Rheinlandliga: Vier Teams aus der Region starten in Saison 2012/13

Von Alexander Heinen und Stephen Weber

Mehring schaffte den Aufstieg in die Oberliga, die U23 der Trierer Eintracht kehrte in die Rheinlandliga zurück. Die Anzahl der Teams aus der Trierer Umgebung bleibt also gleich. Dabei gibt es in dieser Saison keine Mannschaft aus dem Raum Trier, welche wie Mehring im letzten Jahr für den Aufstieg favorisiert wird. Dieser wird von Rot-Weiß Koblenz angepeilt, auch die im Entscheidungsspiel knapp gescheiterten Sportfreunde Eisbachtal dürften ein Wörtchen mitreden. Während Morbach, Tarforst und Trier II sich im Mittelfeld sehen, geht es in Schweich in erster Linie um den Klassenerhalt. 5vier sprach mit den Verantwortlichen Herbert Herres, Stefan Fries, Dieter Müller und Eric Schröder.

Eintracht Trier II:

Die Kaderplanung der kleinen Eintracht ist eher atypisch. Obwohl man deutlich abgeschlagen aus der Oberliga absteigen musste, vertraut der Trainerstab rund um Herbert Herres auf nahezu das gleiche Personal. Und er hat allen Grund dazu: Immer wieder betonte der erfahrene Coach den Charakter der Mannschaft, die sich bis zum Schluss der Oberligasaison nicht aufgab und jeden Rückstand versuchte umzubiegen. „Das sind junge Spieler, die machen Fehler“, bekräftigte Herres. Sein oberstes Ziel ist, das fehlerhafte Defensivspiel zu verbessern. In der Offensive zeigten die jungen Trierer durchaus Spielwitz. Dass in seiner Mannschaft trotz der chancenlosen Saison Qualität steckt, sieht man an Christoph Anton, Philipp Basquit und Pitt Hess, welche allesamt in den Profikader der Eintracht aufrücken konnten. Obwohl die Abgänge den Coach auf der einen Seite freuen, hinterlassen die Stammspieler auch Baustellen. Das größte Vakuum dürfte Christoph Anton hinterlassen, der schon seit der Saisonendphase dauerhaft im Kader der „Ersten“ steht. In seine Fußstapfen könnte Neuzugang Kevin Arbeck (FSV Salmrohr) oder der wiedergenesene Erik Michels treten. Beide überzeugten in der Vorbereitung, Michels schnürte gar einen Dreierpack im Testspiel gegen Victoria Rosport.

 

„Abwehrbär“ Dingels räumt ab

Neben Arbeck verpflichtete die Eintracht Ibrahim Karbuz (FC Kommlingen), Taner Weins (FC Bitburg), Quendrim Bukoshi (DJK/FC Ziegelshausen). Aus der eigenen U19 rückten Daniel Braun (Abwehr), Carsten Cordier (Abwehr), Robin Strellen (Tor) und Meliani Saim (Mittelfeld) auf. Weiterhin darf Herres auf Leihgaben von Roland Seitz hoffen. Besonders für die Nachwuchskräfte Sözen, Spang und Basquit dürfte Spielpraxis an höchster Stelle stehen, auch in der Rheinlandliga. Einen Rückschlag in der Vorbereitung musste Besart Aliu hinnehmen. Der Stürmer hatte sich eine Herzmuskelentzündung zugezogen und musste einige Wochen aussetzen. Mittlerweile haben die Ärzte „Grünes Licht“ gegeben und Aliu kann wieder in das Training einsteigen.

Mit den Testspielergebnissen (unter anderem 4:2 gegen Victoria Rosport und 2:1 gegen Rot-Weiß Hasborn) zeigte sich Herbert Herres zufrieden. „Beim letzten Spiel gegen Konz waren die Knochen ein wenig müde. In der letzten Woche werden wir noch etwas regenerieren“. In die Saison startet der SVE gegen den Aufsteiger SG Ellscheid. Doch Herbert Herres warnt: „Ellscheid zählt für mich nicht als Aufsteiger. Sie waren die letzten Jahre stets in der Rheinlandliga etabliert.“ Anstoß der Partie ist am Sonntag, 12.08. (14:30 Uhr) in Ellscheid.

FSV Tarforst:

Der zweite Trierer Verein in der Rheinlandliga möchte in der kommenden Saison mit Kontinuität zum Erfolg kommen. Nachdem in der letzten Saison insgesamt vier Trainer für den FSV tätig waren, soll nun wieder mehr Ruhe einkehren. Das wünscht sich auch Trainer Stefan Fries, der seit Januar den FSV coacht. „Vier Trainer in einer Saison sind natürlich nicht optimal, du musst dich immer wieder neu einstellen“, sagte Fries und beurteilt dies aus der Sicht der Spieler. „Jeder Trainer setzt seine Schwerpunkte anders.“ Trotzdem konnte der Trierer Verein aus dem Höhenstadtteil fast alle Leistungsträger seiner Mannschaft behalten und verstärkte die Mannschaft punktuell. David Rinneburger kehrte aus Krettnach zum FSV zurück (Defensivallrounder), Sven Haubrich spielte zuletzt in der SVE-Reserve (Abwehr). Dazu kommen Vitali Lenhart (SSG Mariahof) und mit Murat Yalcin ein erfahrener Mittelfeldroutinier (FC Ehlerange/Lux). Die Vorbereitung gefiel dem Tarforster Coach, zuletzt gewann man 8:2 gegen den SV Tawern. „Wir haben gut trainiert und die Jungs sind körperlich und mental fit!“ Bis auf David Schmitz, der zurzeit wegen Knieproblemen pausieren muss, kam der FSV ohne größere Verletzungen durch die Sommervorbereitung. 

In Tarforst hofft man wieder auf Tore vom Torschützenkönig Patrik Kasel (Foto: A.Gniffke)

Eine Lücke müssen die Tarforster aber doch schließen. Mit Markus Schwind verließ der Stammtorhüter den FSV in Richtung Trier-Irsch, dort fungiert er nun als Spielertrainer. Für seine Nachfolge stehen mit Steffen Deuster, Dominik Wintersig und Carsten Bach drei junge Torleute bereit. Ihnen zur Seite wurde Kai Hillmann als Torwarttrainer gestellt. Hillmann ist kein unbekannter, einst war er bei Eintracht Trier, Borussia Neunkirchen und dem FSV Salmrohr unter Vertrag. Zuletzt stand er für Union Wasserbillig zwischen den Pfosten. „Wir haben Kai Hillmann bewusst verpflichtet, damit er mit den jungen Torhütern die Lücke schnell schließen kann.“ Im taktischen Bereich will Trainer Stefan Fries die Defensivarbeit verbessern: „In der letzten Saison haben wir zuviele Gegentore bekommen, dort wollen wir uns zur neuen Saison stabilieren.“ Mit der U23 der TuS Koblenz kommt auf die FSV-Defensive der erste Gradmesser zu, Fries möchte die Mannschaft mit einer Taktikschulung optimal auf die Koblenzer einstellen, in der Offensive sieht er seine Mannschaft gut aufgestellt.

Als Saisonziel nennt Stefan Fries einen einstelligen Tabellenplatz: „Das ist in meinen Augen ein realistisches Ziel. Sollten wir von größeren Verletzungen verschont bleiben, so können wir das auch erreichen!“ Saisonbeginn auf dem Tarforster Kunstrasen ist am Samstag, 11.08. (17.30 Uhr) gegen TuS Koblenz II.

SV Morbach:

Dem SV Morbach steht ein großer Umbruch bevor. Nicht nur, dass den Verein aus dem Hunsrück viele Stammspieler in der Sommerpause verließen, sondern auch weil mit Dieter Müller ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. Müller ist Nachfolger von Rainer Nalbach und war bislang im Raum Maisenheim tätig. Seine Vita steht hauptsächlich für Kontinuität: Bei jeder Trainerstation war Müller über einen längeren Zeitraum tätig. Das wünscht man sich nun auch beim SV Morbach, die in der Vergangenheit oft die Trainer wechselten.

Die neue Mannschaft es SV Morbach - Foto: A.Gniffke

In der letzten Saison landeten die Morbacher auf Platz sechs, auch in der kommenden Saison ist das Ziel ein einstelliger Tabellenplatz. „Wir sind vorsichtig optimistisch und hoffen das Ziel erreichen zu können“, sagte der neue Trainer Dieter Müller gegenüber 5vier. Dabei nimmt die Weiterentwicklung der jungen Spieler für Müller eine wichtige Rolle ein. „Die jungen Spieler sollen an die Rheinlandliga herangeführt werden und dort Fuß fassen.“

Die Hunsrücker wollen in dieser Saison einen anderen Weg gehen. In der Sommerpause verließen viele Stammkräfte den Verein, in die wichtigen Rollen sollen nun junge und hungrige Spieler schlüpfen. Mit Eloy Campos ging der wohl beste Rheinlandligatorjäger der letzten Jahre, mit Xavi Alisna Fonts wechselte ein zweiter offensiver Spieler den Verein. Dazu gesellen sich Johannes Krebs (SG Lüxem), Daniel Willems (SV Gonzerath) und Artur Magel (VFL Weiersbach). Ihnen gegenüber stehen mit Georg Borschnek (Tor) und Florian Galle (Sturm) zwei Spieler, die zuletzt für den SC Idar-Oberstein in der Regionalliga spielten und reichlich Oberligaerfahrung mitbringen.

Mit der Vorbereitung ist der Neu-Coach sehr zufrieden: „Die Jungs ziehen sehr gut mit! Insbesondere die jungen Spieler hinterlassen einen sehr guten Eindruck und geben Gas!“ Zuletzt gab es torreiche Siege gegen die TSG Kaiserslautern (8:1) und Blaubach-Diedelkopf (10:1). Ein erstes Indiz für die offensive Spielweise, die Trainer Dieter Müller den Morbacher Zuschauern bieten möchte. „Den Zuschauer soll was geboten werden!“ Dabei setzt er auf eine 4-4-2-Ausrichtung mit zwei Spitzen. „Wir werden aber auch andere Varianten mit nur einem Stürmer einstudieren, das ist vom Gegner abhängig.“

TuS Mosella Schweich

Schweichs neuer Trainer Eric Schröder beerbt Hans Schneider

Auch Mosella Schweich wird in der kommende Rheinlandligasaison ein anderes Gesicht haben, und das nicht nur an der Seitenlinie. Dort steht zwar mit Eric Schröder, der Trainerlegende Hans Schneider ersetzte, auch ein neuer Übungsleiter, doch auch die Mannschaft ist runderneuert. Routiniers wie Tobias Rohr, Florian Pelzer oder Matthias Burbach haben den Verein ebenso verlassen wie Toptalent Sebastian Schäfer, der seinen nächsten Karriereschritt in Salmrohr wagen wird. Ex-A-Jugend-Trainer Schröder bediente sich vor allem im eigenen Nachwuchs, entsprechend bescheiden sind die Ambitionen der Mannschaft vom Winzerkeller: „Unser Ziel ist es, so früh wie möglich den Klassenerhalt zu sichern. Das wird ein hartes Stück Arbeit, da wir praktisch mit einer komplett neuen Truppe antreten müssen“, fasst Schröder die Lage realistisch zusammen. „Außer Sebastian Dahm haben wir keinen namenhaften Neuzugang zu vermelden. Wir setzen verstärkt auf die Jugend. Das wird selbstverständlich nicht einfach, da wir auch zur Zeit viele Verletzte zu beklagen haben. Ich bin gespannt, wie wir uns mit der neuen Mannschaft in der Liga zurechtfinden.“ Tatsächlich dürfte der Klassenerhalt eine besondere Herausforderung werden und die Mosella wird es von Beginn an schwer haben.

Gleich am ersten Spieltag wartet ein richtig dicker Brocken auf die Schweicher. Am kommenden Freitag (19.30 Uhr) tritt man bei den ebenfalls runderneuerten Sportfreunden Eisbachtal an, die den Oberligaaufstieg im vergangenen Jahr erst im Entscheidungsspiel verpasst hatten. Die Generalprobe für die Mosella endete mit einem blauen Auge. In der ersten Runde des Rheinlandpokals tat man sich schwer und gewann in einer engen Partie nach zweimaligem Rückstand 4:2 gegen Tawern (5vier.de berichtete). Als Aufstiegsaspiranten hat Eric Schröder zwei Geheimtipps im Gepäck: „Meine Favoriten auf den Meistertitel sind Mülheim-Kärlich und der SV Morbach. Vor allem Morbach hat gut nachgerüstet in der Winterpause, das wird sicher eine knappe Angelegenheit an der Tabellenspitze.“

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