SVE: Feuriges Derby und viel Arbeit für die Polizei

Es war viel Feuer in der Partie zwischen der Trierer Eintracht und TuS Koblenz am gestrigen Freitag. Allerdings hauptsächlich auf den Rängen, denn während sich beide Mannschaften vor allem in der ersten Hälfte einen weitgehend müden Kick lieferten, war die Stimmung unter den rivalisierenden Fangruppen angeheizt. Entsprechend viel hatten Polizei und Ordnungskräfte während und vor allem vor der Partie zu tun.

Bereits im Hinspiel in Koblenz wurde von beiden Seiten Pyrotechnik gezündet und die Vereine bestraft (Foto: Holger Görgen)

Verkehrte Welt während der ersten Halbzeit im Moselstadion. Kaum Anfeuerung und Fangesänge für die Eintracht, die Fans aus Koblenz gaben klar den Ton an. Kein Wunder, fehlten doch die sonst so lautstarken Ultras der Eintracht, die erst zur zweiten Hälfte den Block betraten. Grund hierfür waren wohl Vorkommnisse vor der Partie, denn in der Stadt war es zu mehreren Scharmützeln zwischen den Fangruppen gekommen, in deren Folge laut Polizeibericht etwa 50 Anhänger aus Trier von der Polizei festgehalten wurden. Wie die Polizei meldet, „wurden zehn Personen zur Verhinderung von Straftaten zeitweise in Gewahrsam genommen. Bei der Kontrolle wurden unter anderem Sturmhauben sowie am Kontrollort weggeworfene pyrotechnische Gegenstände sichergestellt.“

Erstaunlich viel Pyrotechnik gelangte ins Moselstadion (Symbolfoto Andreas Gniffke)

Dennoch gelangte noch genug Pyrotechnik ins Stadion. Bereits in der ersten Hälfte hatten Koblenzer Fans ihrem Verein mit einem Böllerwurf einen Bärendienst erwiesen, ein Tatverdächtiger wurde bereits wenig später abgeführt. Sollte sich der Verdacht erhärten, dürfte dieser sich die Spiele seiner Mannschaft in Zukunft vor den Stadiontoren anhören. Zu Beginn der zweiten Hälfte gaben dann die Trierer Anhänger den Startschuss für eine umfassende „Pyroshow“. Auf der Gegengerade wurden Bengalos gezündet und die Antwort in der Gästekurve ließ nicht lange auf sich warten. Neben dem mittlerweile üblichen aber immer noch verbotenen Abbrennen von Bengalos wurden aus dem Koblenzer Block allerdings auch Leuchtkörper auf das Feld geschossen, was eine kurze Unterbrechung der Partie zur Folge hatte. Koblenzer Spieler versuchten die Gemüter zu beruhigen.

Für beide Vereine dürften die Vorkommnisse unangenehme Strafen nach sich ziehen. Bereits beim Hinspiel in Koblenz betätigten sich beide Lager als Feuerwerker, die Strafen waren aber vergleichsweise glimpflich. Eintracht Trier musste damals 750 Euro zahlen, die TuS 800 Euro (5vier.de berichtete). Die neuen Strafen dürften höher ausfallen.

Bereits im Vorfeld der Partie war es laut Polizei zu zahlreichen Zwischenfällen gekommen. „Offenkundig hatten sich eine große Anzahl von Fußballanhängern der verfeindeten beiden Lager mit jeweiligen Unterstützern anderer Vereine im Bereich der Porta Nigra verabredet, um eine körperliche Auseinandersetzung auszutragen. Durch frühzeitiges Erkennen von verdächtigen Personenbewegungen und schnellen Polizeieinsatz wurde eine größere Auseinandersetzung an dieser Stelle verhindert. Nicht verhindert werden konnte das Entstehen eines kurzen gewalttätigen Konfliktes im Bereich Margarethengäßchen/Nordallee, an dem mehrere Dutzend Personen aus der Trierer Anhängerschaft und aus dem Koblenzer Lager beteiligt waren. Durch massiven Polizeieinsatz konnten die Lager getrennt und weitere Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen verhindert werden.“

Bereits am 25. April kommt es im Trierer Moselstadion zum nächsten Duell der Kontrahenten. Um 19 Uhr duellieren sich Trier und Koblenz im Viertelfinale des Rheinlandpokals und für die Zuschauer dürften die Geschehnisse gestern zu weiteren Einschränkungen führen. Zu rechnen ist mit weiter verschärften Kontrollen und einer noch massiveren Polizeipräsenz.

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Kommentare (1)

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  1. Sievo sagt:

    Ohne Worte.

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