Ein tapferes Schneiderlein und die Riesen

Von Florian Schlecht

Sieben Siege auf einen Streich: Die TBB Trier will nun auch die Neckar Riesen Ludwigsburg besiegen und sich in der Basketball-Bundesliga weiter in der Spitzengruppe festsetzen. Doch Trainer Rödl mahnt: „Wir werden großen Charakter zeigen müssen.“

Jarrett Howell will mit der TBB Trier den achten Saisonsieg einfahren. Foto: Thewalt

Wenn es um das tapfere Schneiderlein der Basketball-Bundesliga geht, nimmt die TBB Trier diese Rolle momentan erfolgreich ein. In der Märchen-Vorlage der Gebrüder Grimm erwischt ein armes Schneiderlein mit einem Schlag sieben Fliegen und erlegt danach noch die Riesen. Sieben Saisonsiege auf einen Streich hat die TBB mit ihrem schmalen Budget ebenfalls überraschend eingefahren, der achte Triumph soll am Samstag eben bei den Neckar Riesen Ludwigsburg folgen (19.30 Uhr), um sich weiter in der Spitzengruppe zu behaupten.

„Wir werden großen Charakter zeigen müssen“, weiß Henrik Rödl um die Grundvoraussetzung für ein Happy-End. Ludwigsburg steht zwar nur auf Platz 17, hat fünf Spiele in Folge verloren und zuletzt einige derbe Klatschen einstecken müssen. „Ein Auswärtsspiel ist immer besonders schwer, wenn der Gegner mit dem Rücken zur Wand steht“, warnt der Trainer der TBB Trier. Zumal Ludwigsburg in dieser Saison auch schon bewiesen hat, deutlich besser abliefern zu können. Mit Ulm und Berlin bezwang die Mannschaft von Steven Key bereits zwei Schwergewichte der Bundesliga, die von ihren Ergebnissen immer ausgeglichener wird. „Die Zeit, dass man irgendwo hinfährt und einfach gewinnt, ist vorbei“, weiß Rödl. „Dafür haben alle Teams zu viel Qualität.“

Entwarnung bei Bucknor

Jermaine Bucknor ist nach einer Erkältung wieder fit. Foto: Thewalt

In Ludwigsburg liegt die besonders bei den Top-Scorern. Center John Turek ist mit 14,6 Zählern und sechs Rebounds pro Partie eine Macht unter dem Korb. Spielmacher Kammron Taylor kam aus der Ukraine nach Deutschland und fügte sich in der neuen Liga mit 14,1 Punkten im Schnitt gleich glänzend ein. Das gilt auch für Nationalspieler Lucca Staiger, der das starke Offensivtrio komplett macht.

Doch Rödl weiß um die eigenen Stärken. Alle Spieler sind an Bord, Entwarnung gibt es auch bei Jermaine Bucknor, der erkältet war. Treu bleibt der Coach seiner Rolle, nur von Spiel zu Spiel zu gucken. Der Pokal, der bei anhaltendem Erfolg erreicht werden kann, findet in seinen Gedanken keinen Platz. Das Träumen überlässt er den Fans. „Es macht keinen Sinn, sich auf Dinge zu konzentrieren, auf die man jetzt noch keinen Einfluss hat.“

Die Leistungskurve des Teams stimmt ihn aber zuversichtlich. „Wir spüren, dass es passt. Wir wissen aber auch um das Entwicklungspotenzial, dass die jungen Spieler haben und das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.“ Sieben Siege auf einen Streich – das tapfere Schneiderlein der Bundesliga will seine Quote weiter ausbauen.

+++TBB in Kürze+++

Livestream startet um 19 Uhr – Bereits um 19 Uhr startet der Livestream aus Ludwigsburg. Moderator Chris Schmidt wird im Vorfeld Hintergründe zu beiden Mannschaften liefern und dann gewohnt leidenschaftlich vom Spiel berichten.

Tief „Karin“ hat für Anreise keine Folgen – Der Schnee, den Tief „Karin“ gebracht hat, besorgt die TBB Trier nicht. An der Abfahrtszeit nach Ludwigsburg hat sich nichts geändert. Um 12 Uhr startet am Samstag der Bus. „Dann haben wir noch siebeneinhalb Stunden bis zum Spiel. Das sollte ohne Probleme passen“, so Trainer Rödl.

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