TBB Trier: Geburtstagskind Hughes trifft zum Sieg im Derby

Trier gewinn auch das Rückspiel gegen Bonn - Hughes und Schmidt spielen groß auf

Trier gewinnt auch das Rückspiel gegen die Telekom Baskets Bonn dank Trevon Hughes, Stefan Schmidt und einer giftigen Defensive. Am Ende sorgt ein spektakulärer Gamewinner für die Entscheidung.

Matchwinner und Geburtstagskind: Trevon Hughes. Foto: Thewalt

Matchwinner und Geburtstagskind: Trevon Hughes. Foto: Thewalt

Die gute Nachricht gleich zu Spielbeginn: Laurynas Samenas stand trotz kürzlicher Trainingsverletzung im Aufgebot der TBB. Besser noch, der Litauer sorgte mit zwei Dreiern und einem Zucker-Assist auf Andi Seiferth für einen sehr guten Start der TBB ins Anfangsviertel. Mit den hellwachen Trierern kamen die Gäste nicht zurecht, so haderte ein Tony Gaffney wahlweise mit sich selbst oder den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Nach einem kraftvollen Drive des wiedergenesenen Jermaine Bucknor und einem wilden Buzzerbeater von Jermaine Anderson ging es mit einer 23:15-Führung in den zweiten Spielabschnitt.

Die leichte Überlegenheit der Gastgeber konnte auch von der zweiten Garde aufrechterhalten werden, allen voran von Stefan Schmidt, den die Baskets derart unterm Korb verwaisen ließen, dass der Backup-Center die einfachen Punkte vor Überraschung teils fast noch verlegt hätte. Und obwohl er nur einen von fünf Freiwurfversuchen verwandeln konnte, stand der 24-Jährige zur Halbzeit mit 13 Punkten als Trierer Topscorer da.

Bonn erst im zweiten Viertel in der Partie

Mit der Herrlichkeit der Hausherren war es Mitte des zweiten Viertels jedoch bald vorbei. Zu einer unterirdischen Freiwurfquote von 27% (50% bei Spielende) gesellte sich recht bald auch eine Flaute aus dem Feld. Eine Reihe unglücklicher Fehler unterlief vor allem Vitalis Chikoko.

Spielmacher Eugene Lawrence hatte die TBB weitgehend im Griff. Foto: Thewalt

Baskets-Spielmacher Eugene Lawrence konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Foto: Thewalt

Der Simbabwer vertändelte erst ohne Not den Ball, produzierte danach ein Offensivfoul und ließ sich zu allem Übel auch noch von Jamel McLean auf Poster packen. Diese Schwächephase nutzte Bonn zum Anschluss. Ein sicherer Mitteldistanzjumper von Trevon Hughes rettete die TBB gerade so mit einer 38:37-Führung in die Pause. Im dritten Spielabschnitt sahen die 4271 Zuschauer ein ausgeglichenes, allerdings auch weniger ansehnliches Spiel – die Turnover-Rate schnellte nach oben, die Wurfquoten dafür in den Keller. Immerhin blieb die TBB defensiv weiter hart am Gas und reboundete exzellent (15 zu 1 Offensivrebounds für Trier). Trevon Hughes gab unterdessen den offensiven Alleinunterhalter mit – unter anderem – zwei wichtigen Dreiern. Hughes stand schließlich auch im Mittelpunkt des Aufregers am Viertelende: Mangold foulte den Point Guard im Spielaufbau unnötig hart, was die Referees auch ahndeten. Die wollten anschließend aber einen unrechtmäßigen Kontakt von Samenas an McCray gesehen haben, eine strittige Entscheidung, die von den Zuschauern mit einem Pfeifkonzert quittiert wurde. Immerhin: Vor dem Schlussviertel hatte sich die TBB wieder eine 56:51-Führung erkämpft.

Hughes trifft zum Sieg in enger Schlussphase

Wirklich spektakulär wurde es erst im letzten Viertels dieses hitzigen Derbys. Einen Fastbreak schloss der einfliegende Warren Ward mitsamt Bonusfreiwurf ab, nach feinem Luftanspiel von Hughes. Obendrauf gab’s ein Unsportliches Foul für Bonn, doch den Extra-Angriff vergab Seiferth unglücklich.

Zusammen mit Stefan Schmidt die Offensivkraft der ersten Hälfte: Laurynas Samenas. Foto: Thewalt

Zusammen mit Stefan Schmidt die Offensivkraft der ersten Hälfte: Laurynas Samenas (13 Punkte). Foto: Thewalt

Zwar schaltete Trier defensiv noch einen Gang hoch, vor allem der giftige Hughes fing einige Pässe ab. Doch vollends unnötige Ballverluste wie der von Seiferth bei vier Minuten Restspielzeit machten es Bonn möglich, weiter in Schlagdistanz zu bleiben. Ein Bogenlampen-Dreier von McCray mit der wahrscheinlich höchsten Flugkurve aller Zeiten bedeutete das 69:66, Eugene Lawrence verkürzte mit zwei Freiwürfen weiter auf 69:68. Gold wert war daher der folgende Dreier von Hughes, den aber Gaffney postwendend  beantwortete – resultierend im 71:71 bei knapp über eine Minute zu spielen.

Es brauchte „Cojones“; Trier bekam sie in Gestalt von Jermaine Bucknor und Trevon Hughes. Ersterer polierte die Freiwurfquote der Gastgeber gerade rechtzeitig auf, traf seine beiden Versuche von der Linie sicher. Dann machte sich Hughes mit einem Buzzerbeater aus der linken Ecke, der eigentlich eine Verzweiflungstat war, das schönste Geschenk zu seinem 27. Geburtstag – einen Gamewinner zum Heimsieg. Bonn brachte keinen erfolgreichen Angriff mehr durch, sodass die TBB das Derby schließlich mit 75:71 gewann.

Statistik

TBB Trier: Hughes (16), Schmidt, Samenas (je 13), Seiferth (12), Ward (8), Chikoko (4), Bucknor (4), Mönninghoff (3), Anderson (2), Petric (0)

Telekom Baskets Bonn: Brooks (21), Veikalas (12), McCray, Lawrence (je 9), McLean (8), Gaffney (7), Mangold (5), Looby, Wachalski (je 0)

 

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