Rheinlandliga: Wetterbedingungen fordern Kreativität der Trainer

Von Andreas Gniffke

Der Winter legt den Spielbetrieb auf den Fußballplätzen der Region an diesem Wochenende vollständig lahm. Eine schwierige Situation auch für die Mannschaften der Rheinlandliga, die nach der Absage des gesamten 18. Spieltags versuchen müssen, kurz vor der Winterpause unter schwierigen Trainingsbedingungen im Rhythmus zu bleiben. 5vier.de hat einmal bei den Clubs der Region nachgehört.

Foto: ‚Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung‘: Salmrohrs Trainer Robert Jung.

Besonders hart hat es den FSV Tarforst getroffen, denn in der vergangenen Woche war bereits das Spiel in Burgbrohl abgesagt worden. Dieses soll am kommenden Mittwoch nachgeholt werden, ob dies möglich sein wird, mag nach einem Blick auf die Wetteraussichten bezweifelt werden. Zwar soll es wärmer werden, aber dies könnte dem Naturrasen in Burgbrohl buchstäblich den Rest geben. Trainer Dirk Fengler sieht die Situation fatalistisch: „Es ist wie es ist, wir können es nicht ändern. Wir trainieren ganz normal weiter und hoffen, dass wir nächste Woche in Burgbrohl spielen können.“ Angesichts der Witterung müssen Fußballlehrer besonders kreativ sein, um die Spieler bei Laune zu halten und um unter schwierigen Bedingungen ein sinnvolles Training durchführen zu können. Auch Dirk Fengler griff in die Trickkiste: „Normales Training ist bei den Platzverhältnissen nicht möglich und auch den Spielern macht es natürlich nicht allzuviel Spaß, Abends bei -8 oder -10 Grad zu trainieren. Die Stimmung ist aber trotzdem gut und ich versuche schon, dann mal was anderes zu machen. Gestern haben wir zum Beispiel eine Stunde American Football gespielt und uns richtig ausgetobt.“

Beim Tabellenführer in Salmrohr sieht man die Situation entspannt. Der sportliche Leiter Friedhelm Rach ist vor allem erleichtert, dass der gesamte Spieltag abgesagt wurde. „So gibt es zumindest keine Wettbewerbsverzerrung und wir sind wirklich froh über die Entscheidung des Verbandes. Auch aus sportlichen Gründen kommt uns die Absage entgegen, denn wir haben im Moment sehr viele Verletzte und auf nahezu unbespielbaren Plätzen ist das Verletzungsrisiko nun einmal besonders groß. So können sich unsere Verletzten regenerieren und wir laufen keine Gefahr, dass noch weitere Spieler ausfallen. Letztendlich hatten wir auch in der vergangenen Woche schon überlegt, ob wir das Spiel gegen Karbach absagen sollten. Aus sportlichen Gründen haben wir uns aber entschieden, trotz des Schnees zu spielen.“

Gegner des FSV wäre am kommenden Wochenende der SV Dörbach gewesen, somit fällt eines der heißesten Derbys der Region den Witterungsverhältnissen zum Opfer. In Dörbach kann man es sich angesichts der Tabellensituation nicht erlauben, nun bereits in den ‚Weihnachtsmodus‘ zu schalten. Für Trainer Harry Koch beileibe keine einfache Situation. „Für uns geht es um so viel, da müssen wir einfach die Spannung hochhalten um beim Spiel gegen Koblenz übernächstes Wochenende topfit zu sein. Wir bereiten uns konzentriert auf das Spiel vor und gehen davon aus, dass gespielt werden kann. Wenn es dann doch abgesagt werden sollte, kann man abschalten und in den Urlaub gehen, vorher nicht. Im Moment weichen wir auf eine Soccerhalle aus, Training auf dem Platz ist einfach zu gefährlich.

Foto: Vor allem für die Zuschauer schade: Das Derby zwischen Dörbach und Salmrohr fällt aus.

Ebenso prekär stellt sich die Trainingssituation in Mehring dar. Der Platz auf der Lay wurde von der Gemeinde gesperrt und nun ist die Kreativität von Trainer Wolfgang Hoor gefragt. „Wir hoffen natürlich darauf, dass es noch ein Spiel vor der Winterpause gibt, denn wir sind zur Zeit wirklich gut drauf. Entsprechend versuchen wir auch zu trainieren, aber das ist zur Zeit natürlich schwierig. Wir weichen auf die Soccerhalle in Kenn aus, damit wenigstens etwas mit dem Ball trainiert werden kann. Ansonsten steht Lauftraining auf dem Programm. Eventuell machen wir auch noch ein Tennisturnier, um die Jungs bei Laune zu halten. Die Stimmung in der Mannschaft ist nach dem 9:0-Sieg über Lahnstein natürlich gut und man merkt, dass schon so etwas wie Weihnachtsstimmung vorherrscht. Ob wir am 11. Dezember noch spielen wird man sehen, auf jeden Fall findet dann aber unsere Weihnachtsfeier statt.

Ähnliche Verhältnisse gibt es wenige Kilometer entfernt. An Training war auf dem Kunstrasen am Schweicher Winzerkeller nicht zu denken. Trainer Hans Schneider glaubt kaum, dass es vor der Winterpause noch zu einem Spiel kommen wird. „Wir haben am Mittwoch noch versucht zu trainieren, aber das war auf dem Platz ein Ding der Unmöglichkeit und einfach viel zu gefährlich. Auch das Training am Freitag habe ich abgesagt. Für die Mannschaft ist es gar nicht schlecht, denn der Akku bei einigen ist ziemlich leer. Ich finde es auch absurd, dass die Nachholspiele des vorletzten Spieltags kommenden Mittwoch stattfinden sollen. Letztendlich wäre es für alle besser, wenn wir jetzt in die Winterpause gehen könnten. Die Spannung ist sowieso raus und die Spieler freuen sich auf Weihnachten. Wenn wir aber übernächstes Wochenende wieder spielen sollten, werden wir uns natürlich trotzdem ernsthaft darauf vorbereiten.

Foto: Schweichs Trainer Hans Schneider sehnt die Winterpause herbei.

Auch wenn es Anfang nächster Woche tatsächlich wieder wärmer werden sollte: Die Platzverhältnisse werden sich aller Voraussicht nach nicht wesentlich verbessern. Glück dürften die Mannschaften haben, die auf einen Kunstrasen zurückgreifen können, da dieser gegenüber Tauwetter und Schneematsch wesentlich unempfindlicher ist als Naturrasen. Für Fans wie Spieler ist aber zu hoffen, dass eine Entscheidung, ob gespielt werden kann oder nicht, möglichst frühzeitig getroffen werden wird.

Fotos: Andreas Gniffke (1), Anna Lena Bauer (2+3)

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