TBB Trier: Sensationssieg! Trier schlägt Ulm mit 79:84

TBB entführt Sieg aus Ulm - Ward mit 24 Punkten - Mönninghoff verletzt

Wenn Trier beim haushohen Favoriten gastiert und mit Mathis Mönninghoff der nächste Leistungsträger verletzt ausfällt – dann erwarten auch notorische Optimisten keinen Auswärtssieg. Geschweige denn einen, in dem sich die TBB zeitweise mit 18 Punkten absetzen kann. So geschehen am Samstagabend, als die TBB ratiopharm Ulm in eigener Halle schlägt.

Rise and Shine, Mr. Ward: Der Rookie musste viel Veranwtortung übernehmen - er ließ sich nicht zweimal bitten. Foto: Thewalt
Rise and shine, Mr. Ward: Der Rookie musste Verantwortung übernehmen – er ließ sich nicht zweimal bitten. Foto: Thewalt

Als wäre das Lazarett nicht schon voll genug, trägt sich nun auch Mathis Mönninghoff in die Invalidenliste der TBB ein – der 21-Jährige zog sich am Donnerstag eine Bänderverletzung zu und wird wochenlang ausfallen. Auch Andi Seiferth und Tony Canty konnten einmal mehr nicht ins Geschehen eingreifen. Frei nach dem Motto „Jetzt erst recht“ zeigte die TBB allerdings einigen Charakter und spielte die total überrumpelten Ulmer vor allem in der ersten Hälfte regelrecht an die Wand. Warren Ward, durch Mönninghoffs Ausfall in die Startformation gerückt, drückte dem Spiel sofort seinen Stempel auf. Er allein verbuchte drei Dreier im ersten Viertel; unter seiner Führung legten die Gäste los wie die Feuerwehr und einen lupenreinen 10-0-Run hin. Vitalis Chikoko (14 Punkte, 4 Rebounds) knüpfte an seine jüngsten Leistungen an und hielt das Trierer Feuer am lodern, als Ward durch zwei Fouls früh gehemmt wurde. Auch Pro-A-Neuzugang Marin Petric trat furchtlos in Erscheinung, führte sich gleichfalls mit einem Dreier ein. Ulm wachte nur langsam auf, Trier konnte sich mit bis zu 18 Punkten deutlich absetzen – ein Spielverlauf, den so wohl niemand antizipiert hätte. Erst kurz vor der Pause konnten die Gastgeber den Rückstand wieder abbauen, mauserten sich vor allem durch Freiwürfe von Per Günther, Matt Howard und Cam Long wieder heran. Mit 29:41 ging es aber immer noch ungewohnt deutlich, und aus Trierer Sicht absolut positiv, in die Halbzeitpause.

Ulm berappelt sich nach der Pause – aber Trier beweist Moral

Thorsten Leibenath konnte das planlose Auftreten seiner Truppe nicht gefallen haben – nach seiner mutmaßlich kritischen Pausenansprache kehrten die Gastgeber in der Form aufs Parkett zurück, für die sie bekannt sind. Zwar erhöhte Jermaine Anderson die Trierer Führung nochmal per Dreier, doch vor allem Nationalspieler Per Günther (24 Punkte) bewies Klasse und brachte sein Team Schritt für Schritt heran.

War nicht auf Kuschelkurs, doch seine 20 Punkte reichten nicht: Mönninghoff kann's nicht fassen. Foto: Thewalt
Und der nächste muss dran glauben: Mathis Mönninghoff erlitt eine Bänderverletzung. Foto: Thewalt

Die 6000 Zuschauer in der ausverkauften ratiopharm-Arena peitschten ihre Mannschaft nach der albtraumhaften ersten Halbzeit umso mehr zum Ausgleich, den schließlich Keaton Nankivil per Freiwurf zum 55:55 besorgte. Ulm schien, nun seiner Rolle gerecht geworden, das Spiel an sich zu reißen – aber Trier hielt beharrlich dagegen. Der bärenstarke Anderson gab sich noch einmal mit einem Dreier die Ehre, stellte die Trierer Führung kurz vor dem Ende des dritten Viertels wieder her, Per Günther konterte mit einem untypischen Schrittfehler. Beste Voraussetzungen für ein spannendes Schlussviertel, das es dann auch wahrlich geben sollte: In einem Kopf-an-Kopf-Rennen, das mehrere Führungswechsel sah, übernahm Warren Ward die Rolle des Go-to-Guys und legte in der entscheidenden Phase acht Punkte auf. Trévon Hughes, eigentlich mit einem rabenschwarzen Tag, glich bei nur noch 1:30 Minuten Spielzeit zum 74:74 aus – danach riss die TBB das Spiel quasi zum zweiten Mal an sich. Chikokos Führungstreffer zum 75:77 führte zur Ulmer Auszeit, die den Gastgebern aber nichts einbrachte, weil Adam Hess einen nervösen Airball produzierte. Nochmal gab es eine Auszeit, nach der Jermaine Bucknor die Führung mit zwei Freiwürfen weiter erhöhen konnte.

Ulm musste nun die Uhr stoppen, foulte taktisch; aber wie Bucknor bewiesen auch Anderson und Ward Nervenstärke von der Freiwurflinie. Letztlich rissen sich die dezimierten Trierer einen hochverdienten 79:84-Auswärtssieg unter den Nagel, den man bei aller Bescheidenheit wohl als kleine Sensation verbuchen darf. Henrik Rödl zeigte sich im TBB-Livestream überglücklich, bedauerte aber auch den schmerzenden Ausfall von Mathis Mönninghoff: „Eine solche Seuchensaison habe ich in meiner Karriere auch noch nicht erlebt“. Mit neuem Selbstbewusstsein geht es schon am 2. November in der heimischen Arena gegen die Fraport Skyliners.

Statistik

ratiopharm Ulm: Günther (24), Howard (13), Nankivil (8), Clyburn, Hess (je 7), Plaisted (6), Sosa, Schwethelm (je 5), Theis, Long (je 2)

TBB Trier: Ward (24), Anderson (18), Chikoko (14), Bucknor (13), Samenas (6), Hughes (4), Petric (3), Schmidt (2), Wenzl (0)

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