TBB Trier: Die Übermächtigen – Vorschau zur Partie gegen den FC Bayern

Am Sonntag empfängt die TBB den BBL-Spitzenreiter in der restlos ausverkauften Arena. Rund 6000 Zuschauer dürften die Arena in ein Tollhaus verwandeln. Aber reicht das gegen die Mannschaft der Stunde?

Berlin, München, Bonn: Der Jahresabschluss hat es in sich. Nach der erwartbaren Niederlage in Berlin reist nun der Tabellenführer an die Mosel – die Begegnung ist ein Zuschauermagnet erster Klasse. Seit Dienstag ist die Begegnung ausverkauft, wenige Karten sind noch zu gewinnen (Hier geht es zum Gewinnspiel von 5vier). Ein erneuter Heimsieg gegen die Stars aus dem Süden wäre Gold wert, doch die Münchener sind derzeit das Maß aller Dinge in der Beko BBL.

Saisonziel Meisterschaft: Bayern voll im Soll

Bei den Bayern scheint die Zeit scheint reif für das Projekt Meisterschaft. Zum ersten Mal seit langer Zeit zeigt der große Konkurrent Schwächen in der Liga; die Brose Baskets Bamberg kassierten gegen Ulm unlängst die dritte Niederlage der laufenden Saison und verabschiedeten sich mit sechs Schlappen in neun Spielen aus der Euroleague.

Svetislav Pesic. Foto: FC Bayern München Basketball
Zum Erfolg verdammt: Pesic coacht den FC Bayern zu dessen bester BBL-Saison. Foto: FC Bayern München Basketball

Zwar lauern die Franken noch in Schlagdistanz auf dem zweiten Tabellenplatz, doch für den Moment haben sich die Machtverhältnisse in der Liga verschoben. Der FC Bayern dominiert als Tabellenprimus mit 24:2 Punkten, führt die Liga bei Punkten und Assists pro Spiel an und hat in seiner ersten Euroleague-Saison veritable Chancen auf den Einzug in die Zwischenrunde. Der mit acht Neuzugängen runderneuerte Kader ist konkurrenzfähiger als in der Vorsaison. Zweieinhalb Jahre nach dem Bundesligaaufstieg und nur ein Jahr nach der Verpflichtung von Trainerlegende Pesic steht das Projekt FC Bayern Basketball also bestens da.

Die wichtigsten Matchups

Zum fünften Mal gegen den Mentor: Henrik Rödl empfängt Sevetislav Pesic. Foto: Thewalt
Henrik Rödl trifft zum fünften Mal als Trainer auf seinen ehemaligen Mentor Pesic. Foto: Thewalt

Auch im fünften Aufeinandertreffen als Coaches verliert das Duell zwischen Svetislav Pesic und seinem sportlichen Zögling Henrik Rödl nichts von seiner Attraktivität. Gemeinsam ist beiden der Ruf, junge Spieler gut entwickeln zu können – mit seinem Starensemble geht Pesic allerdings den Weg des unbedingten Erfolgs, nicht den der Talentschmiede. Die Bilanz des Wahl-Trierers Rödl gegen seinen 20 Jahre älteren Mentor kann sich sehen lassen, in den vergangenen Spielzeiten konnte man dem Favoriten immerhin zwei Heimsiege abringen. Faktisch hat der FC Bayern noch keine Punkte aus der Arena entführt – vielleicht auch, weil kaum jemand besser weiß als Henrik Rödl, wie ein Pesic-Team zu schlagen ist.

Gleichstand im Centerduell: Andi Seiferth gegen John Bryant. Foto: Thewalt
Interessantes Matchup auf der Centerposition: John Bryant gegen Andi Seiferth. Foto: Thewalt

Das vielleicht interessanteste Duell wird direkt unter den Körben stattfinden. Mit dem letztjährigen Liga-MVP John Bryant und Nationalspieler Andi Seiferth treffen zwei Center aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. „Big John“ legt auch im System Pesic passable Zahlen auf, garantiert für 10.5 Punkte und über 7 Rebounds im Schnitt. Gegen Vechta wurde der Riese allerdings geschont. In punkto Spielanlage und Körpertyp wirk Andi Seiferth im Vergleich beinahe filigran, profitiert weniger von Masse als von Beweglichkeit. Nach überstandener Verletzung zeigt seine Formkurve steil nach oben, inzwischen ist der 24-Jährige für knapp zehn Punkte und 4 Rebounds pro Spiel gut. Am Sonntag hat er einen (mindestens) 15 Kilo schwereren Gegenspieler auszuboxen.

Auf den Guard-Positionen erwartet Trier der ganz normale Wahnsinn in Form von Heiko Schaffartzik. Der Nationalspieler kann Spiele bekanntermaßen im Alleingang gewinnen oder verlieren. Malcolm Delaney ist vor allem im internationalen Wettbewerb eine Erfolgsgarantie für den FC Bayern, legt gegen die besten in Europa durchschnittlich Schnitt über 19 Punkte auf; in der BBL sind es „nur“ 11. Dazu gesellt sich mit Lucca Staiger ein weiterer Nationalspieler und ausgezeichneter Distanzschütze. Trévon Hughes‚ Qualitäten als exzellenter Verteidiger werden derweil ebenso gefragt sein wie seine Finesse und Schnelligkeit im Eins-gegen-Eins. Gut möglich, dass es zwischen Staiger und dem formstarken Laurynas Samenas zum Dreier-Shootout kommt.

Jermaine Bucknor, unauffällig für zwei. Foto: Thewalt
Jermaine Bucknor wird Verantwortung übernehmen müssen. Foto: Thewalt

Robin Benzing teilt sich die Minuten mit Bryce Taylor und „Rohdiamant“ Nihad Djedovic. Der Serbe hat das volle Vertrauen seines Trainers und scort beständig aus der Mitteldistanz, traf mit einer Ausnahme in jedem Saisonspiel zweistellig. Mathis Mönninghoff und Warren Ward sind die Trierer Antwort. Vor allem der junge Kanadier muss sich defensiv aber erheblich steigern, um kein Mismatch enstehen zu lassen.

Power Forward Deon Thompson hat seine Verletzung hinter sich gelassen, räumte jegliche Zweifel in den letzten drei Spielen aus. Er und Chevon Troutman bedeuten jede Menge Ärger für Jermaine Bucknor und Vitalis Chikoko. Chikoko muss sein Shotblocker-Qualitäten aufblitzen lassen, und von Bucknor darf man mit Recht erwarten, dass er gegen die wortwörtlich schweren Jungs des FC Bayern Verantwortung übernehmen wird.

Bayern mit Doppelbelastung, Trier ohne Canty

Nach der neuerlichen Verletzung von Tony Canty, dessen Saisonverlauf allmählich zum Alptraum wird, fehlt der TBB wieder wichtiger Entsatz von der Bank. Der Point Guard laboriert an einer schweren Schulterverletzung, sein Rückschlag führte gar zum Traingsabbruch. Noch ist unklar, ob es zu einer weiteren Zwischenlösung á la Petric, oder aber einer verkürzten Rotation kommt.

Doch manches spricht auch für die Hausherren. Zweimal konnte Trier den Heimvorteil bereits nutzen, am Sonntag wird die Unterstützung von den Rängen wieder sicher sein. Zudem muss der FC Bayern noch am Freitagabend in der Euroleague antreten – gegen Galatasaray Istanbul werden die Münchener alle Kräfte aufbieten müssen, um die Zwischenrunde zu erreichen. Zwar nimmt der Tabellenführer die Doppelbelastung bislang gut auf. Doch wird die TBB in jedem Fall ausgeruhter in die Partie gehen können.

Spielbeginn in der ARENA Trier ist um 17 Uhr.

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