Regionalliga West: Wundertüte in der Rückrunde – Statistik

Die Regionalliga West erwacht langsam, aber sicher, aus dem Winterschlaf. Während noch eine Unmenge an Partien nachzuholen sind, wurden viele Mannschaften auf dem Transfermarkt tätig. 5vier.de-Redakteur Martin Köbler hat recherchiert!

Auch, wenn das tabellarische Bild der Regionalliga West durch den heftigen Wintereinbruch Anfang Dezember einen klareren Blick auf die nackten Tatsachen des Zahlenwerks verstellt, so lässt sich beim ersten Anblick doch schon eines festhalten: entschieden ist für keinen Verein noch nichts. Der aktuelle Tabellensiebte, 1. FC Köln II, könnte durch seine beiden Nachholspiele punktemäßig fast zum aktuellen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach II aufschließen – doch was würde das nützen, wenn auch Preußen Münster sein Nachholspiel gegen Verl gewänne oder die Trierer Eintracht ebenfalls gegen den Sportklub von der Poststrasse und den 1. FC Kaiserslautern II mit der Maximalausbeute von sechs Punkten aus den beiden Partien geht? Was wäre mit Lotte? Und Kaiserslautern? Dortmund?

Die gleiche Problematik bietet sich auch am Tabellenende – dort, wo Arminia Bielefeld II die rote Laterne inne hat, punktgleich mit Bayer Leverkusen II, allerdings mit einer Partie mehr. Der FC Homburg – ein Punkt Rückstand auf die Reserve der Fortuna aus Düsseldorf hört sich nicht schlecht an, doch der Anschluss zum Mittelfeld ist längst verloren (neun Punkte Rückstand auf den Elften Verl, die ein Spiel weniger absolviert haben). Doch was wäre, wenn eben jenes Nachholspiel verloren ginge?

Hätte, könnte, wäre, wenn – die Rückrunde der Regionalliga, sie könnte unter dem aktuell sich darbietenden Tableau einer Wundertüte gleich kommen. Sage und schreibe fünfundzwanzig Nachholspiele müssen in den nächsten Wochen noch absolviert werden, ehe etwas mehr Klarheit im Klassement herrscht. Daher halten wir uns zunächst an die harten Fakten – was ist bisher passiert?

Foto: Gängiges Bild vor Weihnachten in der Regionalliga – 25 Partien fielen den Witterungsbedingungen bisher zum Opfer.

DIE WICHTIGSTEN TRANSFERS IN DER WINTERPAUSE

Spielerwechsel unter dem Weihnachtsbaum sind im Fußballsport in etwa so sicher wie das Amen in der Kirche – auch in der Regionalliga West machen die Vereine hiervor nicht halt. Dabei können einmal mehr die Sportfreunde aus Lotte den bekanntesten Neuzugang vermelden: der 23-jährigen ehemaligen Bundesligaspieler Sebastian Reinert (damals 1. FC Kaiserslautern) schnürt von nun an die Schuhe im Osnabrücker Vorland. Zudem wird aktuell der 19jährige Offensiv-Allrounder Cihan Özkara vom Drittligisten Rot-Weiß Ahlen getestet. Die Tendenz am Lotter Kreuz ist also klar – man will in der Rückrunde mit aller Macht nach der Dritten Liga streben.

Eben dahin wollen auch die Preußen aus Münster – doch neben den bereits während der Saison verpflichteten Hüzeyfe Dogan und dem Ex-Koblenzer Dominique Ndjeng sieht Trainer Marc Fascher momentan keine Veranlassung, auf dem Transfermarkt tätig zu werden.

Auch in der Verfolgergruppe hat sich einiges getan – Eintracht Trier konnte mit Fahrudin Kuduzovic (5vier.de berichtete) seine Offensive verstärken, während Borussia Dortmund II den Abgang von Yasin Öztekin zum türkischen Erstligisten Genclerbirligi beklagen muss. Auch in Elversberg haben zwei namhafte Spieler dem Verein den Rücken gekehrt: Mustapha Faysal El Idrissi zieht es sprichwörtlich in die „Wüste“ nach Dubai zum dortigen Zweitligisten Al Fujairah. Denis Omerbegovic zieht es ebenfalls in die zweite Liga – doch sein neuer Verein hat im Gegensatz zu seinem alten Teamkollegen einen klangvolleren Namen, unterschrieb er doch einen neuen Vertrag beim Karlsruher SC. Während sich der FC 08 Homburg mit dem Ex-Saarbrücker Nico Weißmann verstärkte, konnte unlängst Ulf Kirsten seinen Wunschstürmer Marc Sand (22, Österreich)  an den Rhein zu Bayer Leverkusen II locken.

Foto: Auswärtsfans (wie hier die von Eintracht Trier in Leverkusen) gibt es weiß Gott nicht bei jedem Spiel zu bestaunen…

ZUSCHAUERZAHLEN RÜCKLÄUFIG

Rot-Weiß Essen, 1. FC Saarbrücken – die beiden Zuschauergaranten (knapp 6.000 im Schnitt an der Hafenstraße, etwa 4.800 im Ludwigspark) des Vorjahres sind nicht mehr vorhanden. Während Europas Kulturhauptstädter momentan um den Wiederaufstieg in die Viertklassigkeit kämpfen, steckt der selbsternannte saarländische Leuchtturm im Abstiegskampf der Dritten Liga fest. Wie dem auch sei, das Fehlen dieser beiden Traditionsvereine macht sich deutlich bemerkbar – und zwar im negativen Sinne.

Der Zuschauerschnitt liegt mit Ach und Krach momentan bei 950 Zuschauern – Schlusslicht unter allen drei Regionalligen und Folge von zehn Zweitvertretungen in der „West“. Gerade einmal 270 Zuschauer wollen durchschnittlich Bayer Leverkusen II oder Fortuna Düsseldorf II sehen – einige Duelle der Kreisliga B in der Region ziehen mehr Zuschauer auf die lokalen Sportplätze.

DIE TOP-TORJÄGER

Die Torgefahr in der Regionalliga West, sie hat momentan nicht ein, sondern drei Gesichter: Petar Sliskovic, Alban Meha, Daniel Ginczek. Diese drei sind die einzigen, die bereits zweistellig ins Netz des Gegners getroffen haben. Besonders die Quote Sliskovics (FSV Mainz 05 II) ist beeindruckend: für seine zwölf Treffer brauchte er nur 15 Spiele.

Während Daniel Ginczek (10 Treffer, Borussia Dortmund II) besonders in der ersten Hälfte der Hinrunde für Torgefahr sorgte, kann Alban Meha (Eintracht Trier) auf eine mehr oder minder gleichmäßige Verteilung seiner Bilanz blicken. Besonders auffallend: sechs seiner bislang elf erzielten Tore waren Führungstreffer seiner Mannschaft – dies macht deutlich, welchen enormen Anteil er an der wiedererstarkten Eintracht hat.

Fotos: Anna Lena Bauer, Andreas Maldener

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Kommentare (1)

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  1. Triererjung sagt:

    Da gibt et nur eins: Raus aus der KACK-Liga!!!

    Dat Jahr muss et sein! Da geht wat!

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