TBB Trier: Das verflixte siebte Spiel – 51:73 gegen die Artland Dragons

Aus Trier berichtet Florian Schlecht

Keine Chance hatte Basketball-Bundesligist TBB Trier gegen Quakenbrück. Der Ausfall von Nate Linhart, eine schwache Dreierquote und ein hungriger Gegner waren die Ursachen für die deutliche Niederlage vor 3.156 Zuschauern.

Philip Zwiener unterlag mit der TBB Trier gegen die Artland Dragons. Foto: Helmut Thewalt

Jede Serie geht einmal zu Ende – und auch der Heimlauf der TBB Trier wurde ausgerechnet im verflixten siebten Spiel jäh abgebremst. Mit 51:73 (30:40) unterlag der Basketball-Bundesligist vor 3.156 Zuschauern den Artland Dragons und kassierte damit nach sechs Arena-Erfolgen am laufenden Band eine klare Niederlage gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner, der das letzte Viertel zu kleinen Showeinlagen nutzte. Es war so ein Tag, „an dem alles passen“ musste, um eine Überraschung gegen den Titelkandidaten zu schaffen. Das hatte Trainer Henrik Rödl bereits im Vorfeld geahnt. Bamberg und Alba Berlin gerieten in Trier in dieser Saison schon ins Straucheln, Quakenbrück übersprang die unbequeme Hürde an der Mosel aber locker, wofür es mehrere Gründe gab.

Dazu zählt wohl auch die Anerkennung, die sich die TBB in den vergangenen Monaten bundesweit erworben hat. „Jeder weiß, wie viel Respekt wir davor haben, was Henrik mit seiner jungen Mannschaft und dem kleinen Budget leistet“, sagte Gästecoach Stefan Koch. Sein Team war gewarnt und musste sich nach einer Schwächephase „profilieren, weil wir das letzte Heimspiel gegen Frankfurt unnötig aus der Hand gegeben haben und noch Siege für die Playoffs benötigen“. So waren es keine bequemen, überheblichen Artland Dragons, die in der Arena auftraten, sondern ein hungriger, williger Titelaspirant, der seine Qualität eindrucksvoll demonstrierte. Wie ein wütender Bienenschwarm griffen sie die TBB an, waren gut organisiert und gaben Trier wenig Raum zur Entfaltung. „Die Leistung in der Defensive hat uns den Zahn gezogen“, bekannte Rödl.

Nate Linhart fiel krank aus

Dru Joyce erwischte keinen guten Tag. Foto: Helmut Thewalt

„Sie sind hier als eine echte Klasse-Mannschaft aufgetreten, haben einen gut zusammengestellten Kader“, lobte der TBB-Coach. „Quakenbrück hat individuell starke Spieler, ihr Sieg war ohne Zweifel verdient“, wusste auch Philip Zwiener, der hingegen im eigenen Team Nate Linhart schmerzhaft vermisste. Der US-Amerikaner fiel kurzfristig aus, weil er mit „Magen-Darm-Problemen sehr intensiver Art kämpfte“, wie Rödl meinte. „Es geht ihm inzwischen zwar wieder besser, aber es gab keine Chance auf einen Einsatz.“ Sportlich, das gab der Coach zu, „fiel der Ausfall ins Gewicht“. Joshiko Salibou startete von Anfang an, aber den giftigen Balleroberer konnte er alleine nicht ersetzen. „Die anderen Spieler waren zum Teil nicht in der Lage, das Fehlen von Nate zu kompensieren. Uns fehlte etwas die Energie und die Aggressivität“, bekannte Rödl, der auf der anderen Seite verzweifelt sah, wie Quakenbrück problemlos von der Bank nachlegen konnte und sich in einen Rausch spielte. Zauberzwerg“ David Holsten wirbelte mit seinen 1,65 Metern flink über das Parkett, Nathan Peavy war mit 17 Zählern Topscorer des Tages, Darren Fenn krallte sich alleine in der Defensive sieben Rebounds, mit 41 Prozent Trefferquote legten die Gäste eine ordentliche Dreierquote hin.

Die war wiederum ein großes Problem bei der TBB, das sich seit einigen Spielen wie ein roter Faden durchzieht. Nur zwei von zwölf Versuchen aus der Distanz landeten im Korb. Das war zu wenig. „Eigentlich dürfen wir uns da nicht viele Gedanken machen, wir sind Profis genug. Wir müssen hoffen, dass irgendwann wieder einer reinfällt“, so Zwiener. Rödl stimmte da zu. „Klar, der Trend ist in den Köpfen drin, wir arbeiten hart daran, das abzustellen. Bei sechs Heimsiegen in Folge gab es aber auch genügend Spiele, in denen wir gut getroffen haben.“ Zumal der Coach gegen Quakenbrück mit dem Glück haderte. „Einige Würfe waren schon fast drin und sind wieder rausgesprungen.“

Läufe zermürben Trier

Bei all diesen Ursachen gelang es der TBB nur ein Viertel lang, mit dem Titelaspiranten mitzuhalten. Maik Zirbes und Philip Zwiener drehten am Anfang noch auf, doch das 16:14 von Andreas Seiferth zu Beginn des zweiten Abschnitts war die letzte Führung für Trier, ehe Quakenbrück aufdrehte. Zwei Dreier und ein schneller Gegenzug brachten die Gäste mit 16:22 in Front. Kurzen Prozess machte der Playoff-Kandidat dann im dritten Durchgang mit Läufen von 36:45 auf 36:53 und von 39:54 auf 39:67. Trier war zermürbt, die Trommler aus dem Fanblock waren da von den Schiedsrichtern schon auf die Stehplätze verwiesen worden.

Es war ein Tag, an dem kaum was passte, aber auch ein Tag, mit dem sich Philip Zwiener nicht lange aufhalten wollte. „Ich will keine Dramatik aus der Niederlage machen, wir müssen jetzt in Ruhe arbeiten und werden uns auf das Spiel in Bonn top vorbereiten.“ Dort tritt die TBB am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) an, mit der Unterstützung von 450 Fans im Rücken. Zwiener: „Da wollen wir wieder zeigen, was wir können.“

Statistik

Punkte für die TBB: Zirbes (16), Zwiener (15), Joyce (7), Seiferth (4), Faßler (3), Bynum, Washington, Dojcin (je 2).

Punkte für die Artland Dragons: Peavy (17), Brandon (13), Strasser (9), Hess (8), Fenn, Holston, Hilliard (je 7), Bailey, Grünheid (je 2), Hoffmann (1).

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