Ein Sieg – und der Rechenschieber bleibt in der Schublade

Von Florian Schlecht

Wirtschaftlich hat die TBB Trier die Lizenz für die Bundesliga-Saison 2013/14 schon in der Tasche. Für die sportliche Qualifikation brauchen die Basketballer aus eigener Kraft möglichst ein Erfolgserlebnis aus den letzten drei Spielen, um keine böse Überraschung zu erleben. Am Samstag geht es zu den Frankfurt Skyliners (20 Uhr). Die daheimgebliebenen Fans können die Begegnung wie gewohnt über den Livestream oder im Internet auf Sport1 verfolgen. 

Zittern um den Klassenerhalt: Die TBB Trier braucht noch einen Sieg. Fotos (3): Thewalt

Was die Basketball-Bundesliga ausmacht, das hat die TBB Trier in den letzten Monaten erlebt. Dramatik, als Nate Linhart 1,6 Sekunden vor dem Ende das Derby gegen Bonn für seine Mannschaft entschied. Atmosphäre, als der FC Bayern mit einer Niederlage aus der ausverkauften Arena verabschiedet wurde. Die Tänze nach Siegen zu den Rhythmen des „Prinzen von Bel Air“. Es waren Momente für die Geschichtsbücher, die Trier schrieb und die den Fans Gänsehaut am laufenden Band bescherten. Wirtschaftlich hat die TBB die Lizenz für die Saison 2013/14 bereits in der Tasche – und damit bereits einen Teil der Fahrtkarte im Gepäck, um auch zukünftig große Basketball-Momente zu bieten. „Was uns zu unserem Glück jetzt noch fehlt, ist der sichere Klassenerhalt“, weiß Vorstand Sascha Beitzel.

Denn sportlich steht das Team von Henrik Rödl gewaltig unter Zugzwang. In den verbleibenden drei Auswärtsspielen muss unbedingt ein Sieg eingefahren werden, um aus eigener Kraft die Liga zu sichern. Gelingt das Vorhaben, ist Trier gerettet. Scheitert es, dann ist der Verein abhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz im Tabellenkeller. Das 23. Bundesliga-Jahr, das so traumhaft begann, könnte plötzlich zum Alptraum mutieren. Um das zu verhindern, wäre ein Sieg beim Rivalen Frankfurt Skyliners (Samstag, 20 Uhr) bereits der erlösende Schritt. Danach geht es zu Alba Berlin und den Artland Dragons, die jedoch noch um jeden besseren Platz in den Playoffs kämpfen.

Frankfurt als „Endspiel“

„Unser Fokus liegt auf Samstag.“ Foto: Thewalt

Frankfurt wird so zu einem „Endspiel“. Das gilt jedoch auch für die Skyliners, die wie Trier auf 13 Siege in der Tabelle kommen. Wer die Marke von 14 Erfolgen knackt, ist gerettet. Ein einfaches Spiel. Komplizierter wird es, wenn am Ende mehrere Mannschaften punktgleich auf dem Abstiegsplatz stehen. Dann wird über den direkten Vergleich der betroffenen Teams ermittelt, wer den Gang in die Pro A antreten muss. Auf die Rechenspiele will sich Trainer Henrik Rödl folglich nicht einlassen. „Das spielt für uns im Moment keine Rolle – es sind noch drei Spiele, es sind noch viel zu viele Variablen. Wir haben eine Riesenchance in Frankfurt zu punkten, unser ganzer Fokus liegt derzeit auf dem kommenden Samstag.“

Was den Druck angeht, sieht der Europameister von 1993 sein Team vorbereitet. Auch wenn die Nerven im jüngsten Heimspiel gegen Tübingen blank lagen. Wenn Jarrett Howell in der Schlussphase seine beiden Freiwürfe verwandelt hätte, wäre Trier aller Sorgen entledigt. So ist aber auch Basketball kein Sport der Konjunktive. Die Fehlwürfe des Spielmachers spitzten die Situation mit der fünften Pleite in Folge plötzlich zu. Nun muss Trier schnell zu der alten Spannung zurückfinden, die nach dem Verpassen der Playoffs verloren gegangen war.

„Alle wissen, worum es geht“

Trainer Rödl ist optimistisch.

Rödl hat aber Vertrauen, dass sein Team die Aufgabe meistert. „Alle wissen, worum es geht, was dieses Spiel bedeutet. Wir hatten nach dem letzten Spiel Ruhe zur Vorbereitung, die Mannschaft konnte sich körperlich aber auch mental erholen und neu einstellen. Frankfurt ist natürlich im gleichen Boot. Die Mannschaft, die sich besser in dieses Spiel herein finden kann, ohne zu sehr an die Bedeutung zu denken, hat die Siegchance.“

Worauf es in der Bankenmetropole ankommt, stellt Co-Trainer Thomas Päch im Gespräch mit 5vier klar. Die Kreise der gegnerischen Topscorer, Zachary Peacock (15,5 Punkte pro Spiel) und Ryan Brooks (15,1) gelte es einzuschränken. Und vorne dürfen die eigenen Händchen nicht zittern. „In Frankfurt treffen zwei defensivstarke Teams aufeinander, die sich jeweils das Punkten sehr schwer machen werden. Deshalb zählt jeder Korb doppelt am Wochenende.“

Mit an den Main fährt ein Fanbus des Fanclubs Fastbreak Trier, der bereits ausverkauft ist. Für Daheimgebliebene gibt es zwei Möglichkeiten, das Spiel zu verfolgen. Ab 19.30 Uhr meldet sich wie gewohnt der TBB-Livestream mit Moderator Chris Schmidt, der an diesem Samstag seine 100. Übertragung feiern wird. Dazu überträgt Sport1 die Begegnung via Stream im Internet.

+++Restprogramm und der direkte Vergleich+++

Platz 11: Weißenfels (31 Spiele, 26:36 Punkte)

Bayreuth (H), Ulm (H), Hagen (A)

Trier gewinnt direkten Vergleich (2:2-Punkte, 150:143 Körbe).

Platz 12: Trier (31 Spiele, 26:36 Punkte)

Frankfurt (A), Berlin (A), Quakenbrück (A)

Platz 13: Bremerhaven (31 Spiele, 26:36 Punkte)

Gießen (H), Bamberg (H), Braunschweig (A)

Trier verliert direkten Vergleich (2:2-Punkte, 145:160 Körbe).

Platz 14: Frankfurt (32 Spiele, 26:38 Punkte)

Trier (H), Ludwigsburg (H)

Direkter Vergleich mit Trier offen. TBB gewann Hinspiel mit 78:59.

Platz 15: Bayreuth (32 Spiele, 26:38 Punkte)

Weißenfels (A), Berlin (A)

Trier gewinnt direkten Vergleich (2:2-Punkte, 143:140 Körbe).

Platz 16: Ludwigsburg (32 Spiele, 24:40 Punkte)

München (H), Frankfurt (A)

Trier verliert direkten Vergleich (2:2-Punkte, 139:144 Körbe).

Platz 17: Braunschweig (32 Spiele, 24:40 Punkte)

Tübingen (A), Bremerhaven (H)

Trier verliert direkten Vergleich (0:4-Punkte, 151:156 Körbe).

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