„Talente voranbringen, die in der Bundesliga spielen können“

Von Florian Schlecht

„Die ‚Starting Five‘ sitzt an diesem Tisch.“ Mit diesen Worten stellte Vorstand Sascha Beitzel das große Herzstück für die Zukunft der TBB Trier vor: Den Trainerstab, der noch einmal um zwei Kräfte erweitert wurde. Mit der Verpflichtung von Dragan Dojcin als Jugendtrainer und Frank Baum als sportlichem Leiter sollen vermehrt Nachwuchskräfte aus der Region an die Bundesliga-Mannschaft herangeführt werden.

Aus seiner Vorliebe für die TBB Trier machte Frank Baum kein Geheimnis. Von 1994 bis 2001 trug er das Trikot des Basketball-Bundesligisten, mit dem er den Gewinn des deutschen Pokals feierte. Ein Bild von dem Triumph, das die Wand in einer VIP-Loge der Arena ziert, hielt er am Dienstag in den Händen. Auch im Trainergeschäft fasste der 43-Jährige Fuß in Trier, als er von 2003 bis 2007 Assistent des damaligen Headcoaches Joe Whelton war. Ab dem Sommer wird Baum wie vorab gemeldet in einer ganz neuen Rolle zu seinem alten Verein zurückkehren. Zukünftig wird er als sportlicher Leiter bei der TBB arbeiten. „Emotional hänge ich sehr an dem Verein. So fiel es mir leicht, mich für die Aufgabe zu entscheiden“, sagte Baum.

Wie sein Aufgabenfeld abgesteckt ist, ob er Trainer Henrik Rödl bei der Kaderplanung und dem Scouting unterstützt, all das ist noch zu klären. „Die Gespräche, wie ich mich einbringen kann, werden ab dem 1. Juni stattfinden.“ Vorher gilt seine Konzentration noch den Kleinstaatenspielen, bei denen er die luxemburgische Nationalmannschaft im eigenen Land betreut und große Ziele vor Augen hat. „Wir erhoffen uns eine Medaille. Wenn es Gold ist, wäre das nach sieben Jahren der Zusammenarbeit ein krönender Abschluss für alle Seiten.“

Das Ziel: Junge Spieler aus der Region in die Bundesliga führen

Maik Zirbes, TBB Trier

Vorbild Maik Zirbes: „Es ist in unserem Interesse, Spieler von seiner Sorte heranzuziehen.“ Foto: Thewalt

Der Deal mit Baum kann ein echter Gewinn für die TBB Trier sein, die sich mit der Ausbildung junger, deutscher Spieler ein anerkanntes Image aufgebaut hat. Der nächste Schritt des Konzeptes kann es da nur sein, Hoffnungsträger aus dem eigenen Nachwuchs zu entwickeln und an die Bundesliga heranzuführen. Dabei soll der neue Mann mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen helfen. Das Ziel von Baum: „Wir wollen Talente voranbringen, die in der 1. Liga spielen können.“

Als Paradebeispiel gilt dabei für ihn Maik Zirbes. Der 2,07-Meter-Center, der mittlerweile bei Meister Bamberg spielt, schaffte als lokale Identifikationsfigur aus Traben-Trarbach den Sprung vom Bundesliga-Novizen zum Nationalspieler „Es ist nur in unserem Interesse, Spieler von seiner Sorte heranzuziehen. Das ist eine umfangreiche und schöne Herausforderung.“

Trainer Henrik Rödl nickte die Unterstützung von Baum zufrieden ab, mit dem er früher in der B-Nationalmannschaft gespielt hat. „In vielen Bereichen haben wir bislang zu wenig Manpower gehabt. Frank ist jemand, der viel Leidenschaft einbringt, gute Verbindungen in die Region hat und viel Energie mitbringt.“

„Capitano“ Dojcin und Co-Trainer Päch bleiben

Erzielte seine ersten Punkte in der laufenden Saison: Dragan Dojcin (Archiv-Foto: Helmut Thewalt)

Arbeitet nun als U16-Trainer: Dragan Dojcin.  Foto: Thewalt

Wie ernst es der TBB Trier mit diesem Weg ist, verdeutlicht auch die Weiterverpflichtung von Dragan Dojcin. Der bisherige Kapitän, der nach Achillessehnenproblemen seine Karriere beendet hat, wird ab der kommenden Saison die U16 trainieren. Neben Josip Bosnjak ist der 37-Jährige nun der zweite hauptamtliche Jugendtrainer. „Ich bin fest davon überzeugt, dass er eine große Zukunft als Coach vor sich hat“, befand Henrik Rödl. „Wir sind froh, dass er uns als Persönlichkeit auf und außerhalb des Spielfeldes erhalten geblieben ist. Das ist ein gutes Zeichen, weil wir so Kontinuität aufbauen, wie es in unserer oft so schnelllebigen Zeit schwierig ist.“

Dojcin brennt schon auf die neue Aufgabe. „Mir ist es wichtig, dass ich den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen des Basketballs beibringen kann und sie mit Spaß spielen.“ Erhalten bleibt den Trierern dazu auch ein wichtiges Mitglied des Bundesliga-Teams: Assistenzcoach Thomas Päch hat sein Arbeitspapier bis 2016 verlängert.

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