TBB Trier: Mit 450 Fans nach Bonn – Rödl hofft auf Basketball-Fest

Von Florian Schlecht

Derbyzeit in der Basketball-Bundesliga. Am Sonntag reist die TBB Trier mit neun Fanbussen zu den Telekom Baskets Bonn (17 Uhr). Nate Linhart ist nach einer Magen-Darm-Grippe wieder fit.

Mit 450 Fans im Rücken will die TBB Trier um Andreas Seiferth in Bonn überraschen. Foto: Helmut Thewalt

Es bahnt sich schon ein historischer Tag für die TBB Trier an mit diesem 1. April 2012. Das weiß auch Heiko Schmitz vom Fanclub „Fastbreak“. Nein, nicht nur das Spiel bei den Telekom Baskets Bonn am Sonntag (17 Uhr) weckt die Vorfreude, „weil es noch das einzige richtige Derby ist, in dem immer eine gewisse Rivalität liegt“, strahlt er. Viel eher sind es die 450 Fans, die sich in neun Bussen auf den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt machen, um die TBB im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga zu unterstützen. „Das wird die größte Auswärtsfahrt zu einem regulären Ligaspiel in der Geschichte des Trierer Basketballs“, weiß Schmitz. Mit der Unterstützung des Fanbeirats ist die Reise kostenlos. Eine Pfandbecher-Aktion in der Arena fuhr einen großen Teil der Kosten ein. „Seit Henrik Rödl und sein Team hier arbeiten, hat sich bei den Fans einiges entwickelt, es ist eine ganz neue Begeisterung da“, freut sich Schmitz auf eine stimmungsreiche Tour.

Darauf setzt auch Trainer Rödl, um im Derby eine Überraschung im Abstiegskampf zu erzielen. „Es ist definitiv kein gewöhnliches Auswärtsspiel für uns, vielleicht geben uns die vielen Fans einen ähnlichen Glauben wie daheim“, hofft der Europameister von 1993, den die Spiele gegen Bonn schon mehrfach gefesselt haben. „Es artet nie in eine unfaire Stimmung aus, beide Fanseiten feiern untereinander, das ist einfach wunderbar.“ Zu einem Basketball-Fest will Rödl mit seinen Männern einen Anteil leisten, „indem wir ein Spiel auf einem hohen Niveau anbieten“.

Nate Linhart meldet sich gesund

Ein Mann für das Derby: Nate Linhart ist wieder fit. Foto: Helmut Thewalt

Die Zeichen dafür stehen günstig. Nate Linhart hat sich nach einem hartnäckigen Magen-Darm-Infekt wieder gesund gemeldet. Der US-Amerikaner fehlte bei der deutlichen 51:73-Heimpleite gegen die Artland Dragons in allen Bereichen. „Er ist einer unserer stabilsten Leistungsträger, spielt seit Wochen auf einem hohen Niveau, hat sich in der Liga zurecht gefunden und ist aus unserer Startformation gar nicht mehr wegzudenken“, so Rödl, der an Linhart auch die Eigenschaften schätzt, die bei der „Stiftung Warentest“ zum klaren Ergebnis „derbytauglich“ führen würden. „Nate spielt aggressiv in der Verteidigung, ist giftig und auch offensiv immer für Überraschungen gut.“

Ein weiteres Problem waren gegen Quakenbrück die Würfe aus der Distanz, zuletzt zitterten der TBB da mehrfach die Händchen. Das Gegenmittel von Rödl: „Drüber sprechen, was wir falsch gemacht haben – und dann in die Halle gehen, hart arbeiten und sich irgendwann belohnen.“ Dem Prinzip vertraut der Trainer, im Hinspiel gegen Bonn ging das auch auf, als Trier mit der Schlusssirene 71:70 gewann – und nach einer Niederlagenserie den Startschuss für sechs Heimsiege in Folge setzte. „Irgendwann gewinnt man wieder und dann läuft es. Irgendwann trifft man wieder und auch dann läuft es. So ist das im Sport.“

Bonn verpasste vor wenigen Tagen knapp den Pokalsieg

Darf Henrik Rödl in Bonn jubeln? Foto: Helmut Thewalt

Ohne Angst will die TBB daher auch ins Rückspiel gehen. Wobei Rödl um die Qualität der Truppe von Ex-Nationalspieler Michael Koch weiß, die am vergangenen Wochenende  eine bittere Pille schlucken musste. Im Final-Four um den deutschen Basketball-Pokal erreichte sie in eigener Halle vor 6000 Zuschauern das Finale gegen Bamberg – und unterlag dem Nonplusultra der Bundesliga mit 73:82. Die Medien pflegten danach hämisch das Image von Bonn als „ewigem Zweiten“, weil die Telekom Baskets fünfmal Vizemeister und auch 2005 am Cup-Erfolg gescheitert waren. Als Achter der Liga fokussiert sich das Team nun auf die Playoffs. „Das Wichtigste ist nun, dass die Mannschaft das nicht so krass nimmt, dass sie daran zerbricht“, sagte Koch gegenüber Sport1 nach der Enttäuschung. „Das reißt einen im Moment ein wenig herunter.“

Rödl sah sich das Finale vor dem Fernseher an und sah starke Bonner. „Sie standen immer kurz davor, das Spiel zu drehen, was gegen eine Übermannschaft wie Bamberg keine Selbstverständlichkeit ist.“ Besonders schätzt der TBB-Coach beim Gegner Spielmacher Jared Jordan, der es auf elf Punkte und 8,4 Assists pro Partie bringt. „Er ist vielleicht der beste Point Guard der Liga. Wie er seine Mitspieler in Szene setzt und selber punktet, ist einfach genial.“

Die Defensivkünste der Trierer werden sich so auf den Improvisationskünstler konzentrieren, der nicht auszurechnen ist. „Wir müssen aggressiv verteidigen, die Räume verengen und dürfen kaum Fehler machen“, weiß Rödl um die Schwere der Aufgabe. Doch nach acht Auswärtspleiten in Folge reist die TBB mit großer Unterstützung nach Bonn. Daraus zieht auch Heiko Schmitz vom „Fastbreak Trier“ seine Hoffnung, um nicht nur einen historischen, sondern um einen unvergesslichen Tag zu erleben. „Die Mannschaft“, verspricht er, „wird schon merken, dass wir sie anfeuern.“

+++++TBB in Kürze+++++

Neuer Abfahrtsort der Fanbusse – Die Fanbusse fahren am Sonntag um 14 Uhr los. Der neue Abfahrtsort ist die Dasbachstraße beim Arbeitsamt. Die Tickets für das Spiel werden vor Ort ab 13 Uhr ausgegeben. In Schweich ist die Abfahrt um 14 Uhr am Schwimmbad-Parkplatz. Hier werden die Tickets ab 13.15 Uhr ausgegeben.

Livestream aus Bonn – Für alle Fans, die nicht mit nach Bonn fahren können, ist das Auswärtsspiel der TBB Trier natürlich im Livestream zu hören. Dieser ist kostenlos abrufbar auf dem neuen Basketballportal www.basketball-stream.de sowie auf den Seiten von RTL Radio 93.3 und 97.0 (www.rtlradio.lu). Moderator Chris Schmidt meldet sich gegen 16:20 Uhr mit ersten Analysen aus Bonn.

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