TBB Trier: Revanche verpasst – 77:89-Niederlage gegen Bremerhaven

Erstes Viertel komplett verpennt - weiterer Einbruch nach der Pause

Von Niklas Stilz

Nach der Niederlage vor zwei Wochen in Bremerhaven wollten die Basketballer der TBB Trier heute nur eines: die große Revanche gegen die Eisbären. Gelungen ist ihnen dieses Vorhaben nicht. Nach einem absoluten Fehlstart in beide Halbzeiten konnte das Team von Henrik Rödl die Partie nicht mehr drehen. Der Coach selbst war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht.

Darius Adams, Eisbären Bremerhaven

Heute von der TBB-Defense nicht zu stoppen: Liga-Topscorer Darius Adams. Foto: Thewalt

„Das Auftreten meiner Mannschaft heute ist absolut unerklärlich für mich. Ich bin wirklich schockiert von unserem Auftreten“, fand Triers Trainer klare Worte für die Leistung seiner Mannschaft am heutigen Sonntag. Die schaffte es trotz der vielen guten Vorsätze von Beginn an nicht, die starke BHV-Offensive um Liga-Topscorer Darius Adams in der Griff zu bekommen. Erst beim Stande von 0:14 gelangen Trevon Hughes die ersten drei Punkte für die Gastgeber – zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als vier Minuten gespielt. Die TBB schien überrascht vom Angriffswirbel der Gäste und fand kein Mittel gegen deren beste Scorer, zu denen am heutigen Tage einmal mehr Ex-Trierer Philip Zwiener gehörte.

Überrascht war auch Henrik Rödl vom Beginn seiner Mannschaft: „Ich hatte absolut nicht erwartet, dass der Anfang hier so in die Hose gehen könnte.“ In die Hose ging allerdings nicht nur das Defensivspiel der Grün-Weißen, sondern auch in der Offensive wollten die Würfe einfach nicht fallen. Im ersten Viertel hatten die Trierer eine unterirdische Trefferquote von nur 20% aus dem Feld. An dessen Ende stand es aus Sicht der Hausherren 13:34. Eine absolute Packung drohte, was auch die 4451 Zuschauer in der Arena phasenweise verstummen ließ. Der in der kurzen Pause zwischen den ersten beiden Vierteln vorgestellte Trierer Karnevalsprinz stieß mit seiner Frage: „Hallo TBB Fans! Seid ihr gut drauf?“ jedenfalls auf wenig Gegenliebe.

Mit viel Kampf ins zweite Viertel

Warren Ward

Warren Ward war einer der stärksten Antreiber bei der zwischenzeitlichen Aufholjagd. Foto: Thewalt

Besser drauf waren zu Beginn des zweiten Viertels jetzt endlich auch die Spieler der TBB. Ein Dreier von Marin Petric war der Auftakt einer Phase, in der sich das Team von der Mosel mit viel Kampf zurück in die Partie arbeitete. Im Anschluss an eine Auszeit der Eisbären beim Stand von 28:42 fand die Heimmannschaft endgültig ins Spiel hinein. Zwei Dreier von Warren Ward und Trevon Hughes brachten die Trierer wieder auf 34:42 heran. Es hätte zu diesem Zeitpunkt noch knapper sein können, doch der völlig abgemeldete Allstar Andi Seiferth vergab alle drei Versuche von der Freiwurflinie.

Als dann kurz vor Ende der ersten Hälfte Vitalis Chikoko den Ball in der Korb der Gäste aus Bremerhaven stopfte und seine Mannschaft den Rückstand damit auf fünf Punkte verkürzen konnte, wachten auch die Fans wieder auf. Plötzlich stand es nur noch 40:45; wohl jeder in der Halle hatte den Eindruck, das Spiel sei dabei zu kippen. Hätte es da nur nicht diese verflixte Halbzeitpause gegeben.

Wieder ein Fehlstart – diesmal ohne Aufbäumen

Wer geglaubt hatte, dass das Team von Trainer Henrik Rödl den Schwung des letzten Abschnitts mit ins dritte Viertel nehmen könnte, der hatte sich getäuscht. „Wir haben trotz der Aufholjagd im zweiten Viertel nach der Halbzeit wieder genauso angefangen wie zu Spielbeginn. Das ist für mich unerklärlich“, wirkte auch der Trierer Coach nach Spielende ratlos. Trotz eines schönen Slam-Dunks von Warren Ward zum Stand von 48:56, knapp fünfeinhalb Minuten waren im dritten Spielabschnitt vorbei, sollten erneut die Gäste aus Bremerhaven das Ruder übernehmen und die wohl spielentscheidende Phase einleiten. Immer wieder fanden der Litauer Adas Juskevicius und der Amerikaner Darius Adams ihr Ziel und versenkten die Bälle reihenweise im Korb der Gastgeber. Mit 51:69 ging es schließlich in den letzten Spielabschnitt.

Seiferth

Kein Durchkommen: Ein Spiel zum vergessen für Allstar Andi Seiferth. Foto: Thewalt

Dort hatte man dann den Eindruck, dass es diesmal schlicht an Mut, Willen und sicherlich auch ein bisschen an Kraft fehlte, um eine erneute Aufholjagd einzuleiten. Zwar bedeutet ein Dreier von Jermaine Anderson drei Minuten vor dem Ende das 65:77, wirklich in Gefahr geriet der Erfolg der Gäste aber nicht mehr. „Ich bin natürlich wahnsinnig froh über diesen Auswärtserfolg und besonders darüber, wie gut wir zu Beginn der ersten und zweiten Halbzeit aus der Kabine gekommen sind. Wir wollten besonders Andreas Seiferth aus dem Spiel nehmen und ich denke, das ist uns gelungen“, war Eisbären-Coach Calvin Oldham entsprechend zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Andreas Seiferth, schon im ersten Spiel gegen die Norddeutschen eher blass, fand am heutigen Tag tatsächlich nicht statt. Ein mageres Pünktchen stand für den Star-Center am Ende auf der Anzeigetafel. Zudem verabschiedete er sich Mitte des letzten Viertels mit seinem fünften persönlichen Foul frühzeitig aus dem Spiel.

Nachdem es ihm Laurynas Samenas und Jermaine Bucknor gleichgetan hatten, war die Partie endgültig gelaufen. Am Ende stand es 77:89, wobei es die Gäste zum Schluss auch etwas gemächlicher angehen ließen. Überragender Akteur bei den Eisbären war erneut Top-Scorer Darius Adams mit 30 Punkten. Was bleibt von den beiden Auftritten gegen Bremerhaven, ist wohl in erster Linie Ratlosigkeit. Trainer Rödl kündigte an, in den kommenden Tagen intensiv das Gespräch mit seiner Truppe zu suchen: „Eigentlich müssten die Spieler schon weiter sein und die Partie nach der Pause nicht so leicht aus der Hand geben. Für jeden Fan der TBB war das heute schwer mitanzusehen.“

Statistik

TBB Trier: Hughes (20), Anderson (17), Ward (14), Samenas (11), Chikoko (6), Bucknor (5), Petric (3), Seiferth (1)

Eisbären Bremerhaven: Adams (30), Juskevicius (14), Searcy (13), Zwiener (12), Allen (6), Schneiders (6), Harper (5), El Domiaty (3)

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