TBB Trier: Fast vollzählig gegen Bamberg

Trier vor dem schweren Gang zum Meister - Personalsituation entspannt sich - Bucknor fit

Phoenix im Rückspiegel, Bamberg voraus: Die TBB muss sich noch von einer bitteren Heimschlappe erholen, gastiert am Montag aber schon beim Deutschen Meister. Immerhin gibt es gute Neuigkeiten aus dem Lazarett. Nun will man aus den Fehlern gegen Hagen lernen.

Wie motiviert man sich für ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen?  „Im Moment schauen wir überhaupt nicht auf den Bamberg, sondern konzentrieren uns auf unser eigenes Spiel,“ erklärt Thomas Päch. Deutscher Meister hin oder her, „wir werden spielen, um zu gewinnen. Das war schon immer so“, stellt der Co-Trainer klar. Immerhin steht der TBB nun ein fast kompletter Kader zu Verfügung, eine bemerkenswerte Tatsache in dieser Seuchensaison.

Denkbar schlechter Start für Tony Canty: Verletzung im Abschlusstraining. Foto: Thewalt

Nur er fällt weiterhin aus: Tony Canty. Foto: Thewalt

Besonders willkommen ist die Rückkehr des erfahrenen Jermaine Bucknor, der zuletzt von Rückenproblemen außer Gefecht gesetzt wurde. Nun herrscht Klarheit über die Ursache. Der Verdacht auf Bandscheibenprobleme erhärtete sich glücklicherweise nicht, Schuld war stattdessen ein Infekt. Inzwischen ist der Kanadier wieder voll im Training und kann der TBB das zurückgeben, was gegen Hagen so schmerzlich vermisst wurde – ein kühler Kopf und die Fähigkeit, den Korb zu attackieren. Mit Andi Seiferth und Mathis Mönninghoff sind zwei weitere prominente Verletzungsfälle der vergangenen Tage weiterhin gesund und gesetzt.

Einzig Tony Canty wird der TBB weiter fehlen. Der Aufbauspieler zog sich kurz nach seinem Comeback eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu, absolviert nun erste Einheiten auf dem Trainingsrad. Eine Rückkehr gegen Bamberg ist ausgeschlossen, immerhin hofft man auf den Wiedereinstieg ins Teamtraining unter der Woche. Nicht gänzlich klar ist indes, wie es überhaupt zu der neuerlichen Verletzung kam, nachdem die lädierte Schulter doch gerade erst auskuriert war.

„Es könnte im Training passiert sein, vielleicht aber auch schon in seinen zwei Minuten gegen Quakenbrück“, mutmaßt Thomas Päch. So habe Canty schon im Spiel über starke Schmerzen geklagt, möglicherweise das Resultat einer verfrühten Belastung nach der langen Spielpause. Nun will man kein Risiko mehr eingehen, der A2-Nationalspieler wird behutsam aufgebaut.

Ursachenforschung nach der Pleite – „Sind immer noch in der Vorbereitung“

Nach dem Kollaps gegen Hagen übte sich die Lokalpresse in kollektiver Ursachenforschung. Die radikale Wendung im Spielverlaufauf erklärte man sich durch die Unstellung der Gäste auf Zonenverteidigung, auch Henrik Rödl benannte diesen Faktor noch an Ort und Stelle als entscheidenden Faktor für die Heimniederlage.

Jermaine Bucknor, unauffällig für zwei. Foto: Thewalt

Jermaine Bucknor: Der 30-Jährige ist beschwerdefrei, sein Einsatz gegen Bamberg gilt als sicher. Foto: Thewalt

In Fankreisen werden auch mögliche Einstellungsprobleme diskutiert; für Unmut sorgte vor allem das Auftreten von Playmaker Anderson und Trévon Hughes, die in der Schlussphase nicht immer die teamdienlichsten Entscheidungen trafen. In der Nachbereitung des Spiels sieht es der Co-Trainer etwas differenzierter: „Man darf nicht vergessen, dass wir in den ersten 25 Minuten fantastischen Basketball gespielt haben. Das Problem war dann nicht nur die Zonenverteidigung, sondern die Tatsache, dass wir in der Konsequenz auch das offensive Rebounding komplett eingestellt haben“.

Tatsächlich war Triers Dominanz am gegnerischen Brett maßgeblich für den hohen Vorsprung, bis Phoenix den Spieß umdrehte. „Man muss weiterhin sehen, dass wir in dieser Saison noch nie mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Im Prinzip sind wir immer noch in der Vorbereitung“, so Päch weiter. Bestimmte Abläufe und Mechanismen seien unter diesen Bedingungen zwangsläufig noch nicht eingespielt.

Will man ein wenig Zweckoptimismus verbreiten, läuft es allerdings auch für den Favoriten nicht ganz rund. Der Meister musste neben BBL-Niederlagen gegen Berlin und München bereits vier Euroleague-Schlappen verdauen, hat die Doppelbelastung aus nationalem und internationalem Wettbewerb zu schultern. So mussten Maik Zirbes und Kollegen noch am Freitagabend gegen Straßburg antreten und unterlagen nach einem erschreckenden Auftritt mit 72:83. Zumindest in punkto Regeneration liegt der Vorteil also bei Trier.

Die Partie in Bamberg beginnt um 19:30. Die Übertragung des Video-Livestreams beginnt um 19:00 Uhr.

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