TBB Trier: Träume von Rekordkulisse und einem Sieg gegen die Bayern

Der Countdown läuft. Am Samstag (20 Uhr) erwartet die TBB Trier den FC Bayern München in der Arena. Die Veranstalter rechnen mit einem vollen Haus und mindestens 6.000 Zuschauern. Trainer Henrik Rödl will nach guten Leistungen endlich ein Spitzenteam schlagen.

TBB-Trainer Henrik Rödl will einen Sieg gegen die Bayern. Foto: Vinzenz Anton

Henrik Rödl ist ein “alter Hase” des Basketball-Geschäfts, in dem ihn eigentlich nicht mehr viel überrumpeln kann. Für Alba Berlin erzielte er 5228 Punkte in 534 Spielen, er war Serien-Titelträger und feierte mit der deutschen Nationalmannschaft 1993 die Europameisterschaft. “Ein bisschen überrascht” ist Rödl aber schon, wenn er die Schlagzeilen über das Zuschauerinteresse verfolgt. Die Faszination, die Bayern München mit seinem Basketball-Projekt auch in der Mosel-Region ausübt, findet Rödl beeindruckend. Entsprechend angespannt ist der Trainer des Bundesligisten TBB Trier, wenn er mit seiner Mannschaft am Samstag (20 Uhr) in der Arena auf den FC Bayern trifft. “Das ist schon echtes Zugpferd und weltweit einer der größten Vereine”, glaubt auch Rödl auf einen neuen Rekord in der Halle. Die Veranstalter hoffen auf ein ausverkauftes Haus. Der bisherige Spitzenwert wurde im Januar 2007 gegen Alba Berlin mit 6.189 Zuschauern aufgestellt.

Star-Ensemble mit „Laptop und Lederhose“

Dirk Bauermann gestaltet das Basketball-Projekt der Bayern. Foto: Mike Gangkofner

Ähnlich viele könnten es gegen die Bayern wieder werden, die wie “Phönix aus der Asche” auf der Bundesliga-Bühne aufgetaucht sind. 2010 unterstützte Präsident Uli Hoeneß mit Herz und Geld das Vorhaben, in München wieder ein ambitioniertes Basketball-Team auf die Beine zu stellen. Mit einer Truppe voller Stars und Dirk Bauermann als erfolgreichstem deutschen Trainer aller Zeiten stieg die Mannschaft ohne Probleme auf.

Doch den eigenen Horizont fasst das Ensemble mit „Laptop und Lederhose“ weiter, irgendwann will es auch in Europa eine größerere Rolle spielen. Finanziell müssen sie sich national schon nicht hinter der Konkurrenz aus Bamberg und Berlin verstecken. Sechs deutsche Nationalspieler wie Steffen Hamann, Philipp Schwethelm, Robin Benzing und Jan Jagla stehen unter Vertrag, dazu internationale Stars wie Je’Kel Foster. Als in der amerikanischen Profiliga NBA noch eine längere Streik-Pause drohte, spekulierten Medien sogar über eine kurzfristige Verpflichtung von Superstar Dirk Nowitzki. Edelfans wie Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber kommen regelmäßig zu den Heimspielen.

„Wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft“

Die TBB Trier um Maik Zirbes will die Schlüsselmomente auf ihrer Seite haben. Foto: Thewalt

Auswärts haben die Bayern aber zuletzt acht Niederlagen in Folge hinnehmen müssen. Bauermann, von 2003 bis 2011 Nationaltrainer, führt das in einem Interview mit 5vier auf Verletzungsprobleme und die ungewohnt emotionale Atmosphäre in den Hallen zurück. “Der FC Bayern tut dem Basketball gut. Die andere Seite ist natürlich, dass uns Spieler, Fans und Verantwortliche gerne schlagen.” Auch die TBB Trier hofft darauf, die Begeisterung in der Halle für sich nutzen zu können, um die Abstiegsplätze wieder zu verlassen. Trainer Rödl will nach einem grandiosen Kampf gegen ein Spitzenteam nicht nur die Leistung loben, sondern ebenso einen Triumph analysieren könnten. In München setzte es ein knappes 70:76. Bei seinem Ex-Klub aus Berlin setzte die TBB am vergangenen Wochenende den Trend fort, die finanzkräftigen Riesen der Liga durchaus ärgern zu können. Was fehlt, ist der ganz große Wurf eines Sieges. “Die Bundesliga ist in der Breite viel besser geworden, vielleicht eine der stärksten, die wir jemals hatten. Und wir haben bewiesen, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu haben”, so Rödl. “Jetzt müssen in den Spielen gegen die Teams von oben mal die Schlüsselmomente auf unserer Seite sein.“

Dirk Bauermann hat jedenfalls vor der TBB Trier Respekt. “Der Trierer Weg ist vorbildlich und wird sich hundertprozentig durchsetzen”, geht dem ehemaligen Bundestrainer regelrecht das Herz auf, wenn er die Förderung der Talente an der Mosel sieht. “Henrik Rödl holt für mich das Optimum aus den Bedingungen raus und ist einer der drei besten Trainer der Liga.” Rödl freut das Lob seines alten Weggefährten, von dem er in seiner Zeit als U20-Nationalcoach einiges gelernt hat. “Die Aussage ist eine freundliche Geste, ich habe vor Dirk auch großen Respekt.” Wenn es dann in der vollen Arena aber losgeht, zählt für Rödl nur noch der Traum vom Sieg gegen den FC Bayern – in der erstmals ausverkauften Arena.

+++++TBB in Kürze+++++

Noch 400 Stehplatztickets im Verkauf – Sitzplatztickets für das TBB-Heimspiel gegen den FC Bayern sind bis auf den letzten Platz ausverkauft. Dafür gibt es noch 400 Stehplatztickets. Diese gibt es in der TBB-Geschäftsstelle, an der Abendkasse und in der Vorverkaufsstelle der Arena (Öffnungszeiten am Samstag: 10-14 Uhr) für 10 Euro (regulärer Preis) und 5,50 Euro (ermäßigt). „Der Weg zur Halle lohnt sich, man sollte aber rechtzeitig kommen, weil wir nicht die Garantie geben können, ob es am Abend noch Karten gibt“, so Pressesprecher Sebastian Merten. Dem TBB winkt tatsächlich eine neue Rekordkulisse.

Spiel in Bamberg verlegt – Das Auswärtsspiel der TBB beim Deutschen Meister und Polalsieger Brose Baskets Bamberg wurde verlegt. Die Partie wird nun am Mittwoch, 29. Februar um 19.30 Uhr, ausgetragen. Der ursprüngliche Termin war der 15. Februar.

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