Folgt der nächste Streich bei den Feuervögeln?

Mit 4:2-Punkten ist die neuformierte Mannschaft der TBB Trier furios in die Saison gestartet. Am Samstag tritt sie in der Basketball-Bundesliga bei Phoenix Hagen an (19 Uhr).

Andreas Seiferth will mit der TBB Trier weiter auf Erfolgskurs bleiben. Am Samstag geht es nach Hagen. Foto: Sebastian Schwarz

Die Arena bebte, der neue Hip-Hop-Siegestanz wurde in bestechender Selbstverständlichkeit auf das Parkett gezaubert, die neuformierte Mannschaft der TBB Trier hat sich schon nach wenigen Wochen in die Herzen der Fans gespielt. Mit 78:59 fertigte sie zuletzt die Frankfurt Skyliners ab. Und es war nicht nur die Art und Weise des Sieges, sondern die vielen spannenden Seiten des Teams, die begeisterten. Ob es der bissige Bastian Doreth war, der von der Bank kam und über eine aggressive Defensive überzeugte. Vitalis Chikoko, der in Ansätzen andeutete, sich auf der Center-Position mit Andreas Seiferth abwechseln zu können. Der korbgefährliche Jermaine Bucknor oder Brian Harper, der trotz einer miserablen Freiwurfquote nicht zum tragischen Held, sondern zum besten Schützen avancierte. Mit 4:2-Punkten hat die TBB nach drei Spielen ein erstes Markenzeichen gesetzt. Am Samstag (19 Uhr) soll bei den Phoenix Hagen der nächste Coup folgen, um vor den Heimspielen gegen die Eisbären Bremerhaven und Alba Berlin kräftig die Werbetrommel zu rühren.

Die Aufgabe, das mahnt Trainer Henrik Rödl jedoch an, sei schwer. Hagen ist ein Team, das vor allem durch seine offensive Spielweise auffällt – und damit schon so manchen Gegner vor Probleme stellte. Auch Trier hatte im letzten Jahr das zweifelhafte Vergnügen: Vor großer Kulisse konnte die TBB die berüchtigten Hagener Dreierschützen nicht kontrollieren und verlor 83:76.

Phoenix Hagen übernahm 2004 die Zweitliga-Lizenz von BG Hagen und stieg damit zur Saison 2009/10 in die Beko BBL auf. Von Beginn an beeindruckte das Team von Ingo Freyer durch Offensivleistung – kein Team nimmt mehr, und vor allem schnellere, Würfe als die „Feuervögel“. Dennoch konnte Hagen in der letzten Saison dem Abstiegs-Tod nur knapp von der Schippe hüpfen. Am letzten Spieltag kam es zur entscheidenden Partie gegen die Gießen 46ers, die Hagen vor laufenden Sport1-Kameras mit 85:72 für sich entschieden – Klassenerhalt auf den letzten Drücker.

Dem folgte ein Umbruch: Schmerzen bereitete Ingo Freyer vor allem der Weggang seines Kapitäns Zygimantas Jonusas (wechselte nach Italien). Aber auch die Transfers von Marc Antonio “TJ” Carter und Jordan Hasquet waren nicht ganz einfach zu kompensieren. Gehalten wurde Point Guard Davin White, der Mann, den sie den “Retter” nennen, weil er maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt hatte. Mit David Bell kam ein alter Bekannter zurück, der 31-Jährige spielte vor zwei Jahren schon einmal an der Volme. Larry Gordon und Abe Lodwick passen ebenso in Freyers Offensivkonzept wie Forward Dino Gregory und die vielleicht spektakulärste Neuverpflichtung, Adam Hess, der von den Artland Dragons nach Hagen wechselte. Am Brett setzt Freyer auf Routine – die bekommt er von Bernd “Storch” Kruel, mit 36 Jahren einer der dienstältesten Beko BBL-Akteure, und Björn Schoo (31). Kruel und Schoo könnten dabei gleichzeitig gegen bewegliche Center wie Andi Seiferth die Schwachstelle im Hagener Team sein – inwiefern das bei soviel geballter “Firepower” aus der Distanz ins Gewicht fällt, bleibt allerdings abzuwarten.

Bisher steht Phoenix Hagen nach vier Spielen mit ausgeglichener Bilanz auf Platz 11 der Tabelle. Zwei Siegen beim MBC (93:81) und zu Hause gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig (89:78) stehen zwei Niederlagen gegenüber: zum Auftakt in Gießen (68:73) und am letzten Spieltag, rekordverdächtig, in Berlin. Die “Albatrosse” hatten wohl das richtige Rezept gegen die Feuervögel entdeckt und gewannen klar und deutlich mit 109:67.

Henrik Rödl, der mit seinem Hagener Kollegen Ingo Freyer zwei Jahre in Berlin zusammen spielte, ist gewarnt: “Hagen ist eine Mannschaft, gegen die wir uns immer schwer tun; es erwartet uns hier ein wirklich hartes Auswärtsspiel. Hagen ist sehr explosiv und vor allem heimstark. Sie spielen das gleiche Programm wie die letzten zwei Jahre, sehr offensiv geprägt, mit vielen guten Dreierschützen. Allerdings haben sie sich im Vergleich zum letzten Jahr nochmals personell verbessert und dieses Jahr auch schon zwei Spiele gewonnen. Wir müssen uns auf ein sehr schnelles Spiel einstellen und vor allem David Bell, Larry Gordon und Davin White im Auge behalten – allerdings besteht auch der Rest der Mannschaft aus guten Schützen. Man sollte Hagen nie zu leichten Würfen kommen lassen, denn die treffen sie sicher – und manchmal treffen sie auch die schweren. Dennoch denke ich, dass wir eine Chance haben, bei uns sind alle “Mann an Bord” und werden für die Siegchance kämpfen.” Zumal der Auftakt der TBB Trier auch Lust auf mehr Erfolgserlebnisse gemacht hat.

+++Livestream aus Hagen+++

Livestream ab 18.30 Uhr – Spielbeginn in Hagen ist um 19 Uhr. Bereits ab 18.30 Uhr meldet sich Moderator Chris Schmidt zusammen mit seinem Co-Moderator mit Vorberichten, Analysen und Interviews im TBB-Livestream.

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