von Christian Kramer

Der stark ersatzgeschwächte FSV Trier-Tarforst hat sein Heimspiel gegen die SG Malberg unglücklich mit 3:4 (0:1) verloren. Die Mannschaft von Trainer Stefan Fries war zwar das ganze Spiel über die feldüberlegene Mannschaft, leistete sich aber zu viele eklatante Abwehrfehler, für die sie von den Gästen eiskalt bestraft wurden.

Krugmann im Kopfballduell mit einem Malberger Verteidiger
Krugmann im Kopfballduell mit einem Malberger Verteidiger

„Wahnsinn! Wahnsinn!“ sagte Theo Brenner, der Trainer der SG Malberg, nach dem Schlusspfiff immer wieder. Er konnte sein Glück überhaupt nicht fassen. Seine Mannschaft hatte den FSV Trier-Tarforst mit 3:4 bezwungen. Die Spieler in den blauen Trikots des SG Malberg waren nach dem Spiel in ausgelassener Stimmung. Sie bildeten einen Kreis, hüpften und besangen ihren Sieg. Die Tarforster Spieler schlichen dagegen nach dem Spiel direkt Richtung Umkleidekabine. Ihnen war nicht zum Feiern zumute. Bis zur letzten Minute hatten sie alles dafür gegeben, noch den Ausgleich zu erzielen, aber es sollte diesmal einfach nicht sein. Ihnen fehlte einfach das Quäntchen Glück.

Der FSV Trier-Tarforst musste im Spiel gegen Malberg auf sage und schreibe acht Spieler verzichten. Da mit Sven Haubrich, der sich im Spiel gegen die SG Bad Breisig einen Adduktorenriss zugezogen hat und deshalb mehrere Wochen ausfallen wird, und Dominik Lay zwei Stammspieler in der Abwehr ausfielen, brachte FSV-Trainer Stefan Fries Michael Wick als zweiten Innenverteidiger und zog Tobias Spruck aus dem Mittelfeld in die Abwehr. Im Sturm durfte neben Patrik Kasel und Philipp Hermes Simon Krugmann von Anfang an spielen.

Tarforst macht Druck – Malberg das 0:1

In der Anfangsphase lief bei Tarforst viel über Philipp Hermes.
In der Anfangsphase des Spiels lief viel über Philipp Hermes.

Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Stefan Fries machte dennoch von Beginn an Druck und hatte bereits in der 5. Minute eine Großchance, doch Gästetorhüter Matthias Zeiler wehrte den harten, platzierten Kopfball von Florian Weirich mit einer Glanzparade ab. Die zweite Chance des Spiels hatte ebenfalls Tarforst. In der 14. Minute kam Patrik Kasel im Strafraum frei zum Kopfball, doch das Leder ging am Tor vorbei. Die Heimelf zeigte schönen Kombinationsfußball und hatte wesentlich mehr vom Spiel, aber die Gäste hielten stark dagegen und bekamen am Ende immer einen Fuß dazwischen, sodass die Tarforster ihre Dominanz nicht in Tore ummünzen konnten.

In der 21. Minute gingen die Gäste aus dem Westerwald völlig überraschend in Führung, nachdem FSV-Kapitän Stefan Castello sich in der Nähe des eigenen Strafraums von Maximilian Ramb den Ball abluchsen ließ, der gleich zum 0:1 vollendete.

Der FSV Trier-Tarforst ließ sich durch das Gegentor aber nicht entmutigen und spielte weiter munter nach vorne. Sie kamen auch zu weiteren Chancen. In der 26. Minute hatten sie eine Großchance durch einen Schuss von Maximilian Meyer, aber der Ball prallte vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld. Kurz darauf kam Simon Krugmann nach einer Flanke am langen Pfosten aus kurzer Distanz frei zum Abschluss, aber er konnte den Ball aus spitzem Winkel nicht aufs Tor lenken.

Aufholjagd wird nicht belohnt

Florian Jaeger und Steffen Löb versuchen die Tarforster Abwehr auszuhebeln.
Florian Jaeger und Steffen Löb versuchen die Tarforster Abwehr auszuhebeln.

Die Platzherren begannen auch in der Anfangsphase der zweiten Hälfte druckvoller und wurden belohnt. In der 52. Minute erzielte Patrik Kasel mit einem Distanzschuss aus 19 Metern den Ausgleich. Doch die Freude währte nicht lange. In der 56. Minute eroberte sich Ramb den Ball von einem Tarforster Abwehrspieler zurück, dribbelte in den Strafraum rein und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Der Schiedsrichter ließ Vorteil laufen, weil die Situation immer noch gefährlich war. Andreas Müller von der SG Malberg kam an den Ball und schob ihn aus elf Metern an Steffen Deuster vorbei zum 1:2 ins Tor. Und eine Minute später kam es für die Mannschaft von Trainer Stefan Fries noch dicker, als sie den Ball im Mittelfeld verlor, Malberg die FSV-Abwehr mit einem langen Pass auf Steffen Löb aushebelte und der die Chance zum 1:3 verwertete.

Der FSV Trier-Tarforst gab jedoch nicht auf und konnte nach zwei Toren von dem überragenden Florian Weirich in der 65. und 67. Minute sogar noch den 3:3-Ausgleich erzielen. Steffen Löb bestrafte einen weiteren Abwehrfehler jedoch mitten hinein in die frische Euphorie mit dem 3:4 (72.).

Statistik

FSV Trier-Tarforst – SG Malberg 3:4 (0:1)

FSV Trier-Tarforst: Deuster – Rinnenburger, Gorges, Wick (74. Cartus), T. Spruck – Weirich, Castello, Meyer -Hermes (85. Frank), Krugmann (83. N.P. Spruck), Kasel

Tore: 0:1 Ramb (21.), 1:1 Kasel (52.), 1:2 Müller (56.), 1:3  Löb (57.), 2:3 Weirich (65.), 3:3 Weirich (67.), 3:4 Löb (72.).

Stimmen zum Spiel

Stefan Castello (Kapitän des FSV Trier-Tarforst): „Was soll ich zu dem Spiel sagen? Wir dominieren das komplette Spiel und der Gegner kommt vier Mal vor unser Tor und nutzt seine Chancen eiskalt aus. Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt und dann verliert man so ein Spiel.“

Stefan Fries (Trainer des FSV Trier-Tarforst): „Das war heute ein ganz kurioses Spiel. Ich kann mir die Dinge nicht erklären. Wir spielen guten Fußball und haben viele Chancen. Die schießen vier Mal aufs Tor – und treffen vier Mal. Da waren sicher auch ein paar haltbare Schüsse dabei. Das war heute sicher nicht Steffens bester Tag. Ich werde die Woche mal mit ihm reden. Die Niederlage kann ich mir so nicht erklären. Es spielte sicher auch die dünne Personaldecke eine Rolle. Es war etwas unglücklich. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat kämpferisch und läuferisch alles gegeben. Die Ausfälle in der Defensive waren wohl entscheidend. In der Abwehr etwas umzustellen ist schwieriger als im Sturm. Am Dienstag müssen wir das Pokalspiel nutzen, um uns neues Selbstvertrauen für die Liga zu holen.“

Theo Brenner (Trainer der SG Mellberg): Die Mannschaft vom FSV Trier-Tarforst hat heute eine starke Leistung gezeigt, aber meine Mannschaft hat heute super dagegen gehalten. Letztes Jahr haben wir hier 3:4 verloren. Dieses Mal hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Wir haben unsere Torchancen eiskalt ausgenutzt. Ich bin überglücklich.“

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