SV Mehring und Eintracht Trier planen die Neuauflage

Von Andreas Gniffke und Florian Schlecht

Auch mit einem Tag Abstand sorgt der Nebel-Abbruch im Rheinlandpokal für Gesprächsstoff. Während sich Eintracht-Trainer Roland Seitz über die Wetterlage am kommenden Dienstag Gedanken macht, plant der SV Mehring das Wiederholungsspiel. Entschieden ist bereits, dass der Eintritt von allen Zuschauern neu gezahlt werden muss.

Fahrudin Kuduzovic versuchte, im Nebel den Durchblick zu behalten.

Mittwoch, 11.23 Uhr im Südwesten von Deutschland. Während die Regionalliga-Spieler von Eintracht Trier bei klarer Sicht auf dem Trainingsplatz arbeiteten, hatte sich der Nebel in Mehring nicht gelichtet. „Hier ist es immer noch trüb“, sagte Günter Schlag und lachte. Einen Tag nach dem Nebel-Abbruch im Rheinlandpokal war das Spiel immer noch Gesprächsthema Nummer eins bei beiden Vereinen. Nach 65 Minuten unterbrach Schiedsrichter Christoph Zimmer aus Wittlich das undurchsichtige Pokal-Duell, 2:0 führte die Eintracht durch Tore von Alon Abelski und Ahmet Kulabas zu diesem Zeitpunkt. Doch der Abbruch sorgte auf beiden Seiten für Verständnis.

Tausch eines Heimrechts schnell vom Tisch

Wo ist das Tor? Ahmet Kulabas fand es in der 47. Minute, aber sein Treffer hat im Wiederholungsspiel keine Gültigkeit mehr.

Vom Tisch war eine gute Stunde später auch der Vorschlag der Trierer, das Heimrecht zu tauschen. So kommt es am kommenden Dienstag, 22. November um 19 Uhr, schon wieder zum erneuten Aufeinandertreffen beider Mannschaften, mit 0:0 geht das Duell zwischen David und Goliath dann in die nächste Runde. „Wir wären wesentlich lieber in Trier angetreten, weil wir dort die Sicherheit hätten, das Spiel beenden zu können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ernst Wilhelmi. Eintracht-Trainer Roland Seitz sorgte sich schon vor neuen Nebelschwaden in Mehring, in den 17 Jahren seiner Trainerkarriere hat er einen solchen Abbruch noch nicht erlebt. „Das war höhere Gewalt, daran kann man nichts ändern. Leider gibt uns keiner die Garantie, dass es nächste Woche besser ist.“

Doch das Heimrecht wollte der Rheinlandligist nicht aus der Hand geben. „Daheim haben wir auf unserem alten Kunstrasenplatz eine größere Chance auf eine Überraschung“, betonte Günter Schlag, der 1. Vorsitzende des Vereins. Dicht dran war Mehring schon im ersten Anlauf. 45 Minuten lang verteidigte der Außenseiter engagiert ein 0:0, ein Schuss von Florian Lorenz zischte kurz vor der Pause knapp am Eintracht-Tor vorbei, ehe der Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden die Träume von einer Sensation platzen ließ. Bis die Nebelschwaden immer dichter wurden.

„Die Tickets müssen neu gekauft werden“

Fußball-Fest in Mehring vor 900 Zuschauern: Zum Pokalspiel wurde extra eine Leinwand als Anzeigetafel aufgebaut.

Bürgermeister Jürgen Kollmann gab den Offiziellen des Vereins noch in der zum VIP-Raum umfunktionierten Sporthalle grünes Licht, die Anstrengungen einer erneuten Austragung unterstützen zu wollen. „Die Gemeinde steht hinter uns, die Halle müssen wir so bis Dienstag nicht noch einmal umbauen, wir können alle Tische und Bänke stehen lassen“, atmete Schlag durch. In einem Rekordtempo einigten sich beide Vereine auch auf die Modalitäten zum Ticket-Verkauf für das Wiederholungsspiel. Das Ergebnis: Die Karten der ersten Auflage behalten keine Gültigkeit, „alle Tickets müssen neu gekauft werden“, so Schlag. Preislich bleibt so alles beim Alten. Erwachsene zahlen fünf Euro, Schüler und Studenten 2,50 Euro, Kinder bis einschließlich 14 Jahre genießen freien Eintritt. VIP-Tickets kosten 40 Euro. Bleibt für Mehring noch die Abläufe rund um die Sicherheit zu klären, was erneute Gespräche mit Ordnungsdienst und Polizei betrifft. „Aber das“, glaubt Schlag, „kriegen wir hin“.

Fußball-Fest mit langer Einkaufsliste

Um erneut ein Fußball-Fest auf die Beine zu stellen, das Mehring gegen Trier auch im Nebel gefeiert hat. Vor dem Spiel hielt Weinkönigin Stefanie I. eine Ansprache, Günter Schlag saß mit zwei Fanschals um den Hals auf der Tribüne, einer vom SV Mehring, einer von Eintracht Trier, wo er im Aufsichtsrat sitzt. Extra wurde eine Leinwand als Anzeigetafel aufgebaut, es wurden 1000 Bratwürste bestellt, wo im normalen Liga-Alltag nur 120 Würste auf der Einkaufsliste stehen. 100 ehrenamtliche Helfer aus dem Verein unterstützten hinter den Kulissen des Pokalspiels. Auf sie kann Mehring am Dienstag wohl wieder zurückgreifen.

Eintracht Trier konzentriert sich vor dem Wiedersehen zunächst auf die Regionalliga, wo gegen den Wuppertaler SV (Samstag, 14 Uhr) ein Sieg her soll, um den Acht-Punkte-Rückstand zu den Sportfreunden Lotte zu verringern. „Für mich ist es kein Endspiel, aber jedes Spiel ist nun wichtig, weil wir Lotte hinterherlaufen“, so Seitz. Günter Schlag wird den Trierern dann die Daumen drücken. Und anschließend im Pokal wieder Mehring. Nach ersten, vagen Wettervorhersagen sieht es gut aus, dass es dann zu keinem Abbruch kommt. Für Dienstagabend ist an der Lay nur ein bewölkter Himmel angekündigt. Nebelschwaden sollen erst gegen Nacht wieder aufkommen.

++++++Rheinlandpokal in Kürze+++++

Einlass um 17.45 Uhr, gleiche Preise: Die Modalitäten mit den Karten sind für die Neuauflage des abgebrochenen Pokalspiels bereits geklärt. Alte Tickets behalten keine Gültigkeit, alle Karten müssen neu gekauft werden. Der Eintritt beträgt fünf Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Schüler und Studenten. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre haben freien Eintritt. VIP-Karten (mit Sektempfang und Essen) gibt es für 40 Euro.

Asma und Mvondo angeschlagen – Tolgay Asma und Olivier Mvondo pausierten am Mittwoch beim Training wegen Zeh-Problemen. Während Asma einen Haarriss am kleinen Zeh hat, plagt Mvondo eine Prellung am großen Zeh. Thomas Drescher trainierte hingegen wieder mit, er litt zuletzt an Rückenbeschwerden. „Ihn in Mehring nicht spielen zu lassen, war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, so Trainer Seitz.

Klare Auslegung – Auch für Erich Schneider war der Abbruch von Mehring korrekt. Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Fußballverbands Rheinland benannte noch einmal klar die Regel bei Nebel: „Man muss vom einen Tor zum anderen gucken können. Es gab auch mal die Regelung, dass der Blick von der Mittellinie bis zu den Toren reicht. Aber theoretisch kann ein Torwart dann mit einem Abschlag ein Tor erzielen, wenn der andere Torhüter ihn nicht sieht.“ Was die Spielwertung angeht, entscheidet nach einem solchen Abbruch immer die Spruchkammer. „Wird das Spiel in der 90. Minute abgebrochen beim Stand von 5:0, würde es wahrscheinlich als ausgetragen gewertet werden. Aber ab der 65. Minute kann noch eine Menge passieren.“

+++++Gewinnspiel+++++

Schon am kommenden Samstag steht für Eintracht Trier wieder der Regionalliga-Alltag bevor. 5vier.de verlost dafür wieder Karten. Für das Heimspiel gegen den Wuppertaler SV am Samstag, 19. November um 14 Uhr, gibt es bei uns VIP-Karten, Steh- und Sitzplatz-Tickets zu gewinnen. Hier geht es zum Gewinnspiel. 

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Kommentare (1)

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  1. Schweizer sagt:

    ja so sans, die Geldsäcke…

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