Stadtmuseum erhält Gemälde aus dem Nachlass von Peter Krisam

83 Ölgemälde werden bald im Simeonstift zu sehen sein

Das Stadtmuseum Simeonstift erhält 83 Ölgemälde aus dem Nachlass des Malers Peter Krisam. Stifter der Schenkung sind die Eheleute Hanno und Hedi Krisam, sowie deren Sohn Guido, Enkel des 1985 verstorbenen Künstlers. Am 11. März hält Hanno Krisam um 19:00 Uhr einen Vortrag über Werk und Leben von Peter Krisam.

Als „Trierer Maler“ ist Peter Krisam scheinbar unauslöschlich im künstlerischen Gedächtnis der Stadt verankert: Seine Stadt- und Landschaftsansichten, Porträts und Architekturstudien hängen nicht nur in Museen, Galerien und Amtszimmern, sondern haben ihren Weg auch in zahlreiche Privatsammlungen gefunden. Die Werke sind in ihrer expressiven Farbigkeit und kompositorischen Dichte nicht nur Zeugnis einer unerschöpflichen Arbeitsfreude, sondern auch Momentaufnahmen eines Stadtbildes, dem seit den 1960er-Jahren vieles unwiederbringlich verloren gegangen ist. Vielen Trierern ist der 1985 verstorbene Künstler bis heute ein Begriff, seine Werke fanden als Reproduktionen und Kalenderblätter Absatz.

Peter Krisam wurde 1901 in Klüsserath (Mosel) geboren. In früher Kindheit siedelte er mit seiner Familie nach Trier über – in jene Stadt, der er Zeit seines Lebens eng verbunden bleiben sollte. Sein künstlerischer Werdegang führte ihn zunächst nach Luxemburg, wo er während seiner Lehre zum Anstreicher den grundlegenden Umgang mit Farbe lernte, der prägend für sein späteres Werk werden sollte. In München, wo er ab dem Jahr 1924 die Kunstgewerbeschule besuchte, erhielt er neben künstlerischen auch politische Impulse: Das liberale, freigeistige Klima in München-Schwabing war bestimmt von den Idealen der Münchener Räterepublik, die zu diesem Zeitpunkt erst fünf Jahre zurücklag. Nach Stationen in Köln und Paris trat Peter Krisam 1946 seinen Dienst als Dozent an der Werkkunstschule Trier an und prägte in dieser Funktion über zwei Jahrzehnte Generationen von Trierer Malern.

1981 drückte die Stadt Trier mit der Vergabe des Ramboux-Preises für sein Lebenswerk Peter Krisam ihre Anerkennung aus. Heute sind seine Werke in der Dauerausstellung des Stadtmuseums vertreten und waren wiederholt in wechselnden Sonderausstellungen präsentiert.

Mit der Schenkung aus dem Besitz von Hanno, Hedi und Guido Krisam gehen 83 Ölgemälde Peter Krisams in den Besitz des Museums über. „Diese Schenkung ist eine enorme Bereicherung für die Sammlung des Museums“, erklärt Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift. „Die Werke erlauben eine zusammenhängende Betrachtung dieses vielseitigen künstlerischen Lebenswerks, das weit über die jahrelange, verkürzte Wahrnehmung als ‚Trierer Maler‘ hinausreicht.“

Am Dienstag, 11. März, hält Hanno Krisam im Stadtmuseum Simeonstift einen Vortrag über den Nachlass seines Vaters. An vielen Bildbeispielen erläutert er die künstlerische Handschrift Peter Krisams und verbindet diese mit dem Lebensweg des Künstlers. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt beträgt € 6,-.

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