Spielbank Trier: glanzvolle Vergangenheit, fragile Zukunft

Wie steht es um die Zukunft der klassischen Spielbank?

Trier. Mitten im Moseltal liegt die historische Römerstadt Trier. Die Gründung der rheinland-pfälzischen Stadt geht auf die Römer zurück, Trier selbst wird als älteste Siedlung in Deutschland bezeichnet. Im Vergleich zur rund 2000 Jahre alten Historie der Moselstadt ist die Geschichte der Spielbank Trier noch sehr jung. Erst 1983 erhielt die Stadt eine Konzession für die Eröffnung einer Spielbank. Sie ist heute in einem glamourösen Hotel beheimatet. Der Glanz der ersten Jahrzehnte scheint indes verflogen, vage Hoffnungen setzen die Betreiber auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag.

Spielbank: nur in Abendgarderobe

Ein schicker Anzug, ein elegantes Abendkleid – so sah die Garderobe der Besucher der Spielbank Trier noch vor einigen Jahren aus. Der Besuch des landeseigenen Spielcasinos war für viele Gäste ein besonderer Anlass. Die strenge Kleiderordnung vergangener Tage forderte eine feine Kleidung. Dieses mondäne Flair hat das Spielhaus längst verloren. Ein Schicksal, das man nicht nur in Trier, sondern bundesweit sieht. Der Besuch einer Spielbank ist gewöhnlich geworden, die Besucher weniger betucht.

Es ist eine andere Klientel, die in der heutigen Zeit zur Spielbank geht. Sie ist jünger, nicht mehr so risikofreudig – und nicht im schicken Anzug oder eleganten Abendkleid unterwegs. Die Kleiderordnung wurde schon vor Jahren gelockert, zu legere darf es in der Spielbank Trier dennoch nicht sein. Gäste, die am Pokertisch Platz nehmen, müssen ansprechend gekleidet sein. Gleiches gilt für Spieler beim Roulette und Black Jack. Nicht so streng wird es bei den Automatenspielern gesehen. Seit einigen Jahren hat das Automatenspiel auch in Trier Einzug gehalten, über 80 Maschinen stehen zur Verfügung.

Große Konkurrenz, strengere Regeln

Das Glücksspiel in Deutschland ist zur Massenware geworden. Früher war es noch ein besonderer Anlass, ins Casino Trier zu gehen. Heutzutage finden Spieler in allen größeren Städten an jeder Ecke eine Spielhalle, in jedem Imbiss einen Spielautomaten. In der Spielbank Trier macht sich das nicht nur an der gelockerten Kleiderordnung bemerkbar. Früher konnten die Mitarbeiter an den Tischen vom Trinkgeld gut leben, der Lohn war gering. Heute ist das undenkbar, die Angestellten der Spielbank Trier erhalten wie die Kollegen in Mainz und Bad Ems einen Lohn nach Tarif.

Die Gründe für den bundesweiten Umsatzrückgang macht man bei der Spielbank Trier am veränderten Spielverhalten der Gäste fest. Aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Automatenspiel sehen sie kritisch. Welche Folgen der neue Glücksspielstaatsvertrag für die landeseigenen Casinos in Rheinland-Pfalz (welche von privaten Gesellschaften betrieben werden) haben wird, steht derzeit noch in den Sternen. Die Hoffnung ist vorhanden, zumindest ein wenig an die elegante Vergangenheit der 80er und 90er Jahre anzuknüpfen.

Die größte Konkurrenz ist das Internet

Mitte 2017 werden Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten. In vielen Bundesländern wird sich die Zahl der privaten Spielcasinos deutlich reduzieren. Der Arbeitskreises gegen Spielsucht schätzt, dass es ungefähr 14950 Spielhallenkonzessionen an 9206 Standorte in Deutschland gibt. Rund ein Drittel, in Großstädten wie Berlin sogar die Hälfte dieser Konzessionen könnten mit der Änderung entfallen. Die Betreiber erhalten keine Lizenz und müssen schließen. Nicht nur die Spielbank in Trier erhofft sich dadurch mehr Gäste in ihrem Casino. Wenn die Auswahl an Spielhallen kleiner ist, könnte die Zahl der Gäste steigen. Eine logische Konsequenz, die jedoch durch das Internet umgekehrt werden könnte.

Ein Ziel des Glücksspielstaatsvertrages ist der Spielerschutz, doch dieses Ziel könnte mit der Änderung verfehlt werden. Schon heute spielen immer mehr Menschen im Internet in Online Casinos und Spielotheken. Das Geschäft im World Wide Web ist lukrativ – und oftmals auch völlig frei von Gesetzen zum Spielerschutz. Kritiker des Glücksspielstaatsvertrages vermuten, dass viele Spieler in die Illegalität abrutschen. Auf der Suche nach ihrem Glück werden sie nicht in die Spielbanken getrieben, sondern ins Online Spielcasino. Die Verantwortlichen der niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen sehen das anders. Sie glauben, dass es vor allem die Atmosphäre am Automaten ist, die viele Spieler in die Spielhallen und Casinos treibt. Wäre das so, dann dürfte in der Spielbank Trier bald wieder mehr Betrieb herrschen.

Kommentare (1)

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  1. Fritz Lang sagt:

    In Ihrem Artikel ist fälschlicherweise mehrfach von der
    landeseigenen Spielbank die Rede. Es gibt in Rheinland-Pfalz
    keine staatlichen Casinos. Die Spielbank Trier ist zwar
    staatlich konzessioniert, wird aber wie die fünf anderen
    Spielbanken im Land von privaten Gesellschaften betrieben.

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