TBB Trier: Stark angefangen, stark nachgelassen – Niederlage in Gießen

Von Vinzenz Anton

Die TBB Trier verpasst mit einer 66:80-Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Gießen den Schritt zum sicheren Klassenerhalt. Das Rödl-Team begann stark, musste aber zum Ende hin dem hohen Anfangstempo und der Defense der Gastgeber Tribut zollen. 

Headcoach Henrik Rödl hatte sein Team gut eingestellt. Foto: Vinzenz Anton

Headcoach Henrik Rödl hatte sein Team gut eingestellt. Foto: Vinzenz Anton

Am Mittwochabend unterlag Basketball-Bundesligist TBB Trier beim Gründungsmitglied LTi Gießen 46ers mit 66:80. Dass sich die TBB viel vorgenommen hatte, wie von Trainer Henrik Rödl zuvor angekündigt, konnte man im ersten Viertel an mehreren Dingen sehen: Der von verschiedenen Seiten zuletzt scharf kritisierte Distanzwurf der Trierer fand endlich mal sein Ziel. So landeten bis zur Pause schon drei Dreier im Ring. Für Trierer Verhältnisse eine sehr gute Ausbeute bei neun Versuchen (33%). In der Offensive sorgten vor allem „Most improved Player“ Philip Zwiener mit sieben Punkten und Point Guard Dru Joyce mit sechs Zählern für einen gelungenen Start, welcher durch eine solide Verteidigung komplettiert wurde. So konnte der erste Abschnitt souverän mit 17:24 für das Gästeteam von der Mosel entschieden werden.

TBB rettet Führung bis zur Pause

Im zweiten Viertel spielte sich ein Ex-TBBler in die Herzen der 3420 Zuschauer: Barry Stewart war schon im Hinspiel überragender Mann beim knappen 71:74-Sieg für Gießen. Damals wurde Stewart in seinem „alten Wohnzimmer“, der Arena in Trier, Topscorer mit 19 Punkten. Auch diesmal war der Mann mit der Nummer 4 aus Trierer Sicht zum Nachteil seiner alten Kollegen sehr motiviert, denn ihm gelangen bis zur Pause schon neun Punkte. Bei Trier punktete außer Zwiener und Joyce  noch Zirbes mit acht Punkten stark, so dass Gießen das zweite Viertel nur mit fünf Zählern Differenz mit 20:15 für sich entschied.

5vier-Foto: Vinzenz Anton

Sorgenfalten machten sich bei Coach Henrik Rödl gegen Ende des zweiten Viertels breit, als sich Nate Linhart sein drittes Foul abholte und foulbedingt auf der Bank Platz nehmen musste. Zudem lag die Gießener Dreipunkt-Trefferquote bei überdurchschnittlichen 55 Prozent, wovon Trier nur träumen konnte.

In der zweiten Halbzeit war es Kämpfer Nate Linhart, der nach Punkten für die 46ers die ersten Trierer Zähler erzielen konnte. Doch in der Folge zog Gießen auf 48:44 davon. Diesen Rückstand konnte die TBB noch in eine 52:54-Führung zum Ende des dritten Viertels verwandeln.

Einbruch in Viertel 4 – Stewart mit 100% Dreier-Trefferquote

Auch wenn die TBB das Reboundduell letztendlich für sich entschied, konnte sie im letzten Viertel nichts gegen die überragenden Barry Stewart und Wayne Bernard ausrichten. Bernard war am Ende Topscorer mit 22 Punkten, dicht gefolgt von Stewart mit 20 Punkten. Zusammen trafen die beiden „Supermänner“ elfmal von jenseits der 6,75 Meter-Linie und das gesamte Gießener Team fast 64 Prozent. So einen Spitzenwert hat es lange nicht mehr in der Beko-BBL gegeben.

TBB Trier. 5vier-Foto: Vinzenz Anton

TBB Trier. 5vier-Foto: Vinzenz Anton

Und besonders Barry Stewart, der wahrscheinlich die Partie seines Lebens spielte, wird der Abend ein unvergesslicher bleiben. Er traf alle seine sechs Dreier.

So siegte am Ende Gießen verdient mit 80:66. Damit hat es Trier verpasst, den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. Gießen konnte sich durch den Sieg im Keller-Verfolgunsduell im Vergleich mit Hagen leicht absetzen. Für Trier hat sich nichts verändert: Da die unmittelbaren Konkurrenten Ludwigsburg und Hagen ebenfalls verloren, hat die TBB noch zwei Siege Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Das nächste Heimspiel steht bereits am Sonntag gegen Frankfurt an, das am heutigen Spieltag den Tabellenvorletzten Hagen mit 45 Punkten Differenz besiegte. Die TBB dürfte also gewarnt sein und versucht am Sonntag ab 17 Uhr auch die vergangene Heimspielniederlage gegen Würzburg vergessen zu machen.

Statistik

LTi Gießen 46ers-TBB Trier 80:66

Punkte für Gießen: Stewart (20), Ovcina (17), Zazai (4), Prewitt (2), Oehle (1), Nolen (3), Archibong (11), Bernard (22)

Punkte für Trier: Linhart (9), Joyce (10), Saibou (1), Zwiener (14), Dojcin (7), Seiferth (4), Washington (6), Zirbes (11), Bynum (4)

Zuschauer: 3420

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