TBB Trier: Katastrophenviertel verhagelt den Heimsieg

Trier verliert mit 82:88 gegen Phoenix Hagen, verspielt 18-Punkte-Vorsprung

Phoenix Hagen schlägt Trier mit 82:88. Die TBB bricht am Ende komplett ein und vergibt einen 18-Punkte-Vorsprung. Auch ein starker Rückkehrer kann die Niederlage vor 3893 Zuschauern nicht verhindern.

Im Basketball gibt es kein sicheres Polster – schon gar nicht gegen traditionell offensivstarke Teams wie Phoenix Hagen. Trotzdem deutete über weite Strecken nichts darauf hin, dass Trier am Samstagabend eine weitere Heimniederlage einstecken würde.

Andi Seiferth. Foto: Thewalt

Endlich wieder fit: Andi Seiferth. Foto: Thewalt

Ohne den erneut verletzten Tony Canty (Muskelfaserriss) sowie Jermaine Bucknor, ging die TBB endlich wieder mit Andi Seiferth und Mathis Mönninghoff in die Partie. Seiferth wurde von seinen Mitspielern auch prompt in Szene gesetzt und meldete sich mit insgesamt 21 Punkten eindrucksvoll zurück. Hagen hatte mit dem Rückkehrer erhebliche Probleme, ein ums andere Mal stand der Nationalspieler mutterseelenallein unterm Korb, verwandelte aber auch im Post-Up sicher.

Ebenfalls erfreulich: Laurynas Samenas mit insgesamt 12 Punkten. Der Litauer strahlte aus der Distanz endlich die erhoffte Gefahr aus. Beide profitierten vom massiv verbesserten Passspiel der TBB, die den Ball geduldig um die Hagener Verteidigung rotieren ließ, bis der freie Mann gefunden war; exzellentes Rebounding ermöglichte zweite und dritte Wurfchancen – kurzum, ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu den recht kopflosen Einzelaktionen gegen Quakenbrück. Die TBB erspielte sich in der Folge bis zu 18 Punkte Vorsprung, auf Hagener Seite schien nur David Bell (27 Punkte) in Normalform.

Kehrtwende im dritten, Kollaps im Schlussviertel

Dann aber wendete sich das Blatt auf fatale Weise. Ingo Freyer stellte sein Team zur Mitte des dritten Viertels besser auf die Trierer Attacken ein bzw. die eigene Defensive auf Zonenverteidigung um, in der Folge gab es für die lange Garde um Andi Seiferth kaum noch verwertbare Anspiele und keine einfachen Punkte mehr. Zudem hatten die Feuervögel nach mageren Quoten in der ersten Halbzeit endlich ihren Wurf gefunden.

Vita Chikoko. Foto: Thewalt

Chikoko ließ es krachen, war am Ende aber kein Faktor mehr. Foto: Thewalt

Bis zum Ende des dritten Viertels verkürzten die Gäste langsam aber stetig, schmolzen den einstmals stolzen Vorsprung auf klägliche fünf Punkte ein. Erschreckenderweise tat sich die TBB gegen die neu formierte Hagener Defense nicht nur schwer, sie kollabierte regelrecht. Vom koordinierten Setplay der ersten 25 Minuten war fortan nichts mehr zu sehen, stattdessen flüchteten sich Ward, Anderson und Hughes (1 von 8 aus dem Feld) in Alleingänge, mit ähnlichem Ergebnis wie gegen Quakenbrück.

Auch die letzte Viertelpause brachte keinen Umschwung mehr. Hagen rollte, Bell wurde von Dorris und Gordon entlastet (Dorris mit 12 Punkten im Schlussviertel) und erkämpfte sich schnell den Führungswechsel. Danach ließen sich die Gäste die Butter nicht mehr vom Brot nehmen – nicht zuletzt, weil die TBB keine kreativen Lösungen gegen das Hagener Bollwerk fand und das energische Rebounding der ersten Halbzeit vollständig vermissen ließ.

Gäste-Coach Ingo Freyer attestierte der Zonenverteidigung im dritten Viertel maßgeblichen Anteil am Sieg seiner Mannschaft: „Wir hatten dann ein, zwei gute Defenses, das hat uns Selbstvertrauen gegeben.“ Henrik Rödl formulierte treffend: „Das ist eine bittere Niederlage, denn wir waren drei Viertel lang das dominierende Team“. Fazit nach vier Vierteln: Die TBB sucht weiterhin ihre spielerische Identität. Auswärts gegen Bamberg (25.11.) wird dieses Projekt schon bald auf die nächste harte Probe gestellt.

Statistik

TBB Trier: Anderson (23), Seiferth (21), Samenas (12), Chikoko (11), Hughes (8), Schmidt (4), Mönninghoff (3), Ward, Buntic (je 0)

Phoenix Hagen: Bell (27), Dorris, Gordon (je 18), Ramsey (12), Gregory (7), Khartchenkov (4), Wendt (2), Kruel, Geske, Dugat (je 0)

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Kommentare (1)

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  1. Trierer sagt:

    Trierer Weg? Lachhaft. Der Trierer Basketball auf dem Weg zurück in die Steinzeit. Teure pseudo-NBA-Stars ziehen die pure Egozockerei ab. Mein Bedarf für diese Saison ist gedeckt.

    Traurig ist nur das man letzte Saison auf einem guten Weg war. Da hatte man eine Mannschaft jetzt nur noch jeweils fünf Spieler.

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