Ein Truthahnessen bei Howell und ein Ziel für Würzburg

Von Florian Schlecht

Als Hauptspeise wurde die Mannschaft der TBB Trier zum Thanksgiving von Spielmacher Jarrett Howell bekocht. Um das Teambuilding mit einem sportlichen Dessert zu versüßen, soll ein Sieg in Würzburg her (Samstag, 19 Uhr).

Chef im Aufbau – und (beinahe) auch am Herd: Jarrett Howell lud das TBB-Team zum Thanksgiving-Essen ein. Foto: Thewalt

Thanksgiving ist ein Tag, der in den USA besonders beliebt ist. So ist es ein guter Brauch, dann die Verwandten und Freunde zu bekochen. Jarrett Howell von der TBB Trier nahm sich daran ein gutes Beispiel und lud die gesamte Mannschaft des Basketball-Bundesligisten zu sich nach Hause ein. Der Chef im Aufbau vollzog eine gelungene Wende zum Chef am Herd. Beinahe zumindest. „Es gab Truthahn, wobei den Hauptteil seine Frau zubereitet hat“, schmunzelt Andreas Seiferth, der sich über den Abend freute. „Wir haben bestimmt bis 0 Uhr zusammen gesessen, viel Spaß gehabt. Es war schön, wieder gemeinsam was als Team zu unternehmen.“

Vom Truthahn-Schmaus gestärkt reist der TBB-Tross am Samstag zu den Baskets Würzburg, wo die Spieler als sportliches Dessert gerne einen Sieg mitnehmen möchten (19 Uhr). „Wir wollen uns dort festbeißen, wo wir sind“, dient Seiferth gerne auch mit Metaphern aus der Welt des Essens, wenn es um die Ziele in der Bundesliga geht. Obwohl sich die Spieler weiter verhalten geben und ein P-Wort wie Playoffs selten fällt, hat der 2,09-Meter-Center eine Teiletappe im Blick. „Wenn wir bleiben, wo wir jetzt sind, haben wir gute Chancen, im Pokal mitzuspielen“, sagt Seiferth. „Das wäre auch schon was.“

„Eins der schwersten Auswärtsspiele der Saison“

Andreas Seiferth träumt von der Pokal-Teilnahme. Foto: Sebastian Schwarz

Als richtungsweisend für den weiteren Weg sieht der 23-Jährige das Spiel in Würzburg. „Eine kleine Halle, die überfüllt ist und von einer extremen Stimmung lebt“, erwartet der Berliner einen echten Hexenkessel. Trainer Henrik Rödl spricht gar von „einem der schwersten Auswärtsspiele der Saison“. Denn Würzburg hat eine echte Erfolgsstory geschrieben. In der vergangenen Saison zeichnete sich Trainer John Patrick dafür verantwortlich, dass der Aufsteiger den Durchmarsch ins Playoff-Halbfinale verbuchte – und die Qualifikation für den Europapokal. Taktisch erinnerte das Team unter Patrick an einen wütenden Schwarm Bienen, weil die Spieler mit Aggressivität und Fleiß verteidigten.

Zwar hat der Erfolgscoach, der schon Göttingen zu Glanz verhalf, Würzburg vor der Saison verlassen. Doch Rödl erkennt auch unter Nachfolger und Aufstiegstrainer Marcel Schröder die Stärken der Unterfranken in der Defensive, der Schnelligkeit und Härte. Zumal die Erfolgsgaranten aus Göttingen um Topscorer Dwayne Anderson (14,2 Punkte pro Spiel), Jason Boone, Ben Jacobsen und John Little geblieben sind. „Der Kader zeichnet sich durch eine große Tiefe aus. Da ist es schwer, einen Spieler hervorzuheben“, weiß der TBB-Trainer obendrein um einen Rivalen, der auch von der Bank reichlich Qualität nachlegen kann.

Mit dem Pfund konnte zuletzt aber auch Trier wuchern, das mit dem Selbstvertrauen des 73:48-Erfolgs gegen Gießen nach Würzburg fährt. Nach den knappen Pleiten gegen Alba Berlin und beim FC Bayern war das Balsam für die Seele der TBB-Spieler. „Solche Niederlagen sind viel schmerzhafter, als wenn man mit 20 Punkten Unterschied verliert“, sagt Seiferth. „Der Sieg am Sonntag war wichtig, weil wir jetzt wieder wissen, dass wir es noch können.“ So verweist er auch auf die Defensivstärke. Nach seinem Heimatklub aus Berlin stellt Trier in der Bundesliga die beste Verteidigung. „Wenn wir auch in Würzburg wenige Punkte zulassen, haben wir eine Chance. Dann geht es nur um ein, zwei Körbe, die wir am Ende vielleicht mehr treffen müssen.“ Vielleicht hat das Truthahn-Essen bei Jarrett Howell  ja für die letzte Stärkung gesorgt.

+++TBB in Kürze+++

Dojcin auf dem Wege der Besserung – Trainer Henrik Rödl steigt nahezu mit dem kompletten Aufgebot in den Bus, der am Samstag ab 11 Uhr nach Würzburg fährt. Dragan Dojcin, der seit Monaten wegen Achillessehnenbeschwerden pausieren muss, fehlt weiterhin. Doch beim Kapitän gibt es eine gute Nachricht: „Er ist schmerzfrei, fühlt sich gesünder. Wenn er nun keinen neuen Rückschlag erleidet, kann man davon ausgehen, dass er zu einem gewissen Zeitpunkt wieder spielfähig ist“, sagt Rödl. Über das Training soll Dojcin nun weiter herangeführt werden.

Wie verdaut Würzburg die Europapokal-Pleite? – Würzburg geht mit einem Frusterlebnis ins Spiel gegen Trier. In der Euro-Challenge gingen sie in der Woche in Valencia mit 64:97 regelrecht unter.

Livestream aus Würzburg – Wie gewohnt gibt es emotionale Berichterstattung aus Würzburg im TBB-Livestream mit Moderator Chris Schmidt. Um 18.30 Uhr startet er mit ersten Infos und Analysen zum Spiel. Um 19 Uhr geht das Spiel dann los.

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