Schlüsselspiel am „Betze“? Eintracht Trier trifft auf den FCK

Gastspiel bei den "Roten Teufeln"

Von Niklas Stilz

Etwas ernüchtert blickten die Eintracht-Kicker nach dem Schlusspfiff gen Anzeigetafel des Moselstadions. Viel hatte man sich vorgenommen, am Ende gab es nur ein Unentschieden. Lange darf das ernüchternde 1:1 gegen Aufsteiger Zweibrücken aber nicht im Gedächtnis verweilen – bereits am Freitagabend steht nämlich schon das nächste Highlight an. Unter Flutlicht geht es dann auf dem gefürchteten pfälzer Betzenberg gegen die Zweitvertretung des 1.FC Kaiserslautern wieder um drei Punkte. Für die Ex-Lauterer Christoph Buchner und Chris Keilmann ist es ein ganz besonderes Spiel.

Eintracht Trier - Kaiserslautern II
Im Duell mit den Ex-Kollegen: Eintracht-Abwehrspieler Christoph Buchner spielte ein Jahr am Betzenberg

Ein Punkt zum Start ist zwar besser als in den Vorjahren, aber so richtig freuen konnte sich im Lager der Eintracht nach dem Spiel gegen den SVN Zweibrücken dann doch keiner. Zu sehr haderte man mit den schlechten Platzverhältnissen und dem verschossenen Elfmeter von Marco Quotschalla in der Nachspielzeit.  Dass es am Freitagabend deshalb einer klaren Leistungssteigerung bedarf, ist klar. Nicht zuletzt weil der Gegner aus Kaiserslautern sein Spiel am vergangenen Wochenende mit 2:0 beim Aufsteiger Neckarelz gewinnen konnte und sich nur noch vier Punkte hinter den Gästen von der Mosel befindet.

Weil auch die Trierer Konkurrenten um die Relegationsplätze dreistellig punkteten, scheint ein Sieg Pflicht zu sein. „Wir sind schon enttäuscht über das Unentschieden vom vergangenen Wochenende, da hatten wir uns eigentlich deutlich mehr vorgenommen. Deshalb wollen wir am Freitag auch unbedingt gewinnen – wenn das in Kaiserslautern auch sehr schwer wird“, äußerte sich Triers Innenverteidiger und Ex-Lauterer Christoph Buchner über Atmospähre und Ziele der Mannschaft. Eintracht-Keeper Chris Keilmann schwört hingegen auf die gute Stimmung im Team: „Das Klima in der Mannschaft ist trotz der Niederlage super, wir sind eine wirklich gute Truppe. Da macht keiner irgendjemand einen Vorwuf.“

Das Spiel am Wochenende ist für den 21-Jährigen etwas ganz besonderes. 13 Jahre hat der gebürtige Heppenheimer in der Pfalz gespielt, dabei die berühmte Torwartschule von Gerry Ehrmann durchlaufen, aus der auch Roman Weidenfeller, Tim Wiese, Kevin Trapp und Florian Fromlowitz stammen. „Es ist natürlich sehr schön wieder da zu sein und gegen die früheren Kollegen zu spielen. Trotzdem möchte ich unbedingt gewinnen“, zeigt Keilmann dennoch wenig Erbarmen mit dem alten Verein.

Großer Name und Top-Bedingungen

Mainz II - Eintracht Trier
13 Jahre Kaiserslautern. Inzwischen ist Chris Keilmann die Nummer 1 bei Eintracht Trier.

Und dessen Name steht für Tradition. Wenn es für die Eintracht auch „nur“ gegen die U23 des FCK geht, der Mythos Kaiserslautern schwingt immer mit. „Das ist natürlich ein Riesenverein, da hat selbst die zweite Mannschaft absolute Top-Bedingungen. Auch die Jugendarbeit ist hervorragend“, weiß Christoph Buchner aus seiner Zeit bei den „Roten Teufeln“.

Und die nutzt Trainer Konrad Fünfstück aus, um immer wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Das junge Team spielt dabei eine sehr überzeugende Saison, besonders auf die Stürmer Jan-Lucas Dorow und Sebastian Jacob gilt es zu achten. Die beiden 20-Jährigen haben zusammen 22 Scorerpunkte erzielt. Auch auf Mittelfeldspieler Mario Pokar sollte die Eintrach-Defensive ein Auge haben. Der 24-jährige ist der Fixpunkt im Spiel der Lauterer und führt die teaminterne Scorerliste mit zehn Toren und sieben Vorlagen an, weshalb er als Belohnung auch mit den Profis ins Trainingslager fahren durfte.

Auch auf die Nezugänge der Gastgeber gilt es zu achten. Von Drittligist Elversberg kam der erfahrene „Sechser“ Thorsten Reiß, der der jungen FCK-Mannschaft Halt und Stabilität verleihen soll. Mit Christopher Kracun stieß zudem ein weiterer flexibler Offensivakteur hinzu, der den abgewanderten Ricky Pinheiro ersetzen soll. Beide kamen beim Sieg in Neckarelz bereits für die Lauterer zum Einsatz.

Bundesliga-Feeling und leere Tribünen

Eintracht Trier - SVN Zweibruecken
Am Freitag wollen sie jubeln: Eintracht Trier zu Gast beim 1.FC Kaiserslautern II

Neben den sportlichen Aspekten, gibt ein ganz besonderer Umstand Anlass zur Freude auf die Partie in Kaiserslautern. Wie üblich wird die Regionalligapartie aus Sicherheitsgründen nämlich im traditionsträchtigen Fritz-Walter-Stadion stattfinden. „Das ist schon ein Highlight und was besonderes in so einem Stadion zu spielen, auch wenn natürlich nicht so viele Zuschauer kommen werden und die Atmosphäre deshalb nicht ganz so gut ist. Aber ich hoffe natürlich, dass uns einige hundert Fans begleiten werden“, freut sich Christoph Buchner auf die Partie auf dem Betzenberg. Auch sein Kollege Chris Keilmann kann den Auftritt in der WM-Arena: „Es ist schon geil im Fritz-Walter-Stadion zu spielen. So ein bisschen ist es ein Kindheitstraum irgendwann mal vor vollem Haus aufzulaufen.“

Vom Torhüter gab es außerdem noch eine klare Kampfansage an den früheren Klub: „Wir wollen gewinnen und uns durch den Dreier wieder von Kaiserslautern absetzen.“ Dafür muss es aber anders laufen als im Hinspiel. Vor heimischer Kulisse kam die Eintracht im August nicht über ein 0:0 hinaus. Damals gab es Torchancen en masse, Treffer wollten aber einfach nicht fallen. Bleibt die Hoffnung, dass es am Freitag etwas besser klappt…

+++Eintracht in Kürze+++

Rheinlandpokal: Der Gegner stand ja schon fest, jetzt ist das Spiel auch terminiert. Am 02.April trifft das Team von Trainer Roland Seitz dabei im Stadion Oberwerth auf die TuS Koblenz. Anpfiff der Partie ist um 19 Uhr, Infos zum Ticketverkauf werden rechtzeitig bekannt gegeben.

5vier-TV: Wer unser Video vom letzten Spiel gegen den SVN Zweibrücken nocht nicht gesehen hat, sollte das hier schnellstmöglich tun..

Lage der Liga: Wie die Konkurrenten der Eintracht sich am letzten Wochenende geschlagen haben, wer unten drin steht und wer vielleicht nochmal oben angreifen möchte, erfahrt ihr in der Übersicht zur Lage der Liga.

 

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