Silvesterlauf: Deutsche Siege an der Moselcabana

Harrer und Tesfaye feiern Siege

Von Stephen Weber

Das São Paulo der Mosel war am Tag des Jahreswechsels fest in deutscher Hand. Beim 24. Silvesterlauf der Stadt Trier verteidigte bei den Damen Corinna Harrer ihren Vorjahressieg souverän. Bei den Herren feierte der deutsche Homiyu Tesfaye einen Überraschungserfolg. Er ist der erste deutsche Sieger seit 1996.

Über 10 000 Zuschauer lockte der 24. Silvesterlauf in die älteste Fußgängerzone Deutschlands. Zwischen Bratwurstbuden, Konfettiregen und buntgekleideten Leichtathleten stimmten sich die Moselstädter auf das anstehende Silvesterfeuerwerk ein. Über 2000 Sportler meldeten sich dieses Jahr für den Langstreckenlauf durch die Trierer Innenstadt an, unter ihnen auch Spitzensportler der Leihathletik.

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Corinna Harrer (m.) war auch in diesem Jahr die Schnellste (Archiv-Foto)

Pünktlich um 15 Uhr ertönte der Startschuss für den fünf Kilometer Elite-Lauf der Frauen. 15 Minuten und 51.6 Sekunden später stand eine erschöpfte, aber freudestrahlende Corinna Harrer im Zielbereich. Der Vorjahressiegerin gelang es, ihren Titel gegen die geballte Konkurrenz souverän zu verteidigen: „Für mich war es heute richtig gut, einfach mal wieder zu laufen. Ich habe mich frisch gefühlt, war aber trotzdem überrascht, dass es im Endeffekt so glatt lief“, strahlte die glückliche Siegerin. Von Beginn an führte sie das Feld der Läuferinnen an – eine Tatsache, die die 22-Jährige selbst ein wenig überraschte: „Eigentlich wollte ich nicht so viel Druck machen, aber ich habe früh gemerkt, dass meine Konkurrentinnen etwas schwerfällig liefen. Es war ein echt gutes Rennen.“ Zweite wurde die gebürtige Äthiopierin Eleni Gebrehiwot (16:07.9), dritte die Kenianerin Cynthia Kosgei (16:16.4). Die Siegerin von 1996, Irina Mikitenko, lief als Achte im Zielbereich ein. Sie plädierte bei der anschließenden Siegerehrung nach dem unangefochtenen Erfolg von Harrer schmunzelnd für eine Regeländerung: „Im Nächsten Jahr soll bitte die Strecke verdoppelt werden. Dann hätte ich auch mal wieder eine Chance.“

Erster deutscher Sieger seit 1996

(Silvesterlauf 2012. Foto: Silvesterlauf Trier)

(Archiv-Foto: Silvesterlauf Trier)

Eine kleine Überraschung ereignete sich bei den Herren. Homiyu Tesfaye, Neunter im Vorjahr, setzte sich gegen der internationalen Konkurrenz durch. Früh bildete sich beim Bitburger-Lauf der Asse über acht Kilometer eine vierköpfige Spitzengruppe heraus. Neben Tesfaye taktierten Thomas Ayeko, Dame Tesame und Korir Evans um den Sieg in der Moselstadt. Nachdem Evans zurückfiel und das Trio in die finale Runde abbog, war klar, dass Mitteldistanzläufer Tesfaye im Schlusssprint die besten Karten haben werde – und so kam es auch. Der 20-Jährige setzte sich im Schlussspurt mit einer Zeit von 22:38.3 durch. Entsprechend selbstbewusst kommentierte der erste deutsche Sieger seit 1996 seinen Sieg im Anschluss an das Rennen: „Ich wusste, dass ich die ersten Runden einfach nur dranbleiben muss und dass ich wohl auf die letzten Meter die größten Reserven habe werde. So kam es dann auch. Es war einfach nur cool.“ Der Sportsoldat ist erst der dritte deutsche Sieger bei den Herren in der Historie des Trierer Silvesterlaufes. Zweiter wurde der aus Uganda stammende Ayeko (22:38.5), dritter der Äthiopier Tasame (22.38.3). Der Vize-Europameister 2010 über 1500 Meter und Geburtstagskind Carsten Schlangen lief in der Verfolgergruppe im Zielbereich ein und war nicht gänzlich zufrieden mit seiner Leistung an diesem Tag: „Ich hab mein volles Level leider nicht ganz erreicht, die Kraft hat ein wenig gefehlt. Zum Glück ist noch genug Zeit bis zum Saisonhöhepunkt im Sommer.“

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