„Wir müssen all unsere Kräfte nochmal sammeln“

Ein aufregendes Jahr liegt hinter der TBB Trier. 2012 will sie mit einem Heimsieg gegen den Mitteldeutschen BC abschließen (Samstag, 20 Uhr) und so das angekratzte Selbstbewusstsein aufpolieren.

Kräfte bündeln – und einen Sieg einfahren. Die TBB erwartet am Samstag Weißenfels. Foto: Thewalt

„Das Ende der Odyssee“, titelte 5vier Anfang Januar nach dem 71:70-Sieg der TBB Trier gegen die Telekom Baskets Bonn in förmlicher letzter Sekunde. Die Halle tobte, als Maik Zirbes mit seinen Punkten einer Serie von seinerzeit fünf Niederlagen ein Ende setzte und das erste Bundesliga-Spiel 2012 für die Mannschaft von Henrik Rödl erfolgreich gestaltete. Viele Monate sind seitdem vergangen, in denen der Klassenerhalt, der Aufbau eines neuen Teams, Euphorie, Pokalträume und die langfristige Vertragsverlängerung des Trainers liegen. Keine Frage, nun ist es der Wunsch der TBB den Abschluss des Jahres ebenso krönend zu gestalten wie den Auftakt, wenn am Samstag der Mitteldeutsche BC (20 Uhr) in die Arena kommt.

Zumal wie einst im Januar das Selbstvertrauen der Trierer etwas angekratzt ist. Drei Pleiten in Folge stehen für das erste kleine Tief einer bislang berauschenden Serie, in der sich so mancher Fan angesichts der Vorstellungen der TBB schon fast kneifen musste. In den englischen Wochen fehlte bislang aber die letzte Energie, Konzentration und Wurfpräzision. „Für uns gilt: Wir müssen nach diesen zehrenden Wochen all unsere Kräfte nochmal sammeln, denn wir wollen natürlich diesen Sieg“, sagt Rödl, der aber vor dem Aufsteiger aus Weißenfels warnt.

„Sie sind schwierig zu spielen“

Rödl warnt davor, Weißenfels zu unterschätzen. Foto: Sebastian Schwarz

„Wir werden in letzter Zeit häufig als die Überraschungsmannschaft der Saison bezeichnet – ich bin der Meinung, dass der MBC dieses Prädikat genau so verdient hat“, findet der TBB-Coach und begründet seinen Standpunkt. „Ich habe höchsten Respekt vor dieser Mannschaft, sie spielen so hart und diszipliniert wie kaum ein anderes Team der Liga. Von ihnen bekommt man als Gegner keine einfachen Situationen angeboten. Sie sind sehr schwierig zu spielen.“

Als Martin Geissler, Manager der „Wölfe“ aus Weißenfels vor Saisonbeginn beim alljährlichen Club-Meeting in Bamberg das Podium betrat, um seinen Verein kurz vorzustellen, wäre er vor Stolz fast geplatzt. Die Freude über den direkten Wiederaufstieg „seines“ MBC war ihm deutlich anzusehen. Stolz können die Wölfe auch sein, denn die Art und Weise, wie der Club aus dem Burgenland die Herausforderung „Wiederaufstieg“ angegangen ist, war beeindruckend.

Nach der souverän errungenen Meisterschaft in der Pro A verlief der Saisonstart im Oberhaus für die Rückkehrer erwartungsgemäß holprig: nur zwei Siege (gegen Frankfurt und Braunschweig) aus neun Spielen konnte das Team von Silvano Poropat verbuchen, bevor eine kurze Serie gegen Ludwigsburg, Bremerhaven und Quakenbrück die Wölfe aus dem Keller klettern ließ. Erst am Mittwoch verbuchte der MBC einen wichtigen Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Gießen und ist damit Tabellendreizehnter.

Der MBC aus Weißenfels ist die Mannschaft mit dem kleinsten Etat der Liga. Geissler und sein Team denken eher an die langfristige Etablierung des Projekts als an den schnellen Erfolg. „Für die Entwicklung des Vereins ist es nicht so entscheidend ob wir Pro A oder Beko BBL spielen“ wird Geissler in der SportBild zitiert. Man will sich also nicht finanziell verheben – in Weißenfels dürfte die insolvenzbedingte Rückstufung des einstigen Topclubs in die Regionalliga im Jahre 2004 noch sehr präsent sein. Man kämpfte sich zurück nach oben und stieg 2011 wieder ab – da nimmt es nicht wunder, dass jetzt Nachhaltigkeit eher gefragt ist.

Damit heißt für die Gäste der TBB Trier das einzige Saisonziel natürlich Klassenerhalt. Um den zu erreichen setzt Poropat, der früher unter anderem EnBW Ludwigsburg coachte, auf „seine“ deutschen Leistungsträger aus der Aufstiegsmannschaft: Steve Wachalski, Malte Schwarz, Philip Heyden und Sascha Leutloff blieben den Wölfen auch nach dem Aufstieg treu. Ebenfalls dabei geblieben ist Hördur Vilhjalmsson. Der isländische Point Guard ist mit 10.6 Punkten pro Spiel zweitbester Scorer der „Wölfe“ hinter Neuzugang Chad Timberlake (13.9). Der 1,78 Meter kleine Point Guard Sharaud Curry, Small Forward Kelly Beidler und Devin Uskoski ergänzen die Riege der Neuzugänge – keine ganz großen Spielerbiografien, aber ganz offensichtlich Typen, die das gemeinsame Ziel „Verbleib in der Beko BBL“ unbedingt erreichen wollen.

Die TBB will dagegen Wiedergutmachung nach dem enttäuschenden Auftritt beim 58:73 in Ulm betreiben, um das fast perfekte Jahr vollständig abzurunden.

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