Niederlage im vorletzten Test – 84:90 in Aalst

Die TBB Trier hat ihr vorletztes Testspiel gegen Generali Okapi Aalstar mit 84:90 verloren. Brian Harper war Topscorer mit 17 Punkten und 12 Rebounds. Am Samstag steht die Generalprobe vor dem Bundesliga-Start auf dem Programm. Dann empfängt das Rödl-Team in der Arena Antwerpen.

Es ist die Phase kurz vor der Saison, zwischen Trainingslager und Testspielen. Der Saisonstart rückt näher, Trainingseinheiten und Vorbereitungsspiele müssen absolviert werden – auch wenn Spieler angeschlagen sind. Es geht nicht ums Ergebnis, sondern um den Plan.

So traf die TBB Trier denn am Samstagabend mit einer arg verkleinerten Rotation im belgischen Aalst auf Generali Okapi Aalstar – den Trierer Fans ein Begriff als beliebter Testgegner, außerdem als sportliche Heimat der Ex-Trierer Chris Copeland und, neuerdings, Derek Raivio. Dragan Dojcin (Achillessehne), Jone Lopes (Lungenentzündung) und Vitalis Chikoko (Knöchel) wurden zu Hause gelassen oder geschont, Youngster Luka Buntic war mit der Regionalliga-Mannschaft unterwegs – auf den großen Positionen sah es also dünn aus für die TBB, die sich redlich mühte, sich aber am Ende mit 90:84 geschlagen geben musste.

Die Gastgeber starteten schnell und konzentriert. Der ehemalige Trierer Derek Raivio traf den Dreier zum 7:2 bevor der Neu-Trierer Brian Harper das Heft in die Hand nahm und mit langem ersten Schritt von rechts auf den Korb zustürmte – ein krachender, einhändiger Dunk zum 7:4. Harper sollte auch der überragende Trierer Akteur werden – einer musste ja die „langen“ Kollegen vertreten.

Die TBB fand in die Partie, konnte sich durch konzentrierte Offensive und engagierte Defense Vorteile erarbeiten. Jarrett Howell erzwang einen Ballgewinn gegen Derek Raivio, weil der nach Ansicht der Schiedsrichter länger als 8 Sekunden in der eigenen Hälfte verbrachte. Howell und Bastian Doreth brachten Trier per Dreier mit sechs Punkten in Führung (15:21). Doch Aalst verteidigte ebenfalls aggressiv, die beiden Guards Anderson und Clark lauerten ständig auf den Ballgewinn, das gelang auch ab und zu und mündete in spektakulären Fastbreak-Aktionen – 22:24 nach dem ersten Viertel einer schnellen und unterhaltsamen Partie.

Im zweiten Viertel geriet die sowieso schon „verkleinerte“ TBB in Foulprobleme, Mönninghoff musste früh mit drei Fouls auf die Bank. Dazu leistete sich Henrik Rödls Team einige Ballverluste – es fehlte, bei nur noch „siebeneinhalb“ aktiven Spielern, die Konstanz in der Rotation. Aalst nutzte diese Vorteile eiskalt, bediente entweder die langen Leute oder machte das Spiel über Raivio, Clark und Anderson schnell. Zur Halbzeit stand es 49:37.

Trier gab sich nicht auf, im nunmehr dritten Jahr ist die kämpferische Einstellung ein Markenzeichen der Moselstädter. Brian Harper suchte und fand das Duell gegen den deutlich kompakter gebauten Thomas Dreesen, kämpfte unermüdlich um jeden Rebound und verwertete Tip-Ins seiner Kollegen. Ein Dreier von Doreth und ein Korbleger mit der Pausensirene machten den Rückstand nach drei Vierteln wieder einstellig: 68:59.

Trier suchte im letzten Viertel sein Heil in der Ganzfeldpresse, nahm dabei den ein oder anderen schnellen Korb der Gastgeber in Kauf – wieder war es Anderson, der per Alley Oop zum 84:73 abschließen konnte. Doch der Vorsprung der Belgier schmolz, wieder waren es Doreth per Dreier und Linhart mit aggressivem Zug zum Korb, die Trier im Spiel hielten: 42 Sekunden vor dem Ende stand es 84:78. Doch Aalst gab sich an der Freiwurflinie keine Blöße, brachte das Spiel mit 90:84 zu Ende.

Ein Test mit Licht und Schatten

Der Trierer Headcoach Henrik Rödl beurteilte das Spiel denn auch gewohnt realistisch: „Wir haben eine Mannschaft, die explosiv ist, die in kürzester Zeit Rückstände wettmachen kann, das hat man heute gesehen. Wir haben von außen getroffen und das Spiel schnell gemacht. Auf der anderen Seite müssen wir noch viel dazulernen, in einigen Situationen in der Offense und in der Verteidigung solider sein. Unsere großen Spieler Dragan Dojcin und Vitalis Chikoko haben uns heute gefehlt, dadurch hatten wir weniger Konstanz in der Rotation. Insgesamt war das heute ein guter Test, aber wir haben noch einige Hausaufgaben vor uns, um in der Liga konkurrenzfähig zu sein. Ich freue mich auf das Heimspiel gegen Antwerpen nächsten Samstag, bis dahin wird die Mannschaft einen weiteren Schritt gehen.“

Punkteverteilung Trier: Brian Harper 17/12 Reb, Nate Linhart 16/4/4 Ast, Barry Stewart 15, Bastian Doreth 11 (3/5 Dreier), Andi Seiferth 10/5 Reb, Jarrett Howell 9/4 Ast, Mathis Mönninghoff 6, Joshiko Saibou 0, Vitalis Chikoko (n.e.).

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