TBB verabschiedet sich mit Heimsieg

Trier schlägt MBC 89:81 im letzten Saisonspiel

Gänsehautfeeling trotz Ungewissheit: Im letzten Spiel der Saison zeigt die TBB nochmal viel Herz und verabschiedet sich mit einem überzeugenden Sieg aus der Liga. Die Spieler feierten zusammen mit den Fans auf den Tribünen.

Trier. Sich nochmal ein Erfolgserlebnis abholen, den Fans die Unterstützung zurückzahlen – das war die Devise vor dem Aufeinandertreffen mit den Wölfen vom MBC. Beides gelang den Spielern am Donnerstagabend hervorragend. In einer die Partie, die sportlich wenig messbaren Wert hatte – Weißenfels hatte den Klassenerhalt bereits sicher, Trier bekanntlich keine Chancen mehr auf denselben – kämpfte sich die TBB nach nervösem Beginn in die Partie und wurde dabei von den brilliant aufgelegten Jermaine Bucknor und Laurynas Samenas zum Sieg getragen.

Noch einmal alles gegeben: Jermaine Bucknor (22 Punkte, 9 Rebounds). Foto: Thewalt
Noch einmal alles gegeben: Jermaine Bucknor (22 Punkte, 9 Rebounds). Foto: Thewalt

Bemerkenswert allerdings auch die Leistung anderer im Team, allen voran Dennis Kramer, der sich mit 10 Punkten, zwei Blocks und exzellenter Defense in wichtigen Situationen als Anker bewies. Zudem erhielten Marian Dahlem, Johann Fritzen und vor allem Benedikt Breiling (4:30 Minuten) etwas BBL-Spielzeit. Die Gäste setzten gegen die Trierer Zone vor allem auf den freien Dreier, der aber erst im dritten- und Schlussviertel fiel, dann aber gleich richtig.

MBC setzt auf den Dreier, Trier aufs System

Vor allem Massenat, Wyrick, Richard und Vilhjamsson hielten kräftig drauf, insgesamt verwandelte der MBC 15 von 37 Dreiern – überraschend war das für die recht Dreier-freudigen Weißenfelser nicht, wohl aber etwas zu einfallslos. Trier verstand es mit fortschreitender Spieldauer, allzu leichte Anspiele von Pantelic & Co am Brett zu verhindern, in der ersten Hälfte marschierten die Gäste noch ein ums andere Mal mit Leichtigkeit in Richtung Zone durch.

Bewegende Rede vor Spielbeginn: OB Wolfram Leibe erhielt Beifall für ein klares Bekenntnis zum Verein. Foto: Thewalt
Bewegende Rede vor Spielbeginn: OB Wolfram Leibe erhielt Beifall für sein klares Bekenntnis zum Verein. Foto: Thewalt

Den Gästen blieb also nur noch das Heil von draußen, Trier machte das wesentlich vielseitigere Spiel und setzte auf geduldigen Systembasketball, hielt den offensiven Output hoch. Mehrere Führungswechsel zeugten davon, dass sich kein Team ernsthaft absetze konnte – eine Schlüsselphase zu Beginn des Schlussviertels, in der sich der MBC mit sechs Punkten einen Mini-Vorsprung herausspielte, überstand die TBB schadlos. Bucknor, Anderson und Stefan Schmidt sorgten für die entscheidenden Punkte in der Crunchtime, während dem MBC nichts besseres einfiel, als ausgerechnet Center Pantelic von der Dreierlinie werfen zu lassen. Zudem vergaben Massenat und Pantelic etliche Freiwürfe.

Für die große Unterstützung der Fans gab es nach Spielende nicht nur ein Transparent als Dank. Foto: Thewalt
Für die große Unterstützung der Fans in den letzten Wochen gab es nach Spielende nicht nur ein Dank-Transparent. Foto: Thewalt

Trier kam am Ende zu einem verdienten 89:81-Heimsieg, der den Abschied aus der ersten Spielklasse zu einem würdigen machte. Die 3447 Zuschauer feierten das Team nach der Schlussirene minutenlang, die Mannschaft ging auf die Tribünen und beschloss eine unsägliche Abstiegssaison auf die einzig richtige Art – mit den Fans.

Rödl: Gemütslage „beschissen“

Eine Feelgood-Story konnte es dennoch nicht sein, immerhin drehte auch ein Sieg gegen den MBC nichts an Abstieg, Insolvenz und ungewisser Zukunft. Mit dem 30. April endeten auch die Verträge der Belegschaft, die – wie der Kader selbst – nicht weiß, ob, in welcher Form und mit wem die Arbeit im Verein in der Pro A weitergeführt wird.

Henrik
Kein Dementi, kein Bekenntnis: Henrik Rödl erbittet Bedenkzeit. Foto: Thewalt

Gäste-Coach Sylvano Poropat befand: „Auch wenn im Leistungssport gewinnen fast alles bedeutet, gibt es vieleicht eine höhere Macht, die für eine gewisse Art von Gerechtigkeit sorgt. Diese Mannschaft, und diese Fans, haben den Sieg verdient. Ich wünsche all den Menschen, die für den Sport hier alles geben, dass ihnen Gutes widerfährt“.

Henrik Rödl zeigte sich stolz über die Leistung des Teams vor dem Hintergrund der letzten Wochen, wollte und konnte sich aber zu seiner beruflichen Zukunft noch nicht äußern: „Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Ich bin dankbar für den unglaublichen Support hier, aber ich muss erstmal zur Ruhe kommen und dann sehen, wie es weitergeht“. Seine Gemütsslage fasste der Coach kompakt zusammen: Es gehe ihm „beschissen, mehr kann ich dazu nicht sagen“.

Statistik

Zuschauer: 3447

Zwischenstände: 15:16 | 41:40 | 64:65 | 89:81

TBB Trier: Bucknor (22), Samenas (18), Anderson (12), Kramer (10), Harris, Lukovic, Schmidt (je 8), Mönninghoff (2), Vrabac (1), Dahlem, Fritzen, Breiling (je 0)

Mitteldeutscher BC: Pantelic (15), Massenat (14), Wyrick (13), Richard (11), Vilhjamsson (9), Standhardinger (7), Liyanage, Clay (4), Schwarz (3), Zinn, Kuhn (je 0)

 

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln