„Das ist bestimmt ein komisches Gefühl“

Von Florian Schlecht

Vom Talent zum Nationalspieler: Maik Zirbes gelang bei der TBB Trier der ganz große Wurf. Bei Meister Bamberg hat der 22-jährige Center auf Anhieb überzeugt. Am Mittwoch trifft der bei der Junge aus der Region in der Bundesliga auf seine alten alten Verein – und auf seinen Mentor Henrik Rödl (19.30 Uhr).

Maik Zirbes war in Trier Publikumsliebling und Leistungsträger. Nun trifft er mit Meister Bamberg erstmals auf seinen alten Klub. Foto: Thewalt

Eine Kuriosität ist es, die Maik Zirbes sofort einfällt, wenn er an die Zeit in Trier denkt. „Aber das ist eine, über die ich mich immer noch aufrege“, brummelt er. Vor zwei Jahren vergaß der Center beim Auswärtsspiel in Hagen mal seine Sportschuhe in der Heimat. Hektisch grübelte er über einen Notfallplan. Die Lösung: „Ich habe dann die Straßenschuhe von Oliver Clay tragen müssen. Zum Glück haben wir trotzdem gewonnen.“ Auch an die harte Anfangszeit an der Mosel, in der es galt, mit viel Arbeit den Sprung in den Bundesliga-Kader zu schaffen, erinnert sich der 22-Jährige gut. „Das war schwer, weil die Trainer lange wenig Wert auf deutsche Spieler gelegt haben. Bis Henrik Rödl kam.“ Dann begann für das 2,07-Meter-Talent aus der Region der Höhenflug zum Publikumsliebling und Leistungsträger in der ältesten Stadt Deutschlands, was ihn im Sommer zu Meister Brose Baskets Bamberg geführt hat. Am Mittwoch trifft Zirbes mit seinem neuen Team in eigener Halle erstmals auf seine alten Weggefährten (19.30 Uhr). Ein mulmiges Gefühl, das ahnt er, wird er sicher im Bauch haben. „Ich habe ja mein ganzes Leben in Trier verbracht.“

Ein echter Experte ist Zirbes nach wie vor, wenn es um die Entwicklung an der Mosel geht. Kein Wunder. „Trier ist die einzige Mannschaft, die ich neben unserer eigenen kontinuierlich verfolge.“ Via Handy, Liveticker oder in Gesprächen mit den alten Mitspielern und Trainern hält sich der Center immer auf dem laufenden Stand. Die Vertragsverlängerung von Coach Rödl hat so auch im knapp 400 Kilometer entfernten Bamberg für einen kleinen Aufschrei der Erleichterung gesorgt. „Die TBB hat einen guten Fang gemacht“, sagt Zirbes und lächelt. „Ich hätte an Stelle der Verantwortlichen auch alles getan, um ihn als Trainer zu halten. Ich hätte aber auch unterschrieben, wenn ich Henrik gewesen wäre.“ Den Höhenflug der Basketballer aus Trier führt Zirbes so natürlich stark auf die Persönlichkeit von Rödl zurück. „Henrik kann ein guter Trainer und ein guter Freund sein. Er bringt junge Leute mit Qualität voran. Ich glaube, dass sein Basketball immer mehr umgesetzt wird und alle wissen, was er von ihnen verlangt. Und er ist gleichzeitig ein Mensch, mit dem man einfach gerne Zeit verbringt.“

„Ich bin rundum glücklich“

Sieg eingefahren - Quali gebucht: Zirbes, Doreth und Co. haben gut lachen. Foto: Vinzenz Anton

Mit der Nationalmannschaft löste Zirbes das EM-Ticket in Trier. Foto: Vinzenz Anton

So fiel es Zirbes auch alles andere als leicht, Trier im Sommer zu verlassen. Mit dem Wechsel zum Double-Gewinner aus Bamberg ist ihm aber der nächste Schritt auf der Karriereleiter gelungen. Mit 10,3 Punkten und 5,3 Rebounds pro Spiel hat er die Lücke des abgewanderten Tibor Pleiß ohne Startprobleme ausgefüllt. Bamberg ist Tabellenführer in der Bundesliga. In der Euroleague haben die basketballverrückten Franken das Achtelfinale erreicht, wo sie auf Malaga treffen. Für 2013 wird Zirbes wahrscheinlich ein fester Bestandteil des Kaders der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Slowenien sein. „Es läuft einfach gut, ich bin rundum glücklich“.“

Einige Unterschiede hat der Youngster im Vergleich zu seinem alten Verein festgestellt. „Hier ist die Begeisterung sicherlich ein Stück größer. In Trier gibt es noch viele Leute, die lieber Fußball gucken oder andere Sportarten. Das wird hier in Bamberg völlig vernachlässigt. Jeder steht hier mit Basketball in Verbindung.“ Das merkt Zirbes schon beim Einkaufen. „Man wird eigentlich immer auf das letzte Spiel angesprochen. Die ganze Stadt steht hier hinter uns.“

Nicht umsonst ist Bamberg als „Freak City“ bekannt, wenn es um seinen Bundesligisten geht. Auch gegen Trier wird die Halle wieder beben, um die Niederlage vom Wochenende bei Alba Berlin möglichst schnell vergessen zu machen. Da ist Zirbes bei allen Emotionen Profi genug. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Auch gegen Trier.“ Doch ein ganz normales Wiedersehen, das weiß Zirbes nach all den Jahren, ist es nicht. Zu viel verbindet er an Erinnerungen mit seinem alten Verein. Ob es die Straßenschuhe sind, der harte Weg nach oben oder sein Mentor Rödl. „Wenn es am Mittwoch losgeht“, sagt er gespannt, „ist das bestimmt ein komisches Gefühl.“

+++TBB in Kürze+++

„Wir wollen uns mit den Besten messen“ – Trainer Henrik Rödl ist gespannt, wie sich seine Mannschaft in Bamberg behauptet. „Unsere Mannschaft tickt nicht so, dass sie Spiele im Vorhinein abschreibt. Wir wollen uns mit den Besten messen, und wir wollen immer unser Bestes geben. Das wird also nicht das leichteste, sondern das schwerste Auswärtsspiel der Saison gegen eine Mannschaft, die zuhause quasi unschlagbar ist. Aber auch gegen die müssen wir spielen und wollen sehen, wie weit wir sind.“

Livestream aus Bamberg – Wie gewohnt wird das Team von basketball-stream.de um Moderator Chris Schmidt live aus Bamberg berichten. Um 19 Uhr startet der Livestream mit Hintergründen, Informationen und Interviews. Abgerufen werden kann er auch auf der rechten Seitenleiste bei 5vier.

+++Gewinnspiel+++

Bereits am kommenden Samstag erwartet die TBB Trier dann die Artland Dragons in der Arena (20 Uhr). 5vier verlost für das Bundesliga-Spiel 3 x 2 Sitzplatzkarten. Hier geht es zum Gewinnspiel.

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