Studijobs: Der finanzielle Drahtseilakt

Wer studieren will und sich selbst finanzieren muss hat es in Zeiten der BAMA Studiengänge schwer. 5vier schaut den Studenten in den Geldbeutel.

Foto: {link url=“http://larseggers.artworkfolio.com/“}Lars Eggers{/link}

Bachelor und Master Studenten haben es deutlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt als die ehemaligen Magister und Lehramtsstudenten. Arbeitgeber beschweren sich über die schlechte Vorbereitung der Studenten auf den Arbeitsmarkt und das deutlich verminderte Fachwissen.

„Die letzten Bewerber aus den BAMA Studiengängen zeigten keinerlei Fähigkeiten im geschäftlichen Bereich. Sie muteten eher wie Schüler an“, beschwert sich der Direktor einer Kölner Werbeagentur, „Das ist eine deutliche Folge davon, dass viele Studenten nicht mehr arbeiten und ihr Studium komplett finanziert bekommen.“ Diese Meinung teilen viele Unternehmen – und verwechseln damit häufig Ursache und Wirkung.

Tatsache ist, dass BAMA Studenten weniger Zeit haben während des Studiums „echte“ Arbeitserfahrung zu sammeln. Volle Stundenpläne und in die vorlesungsfreie Zeit fallende Klausurtermine machen es den Studierenden oft unmöglich die Jobs anzunehmen, die spätere Arbeitgeber als Berufserfahrung werten. Dennoch arbeiten laut Angaben des Deutschen Studentenwerkes (DSW) mehr als zwei Drittel aller BAMA Studenten neben dem Studium – die wenigsten, weil sie wollen, sondern weil sie müssen.

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Diese Doppelbelastung hinterlässt häufig seine Spuren. Eine Befragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergab, dass praktisch alle Bachelor- Masterstudenten über Stress und Zeitdruck durch die verdichteten Studienpläne im neuen Studiensystem klagen.

Häufig bleiben nur Jobs, die außerhalb der Studienzeiten stattfinden – hierdurch gewinnen Lokale, Tankstellen und andere Nachtschichtbetriebe zwar einen großen Bewerberpool, andere Geschäfte, die während der Unizeiten geöffnet haben, klagen aber über das Wegfallen der studentischen Hilfskräfte. Mehr als einen Tag können die meisten Studierenden nicht arbeiten, das heißt die Arbeitgeber müssen immer wieder Kompromisse bei den Arbeitsplänen eingehen. Spätestens, wenn es dann in die Klausurzeit geht, fallen die Studenten oft gänzlich weg.

„Wir stellen derzeit keine Studenten mehr ein“, erklärt der Geschäftsführer eines Trierer Bekleidungsgeschäftes, „Der Kosten-Nutzen-Faktor ist einfach nicht mehr gegeben.“ Was kann man da als Studierender noch tun?

„Um Job und Studium unter einen Hut zu bringen, sollte man realistisch planen“, so Stefan Grob vom DSW in einem Interview auf der zweiten Nationalen Bologna-Konferenz, „Der häufigste Fehler ist, dass Studenten irgendwann feststellen, dass das Geld knapp ist und einfach losjobben. Besser ist es, zu Beginn des Studiums einen Finanzierungsplan aufzustellen.“ Dadurch können die Studierenden von Anfang an sehen, wie viel Geld sie zum Leben brauchen, und wo es herkommt. Das Studentenwerk berät hier auch bei Fragen und Nöten.

Auf jeden Fall sollte man immer alle Einnahmequellen abchecken: BAföG, Stiftungen und zunehmend auch Stipendien sind für viele Studenten eine willkommene Finanzspritze. Reichen tut dies aber nur selten. Mit ständig steigenden Lebenshaltungskosten müssen die meisten Studenten auf Zuschüsse ihrer Eltern und/oder einen Job zurückgreifen.

Der BAMA Studiengang mit seinen festen Stundenplänen und vollen Tagen macht das Jobben schwer. Das ist eine Tatsache. Die Studenten lassen sich davon aber nicht abhalten und werden kreativ. Sie gründen Geschäfte, arbeiten über das Internet, gehen in den Semesterferien ins Ausland jobben oder suchen sich einen ungewöhnlichen Job.

5vier wird euch in den nächsten Wochen Studenten vorstellen, die ihren Weg in die Arbeitswelt gefunden haben.

 

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