Rheinlandliga: Unnötige Spannung – Tarforst schlägt Malberg 4:3

Aus Tarforst berichtet
Thorsten Ströher (Text und Fotos)

Am Sonntag Nachmittag feierte der FSV Trier-Tarforst am 13. Spieltag der Rheinlandliga einen 4:3-Erfolg gegen Mitkonkurrent SG Malberg. Dabei machten es die Gastgeber unnötig spannend. Nach einer guten Stunde sah die Truppe von Heinz Toppmöller bereits wie der sichere Sieger aus. Man führte verdient mit 3:0 und hatte die SG zu jeder Zeit unter Kontrolle. Doch der Anschlusstreffer ließ den FSV ins Schwimmen geraten  und sorgte für eine turbulente Schlussphase. Zunächst verkürzte Malberg auf 2:3 und setzte alles auf eine Karte. Die resultierenden Räume für Konter nutzten die Trierer zum 4:2. Keineswegs war dies die Entscheidung, denn im Gegenzug machten sich jene die Vorentscheidung durch ein Foul im Strafraum wieder zu Nichte. Mit ein wenig Glück und Geschick gelang es, das 4:3 über die verbliebenen Minuten zu bringen.

Trier-Tarforst startete optimal in die Partie. Nach verhaltenen Anfangsminuten landete der erste Torschuss der Partie direkt im Netz. In der achten Spielminute gewährten die Malberger Stefan Castello zu viel Raum im Mittelfeld. Dieser nutzte den sich bietenden Raum und die Freiheiten zu einem präzisen Pass in die Gasse zwischen Innen-und Rechtsverteidiger. Der durchgestartete Ramon Jahn schloss aus fünfzehn Metern halblinker Position zum 1:0 ab.

Torschütze Ramon Jahn (Nr. 18) als Ballverteiler

Auch in der Folge agierten die Gäste lethargisch, waren weit weg von den Gegenspielern und hatten nicht wirklich Zugriff aufs Spiel. Nur fünf Minuten nach der Führung wäre die Passivität fast erneut bestraft worden. Wieder genossen die FSV-Spieler Narrenfreiheit im Mittelfeld, leider schob der in Szene gesetzte Stürmer David Schmitz den Ball aus rund zwölf Metern am Pfosten vorbei. Die erste nennenswerte Aktion der Eifelaner gab es nach einer Viertelstunde zu begutachten. Nach einem Freistoß kam Florian Bläcker erstaunlich frei zum Kopfball, der Ball aber segelt über das Quergestänge. Im Gegenzug macht es der FSV besser. Kapitän Castello verlagert das Spielgerät geschickt auf die rechte Seite, wo Florian Weirich schlicht zu schnell für seine Kontrahenten war. Ein Antritt sowie eine Körpertäuschung nach innen reichten, um sich zu lösen. Schlussmann Tim Schumacher durfte den Schuss von der Strafraumkante aus dem Netz holen (19.). Durch den zweiten Treffer übernahm Trier-Tarforst die komplette Spielkontrolle. Malberg hatte nichts zu bestellen.

Was sich die Heimelf für den Rest der ersten Halbzeit vorwerfen lassen musste, war die mangelnde Konsequenz und Durchschlagskraft im Spiel nach vorne. Das Match plätscherte ein wenig vor sich hin. In der 28. Minute stand Torschütze Jahn nach zwei schnellen Querpässen erstaunlich frei, aber Tim Schumacher durfte zum ersten Mal das Leder parieren. Wiederrum Jahn hatte mit einem fulminanten Volley, der rechts am Tor vorbei strich, die letzte Gelegenheit der ersten Hälfte.

Tarforst weiter im Vorwärtsgang

In der Halbzeitpause brachte Theo Brenner, der die Geschicke der SG Malberg leitet, zwei neue Kräfte. Doch wer gedacht hatte, dass die Gäste nach den Auswechselungen wie ausgewechselt auftreten würden, sollte sich täuschen. Tarforst blieb weiter spielbestimmend und erarbeitete sich nun auch wieder bessere Chancen. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff verpasste Stürmer Schmitz eine scharfe Hereingabe des über links freigespielten Tobias Spruck. In der 60. Minute war Spruck schließlich als Vollstrecker gefragt. Malbergs Andreas Nauroth verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball, die resultierende Überzahlsituation führte zum 3:0. Dabei schien Mittelfeldmotor Jahn den passenden Abspielmoment zu verpassen, er hatte Kamerad Spruck nicht auf dem Schirm. Als er den durchstartenden Kollegen noch erkannte und bediente, befand sich Spruck zumindest in abseitsverdächtiger Position. Dessen kaltschnäuziger Flachschuss war gleichbedeutend mit der endgültigen Entscheidung – dachten wohl die Mannen von Heinz Toppmöller.

Malbergs Aufbäumen war wie schon die komplette Partie über eher überschaubar. Doch in der 70. Minute befand sich der Ball plötzlich im Tor der Gastgeber.

Plötzlich rennt der FSV hinterher

Andreas Nauroth wurde im Mittelfeld nicht mit der nötigen Konsequenz attackiert und verlud so mehrere FSV-Spieler. Sein Durchstecker erreichte dann Florian Bläcker, welcher sich gegen seinen Bewacher durchsetzte und aus kurzer Distanz einschob. Der Anschlusstreffer  lähmte die Tarforster Beine merklich. Verunsicherung machte sich breit, der Ball lief nicht mehr so rund und ging häufig verloren. Zunächst wurde die mangelnde Entlastung nicht bestraft. Zehn Minuten vor Schluss kam Malberg auf 2:3 heran,  durch einen Treffer, der so niemals fallen darf.  Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte überwand die komplette Hintermannschaft des FSV und der davon geeilte Nauroth markierte den zweiten Treffer für die Gäste. Tarforst schwamm nun heftig, war aber in der Lage, die sich bietenden Räume gegen aufrückende Malberger zu nutzen.

Ein solcher Konter saß nur kurz nach dem 2:3. Tarforst eroberte im Mittelfeld den Ball, der eingewechselte Fariz Drekovic trieb den Ball nach vorne und wurde wenige Meter vor dem Strafraum auflaufen gelassen. Sowohl Drekovic als auch sein Gegenspieler gingen zu Boden und blieben verletzt liegen. Schiedsrichter Michael Beck entschied auf Weiterspielen und Florian Weirich nutzte die Konfusion zu seinem zweiten Treffer (84.). Aus halblinker Position passte sein Abschluss genau in die rechte untere Ecke. Dies sollte doch jetzt die endgültige Entscheidung sein – und wieder falsch gedacht.

Im Handumdrehen klingelte es zum dritten Mal im heimischen Gehäuse. Nach einer Hereingabe bekam die fast komplett im eigenen Strafraum versammelte Tarforster Mannschaft die Kugel nicht geklärt. Beim Versuch traf ein Abwehrbein schlussendlich den Oberschenkel eines SG-Akteurs: eine sehr ungeschickte Aktion, die zurecht einen Elfmeter nach sich zog. Florian Bläcker übernahm Verantwortung und verwandelte sicher (87.). Das Zittern der Heimmannschaft wurde erneut verlängert. In der ersten Minute der Nachspielzeit zeigte FSV-Schlussmann Dominik Wintersieg Unsicherheit. Einen Eckball klärte er direkt in die Mitte, doch Malberg vergab. Irgendwie gelang es schließlich, die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Der Schlusspfiff sorgte für riesige Erleichterung sowie Freude über den hart erkämpften Sieg.

Co-Trainer Michael Fuchs: „ Bis zur 60. Minute haben wir gut gespielt. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, haben den Gegner dominiert. Spielerisch war es so, wie wir uns das vorgestellt haben: Ball laufen lassen, Dreiecke aufbauen, dazu eine 3:0 Führung. Aus dem Nichts fällt dann das 1:3. Wie so oft in den letzten Wochen werden wir zu passiv, verlieren die Bälle zu schnell und geraten so unter Druck. Das 2:3 darf natürlich niemals so fallen. Der Ball ist fünfzig Meter unterwegs. Über den Elfmeter brauchen wir auch nicht zu reden. Der war vermeidbar. Es ist einfach so, dass wir dann Fehler machen, die unnötig sind. Wenn wir ruhig bleiben, bringen wir das Ding nach Hause. So wurde es nochmal spannend. Aber die Jungs haben alles gegeben, das ist positiv.“

Statistik:

FSV Trier-Tarforst (Trainer Heinz Toppmöller):

Wintersig – Wick – Heitkötter – Gorges (ab 86. Zimmermann) – Castello – Lay – T.Spruck – Jahn (ab 81. Cartus) – Hermes – F. Weirich – D. Schmitz (ab 56. Drekovic)

SG Malberg (Trainer Theo Brenner):

Schumacher – Häßler – Nauroth – Gerhardus – Löb – Daginnus – Bläcker – Leicher – Jaeger (ab   80. Weisang) – Blazejezak (ab 46. Kostka) – Becker (ab 46. Ramb)

Torfolge:
1:0 Ramon Jahn (8.)
2:0 Florian Weirich (19.)
3:0 Tobias Spruck (60.)
3:1 Florian Bläcker (70.)
3:2 Andreas Nauroth (80.)
4:2 Florian Weirich (84.)
4:3 Florian Bläcker (FE) (87.)

Schiedsrichter: Michael Beck (Palzem)

Zuschauer: 150

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