TBB Trier: Bittere Auftaktschlappe gegen Vechta

Trier verliert Heimspiel gegen Vechta nach umkämpfter Zitterpartie

Ein Abend zum vergessen: Erst verliert die TBB mit Tony Canty den nächsten Spieler durch eine Verletzung, dann in den Schlussminuten auch noch das Spiel. Aufsteiger Vechta feiert einen 84:87-Auswärtsieg im ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte.

Als die Schlusssirene das Spiel beendet, steht dem Trierer Anteil der 4324 Zuschauer blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben: Soeben hat die TBB einen 14-Punkte-Vorsprung in knapp fünf Minuten vertändelt. Ein erdrutschartiger Einbruch im letzten Viertel brachte Trier um einen Heimsieg, auch, weil am Ende wohl die Kräfte schwanden. Henrik Rödl wollte das nach dem Spiel nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Ich bin verärgert, dass wir die deutliche Führung haben liegen lassen. Diese Konzentrationsfehler dürfen nicht passieren.“ Konzentrationsfehler, damit meinte der Headcoach auch das Auftreten von Vitalis Chikoko, der in den entscheidenden Minuten erst zwei Freiwürte vergab und dann den Ball im Fastbreak wegschmiss. Freilich kann man dem Simbabwer die Niederlage nicht alleine ankreiden; vielmehr war es ein kollektiver Untergang gegen niemals aufsteckende Gäste.

Schock für die TBB: Canty verletzt

Denkbar schlechter Start für Tony Canty: Verletzung im Abschlusstraining. Foto: Thewalt
Katastrophenstart für Tony Canty – er verletzte sich im Abschlusstraining an der Schulter. Foto: Thewalt

Der Abend begann ohnehin mit einer Hiobsbotschaft – Anthony Canty, in der Vorbereitung noch einer der Hoffnungsträger, verletzte sich im Abschlusstraining an der Schulter und wird nach gegenwärtiger Einschätzung etwa sechs Wochen ausfallen. Zwar stehen genauere Untersuchungen noch aus; eine frühere Wiederkehr ist möglich. Doch hätte das Timing wohl nicht schlechter sein können, schließlich saß mit Warren Ward schon ein Leistungsträger auf der Bank, während die lädierten Seiferth, Chikoko, Hughes und Anderson kaum wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Wohl unter dem Eindruck dieser Misere und der unruhigen Vorbereitung begann die Partie zerfahren, Vechta spielte selbstbewusst und hart. Phasenweise auch etwas zu hart, wie etliche blutige Nasen und aufgeplatzte Lippen auf Trierer Seite zeigten. Als sich Vechtas Andrew Rudowitz – am Boden liegend – grob unsportlich an Hughes‘ Beine klammerte, war ein gewisses Limit erreicht. Unverständlich, dass hiernach beide mit einem Unsportlichen Foul belegt wurden. Ballsport gab es übrigens auch zu sehen, gegen Ende des zweiten Viertels hatte die Partie Fahrt aufgenommen. Bucknor, Samenas (der sich mit zwei konsekutiven Dreiern endlich ein Erfolgserlebnis abholte) und Mönninghoff brachten Trier bis zur Pause mit 38:36 in Führung. Vechta stellte die TBB unterm Brett allerdings komplett kalt, und die am Ende ausgeglichene Reboundbilanz unterschlägt, dass die Niedersachsen vor allem offensiv inakzeptabel viele Abpraller holten.

Trier erst mit Oberwasser, dann mit Foulproblemen

War nicht auf Kuschelkurs, doch seine 20 Punkte reichten nicht: Mönninghoff kann's nicht fassen. Foto: Thewalt
Seine 20 Punkte reichten nicht: Mathis Mönninghoff kann’s nicht fassen. Foto: Thewalt

Einen ganz bitteren Abend erwischte Stefan Schmidt, dem die Partie wohl noch schlaflose Nächte bereiten wird. Der Ex-Bayreuther musste 19 Minuten ran, ließ sich in der Zone aber ein ums andere Mal den Schneid abkaufen. Bucknor und Mönninghoff liefen dagegen heiß, trafen in der stärksten Trierer Phase reihenweise von der Dreierlinie. Schon jetzt geriet die Rödl-Truppe allerdings in Foultrouble, bat Vechta unnötig oft an die Linie. Die Gäste bedankten sich mit Zählern und waren vor dem Schlussviertel mit 66:62 noch bestens im Geschäft. Zwar schoss sich die TBB mit einigen tollen Spielzügen bis zu 14 Punkte in Front, verlor aber nacheinander Samenas, Seiferth und Hughes mit ihrem jeweils fünften Foul – so bekamen die eigentlich platt wirkenden „Rastas“, angepeitscht von Coach Pat Elzie, noch die zweite Luft. Die dezimierten Hausherren wurden zusehends fahrig; bezeichnend wirkte Mönninghoffs Aussetzer, der sich bei einem spektakulären Tip-In mit der anderen Hand unerlaubterweise an den Ring klammerte. Letztlich produzierte die TBB in den letzten fünf Spielminuten fast nur noch Fehler; Vechta hingegen – angeführt vom überraschend starken Mädrich – holte sich mit einem 21:4-Run den ersten BBL-Sieg überhaupt. Henrik Rödl, gleichwohl enttäuscht, gab sich nach Spielende kämpferisch: „Nach den Schwierigkeiten in der Vorbereitung bin ich stolz auf die Jungs“. Für das kommende Auswärtspiel gegen Braunschweig kündigte er außerdem das Debüt des rekonvaleszenten Warren Ward an, „dann haben wir immerhin einen Mann mehr“.

Statistik

TBB Trier: Bucknor (20),  Mönninghoff (20), Hughes (15), Samenas (10), Chikoko (8), Seiferth (5), Anderson (5), Schmidt (1), Buntic (0)

SC RASTA Vechta: Mädrich (16), Talley (16), Williams (14), Doerksen (13), Butts (9), Rudowitz (8), Neal (5), Stückemann (2), Weber (2), Igbavboa (2), Krause (0)

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Kommentare (3)

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  1. Matthias Spieth sagt:

    Hallo! Danke für den Hinweis. Ich habe hier den offiziellen Report vom Anschreibetisch nach dem Schlussviertel: Buntic, Ward, Dahlem und Wenzl sind nicht gezeitet. Allerdings weist der TBB-eigene Spielbericht ihn tatsächlich als eingesetzt aus.

  2. Stiller_Beobachter sagt:

    Ich bin mir sicher, dass Rödl Buntic kurz vor Ende gebracht hat. Er fehlt in der Auflistung.

  3. TBB-Fan sagt:

    Das war gestern aber leider gar nichts. Spielerisch bis auf wenige Ausnahmen eine unterirdische Leistung gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden aber insgesamt doch schwachen Gegner.

    Das wird eine lange und schwierige Saison…

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