TBB Trier: „Das darf uns nicht passieren“ – 61:75 gegen Würzburg

Aus Trier berichtet Florian Schlecht

Basketball-Bundesligist TBB Trier kassierte im Heimspiel gegen die Baskets Würzburg die vierte deutliche Niederlage in Folge. Nach einer 31:28-Pausenführung brach die Mannschaft von Henrik Rödl ein.

Philip Zwiener verlor mit der TBB Trier gegen Würzburg. Archivfoto: Thewalt

Philip Zwiener wirkte nachdenklich. Durch seinen Kopf schwirrten nur so die Gedanken nach der 61:75-Heimpleite gegen die Baskets Würzburg. Plötzlich musste der Leistungsträger der TBB Trier eine Niederlage analysieren, mit der in der Deutlichkeit zur Halbzeit wohl kaum einer der 3223 Zuschauer gerechnet hätte. Mit 31:28 führte Trier zur Pause, war auf dem besten Weg, endgültig das Kapitel „Klassenerhalt“ schreiben zu können. Doch aus dem Happy-End wurde es nichts, weil ein kolossaler Einbruch folgte, den auch Zwiener nur schwer erklären konnte.

Mit 10:25 verlor Trier das dritte Viertel, traf kaum noch Würfe, verteidigte nicht mehr aggressiv genug – und musste so hilflos zusehen, wie die quirligen Würzburger unbedrängt zum Korb zogen und auch mit drei Dreierwürfen davon eilten. Allen voran Jermaine Bucknor war ein Faktor, der den Gästen den Weg in die Playoffs ebnete. „Wir haben einfach nicht mehr so gut gearbeitet“, rätselte Zwiener. „Das darf uns einfach nicht passieren.“ Trainer Henrik Rödl sah das ähnlich. „Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Würzburg hat physisch in der zweiten Halbzeit besser verteidigt, die Würfe waren für uns so schwieriger, während sie einige schwere Versuche getroffen haben. Ich bin schon etwas enttäuscht, weil wir im ersten Durchgang viel investiert haben und in vielen Bereichen besser waren.“

Nate Linhart startet die Aufholjagd

Tatsächlich kam die TBB nach einem Wurfschlamassel in den ersten Minuten erstaunlich gut in die Partie. Mit 0:6 rannten die Männer von Rödl früh hinterher. Dru Joyce und James Washington vergaben die Möglichkeiten aus der Distanz – und ansonsten gab es nicht selten einen Aufschrei des Entsetzens in der Halle, weil einige Bälle in den Korb guckten und wieder heraussprangen. Doch Nate Linhart erwischte einen glänzenden Tag – und war der Wegbereiter der Aufholjagd. Der US-Amerikaner erzielte den ersten Trierer Punkt des Abends zum 1:6, die ersten Zähler aus dem Spiel heraus zum 5:8 (7.), die erste Führung zum 18:15 und obendrauf noch den ersten Dreier zum 21:15. Von 13:15 nach dem ersten Viertel trumpfte die TBB auf, verteidigte mit Biss und zog mit Elan zum Korb. Mit 26:17 lag Trier zwischenzeitlich vorne, die Halle tobte. Und sogar eine höhere Führung wäre möglich gewesen, wenn nicht individuelle Fehler Würzburg wieder herangebracht hätten.

Das rächte sich im dritten Viertel. Von 37:37 zog Würzburg mit einem 0:11-Lauf auf 37:48 davon und bot sein berühmt-berüchtigtes Deckungsspiel auf. „Sie haben einen Riegel vor die Tür gemacht“, meinte Rödl. Und von 41:50 noch auf 44:64 folgte gleich die nächste Serie. Chris Kramer, Jason Gregory Boone, Ben Jacobsen und Bucknor leisteten Präzisionsarbeit. „Gegen Würzburg kann man mal verlieren“, jubelten die Gästefans hämisch, während immerhin Linhart sich wehrte und noch zu einem Dunk ansetzte, in dem der ganze Frust des Spiels steckte.

„Leider haben wir einige freie Würfe nicht getroffen“, bemängelte Rödl als ein Problem, das sich auch in den Spielen gegen die Artland Dragons und in Bonn zeigte. „Ein Typ wie Michael Jordan fehlt uns da vielleicht“, scherzte er in der Pressekonferenz. Aber auch in seine Spieler, die wirklich im Kader stehen, hat er Vertrauen. „Hoffentlich löst sich für uns in Gießen der Krampf, der heute bei Würzburg verschwunden ist. Sie waren einfach lockerer.“ Ein kleines Nervenspiel steht da im Abstiegskampf nun doch bevor am Mittwoch. Doch Angst, die hatte Zwiener bei allen Gedanken im Kopf nicht. „Wir steigen sicher nicht ab“, sagte er klar und deutlich. „Dafür sind wir viel zu gut.“

Statistik

TBB Trier – Baskets Würzburg 61:75 (31:28)

Punkte für Trier: Linhart (17), Joyce (14), Zwiener (9), Seiferth (6), Bynum (4), Zirbes, Washington, Saibou (3), Dojcin (2).

Punkte für Würzburg: Kramer (13), Boone (12), Jacobsen (11), King, Little (je 9), Bucknor (8), Frazier (6), Harris (5), Kleber (2).

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