TBB verliert in Bremerhaven

Es war das erste Auswärtsspiel der Saison für die TBB: Gegen die Eisbären Bremerhaven verloren die Trierer in der letzten Sekunde mit 73:72. Philip Zwiener wird Topscorer mit 23 Punkten, auch Barry Stewart zeigt eine starke Partie.

Spiel eins von zwei auf der „Nordtour“ führte die TBB Trier in den „Eisbärenkäfig“, die mit 2910 Zuschauern besetzte Stadthalle Bremerhaven. Und dieses Publikum wurde Zeuge eines wahrhaften Basketballkrimis am Sonntagnachmittag.

Trier startete konzentriert, ein hervorragend aufgelegter Philip Zwiener ging in der Anfangsphase mühelos durch die Bremerhavener Defense. Auf Seiten der Eisbären hielt vor allem der starke Rückkehrer Craig Callahan dagegen. Die Trierer Defense war hellwach und agil und konnte zu Beginn die Bremerhavener Kreise unter dem eigenen Korb empfindlich einschränken. Beim 12:14 durch George Evans hatte Doug Spradley genug gesehen und nahm die erste Auszeit.

Die zeigte Wirkung: Torrell Martin, der neben Craig Callahan präsenteste Eisbär, kam zweimal schön durch, das erste Viertel endete verdient mit 20:16 für Bremerhaven.

Im zweiten Abschnitt legten die Norddeutschen offensiv deutlich zu; hatte die Trierer Defense zu Beginn noch gut gestanden, konnten die Hausherren jetzt beweisen, dass Henrik Rödl sie mit „offensiv talentiert“ sehr treffend beschrieben hatte. Bremerhaven dominierte jetzt minutenlang die Trierer Zone. Craig Callahan gelang mit demselben einfachen Anspiel zweimal hintereinander ein spektakulärer Abschluss per Dunking, Bremerhaven zog mit 24:16 weg – Auszeit TBB. Doch Trier gab sich nicht auf, arbeitete nach einem Dreier vom starken Philip Zwiener  (12 Punkte zur Halbzeit) gut im Rebound und kam schlussendlich noch mal auf 37:33 heran, bevor es mit zwei Punkten von Callahan mit 39:33 in die Halbzeit ging.

Nach der Pause fand Trier zunächst besser ins Spiel, arbeitete sich geduldig seine Chancen heraus und konnte mit Dreiern von Stewart (44:42) und Zwiener (47:47) schließlich ausgleichen: 58:55 zur letzten Viertelpause einer hoch spannenden Partie.

Dann schlug die Stunde des Barry Stewart: Hatte bislang Philip Zwiener die „big points“ für Trier markiert, übernahm jetzt der 22jährige Rookie aus Mississippi die Kontrolle über die Partie: Stewart traf zwei Dreier in Folge zur 60:61-Führung, dazu spielte die TBB jetzt eine konsequente Zonenverteidigung, die die Bremerhavener zumindest minutenweise vor Probleme stellte. Fünf Minuten vor dem Ende warf Drevo die Eisbären per Dreier mit 68:67 in Führung. Doch Stewart konterte eiskalt zum 68:70 und packte nach einer Trierer Auszeit noch zwei Freiwürfe obendrauf: 68:72.

34 Sekunden vor Ende hatte Trier alle Trümpfe in der Hand. Doch der immer noch allgegenwärtige Torrell Martin eroberte den Ball von Philip Zwiener, wurde von George Evans an die Freiwurflinie geschickt und verwandelte: 72:72 Ausgleich. Trier brachte in zwei Versuchen den Ball nicht im Bremerhavener Korb unter, der letzte Rebound landet bei Andrew Drevo. Trier hätte lange Zeit zu foulen, schafft es nicht. Und dann ist es ausgerechnet Barry Stewart, der Craig Callahan zwei Sekunden vor Schluss in der Wurfbewegung foult: zu spät und unklug. Callahan trifft einen Freiwurf zum 73:72, George Evans Tip-In-Versuch nach langem Pass von Zwiener ist nicht mehr in der Zeit.

Trier verliert sein erstes Auswärtsspiel denkbar knapp. Schon am Dienstag (20 Uhr) geht die Auswärtstour bei den EWE Baskets Oldenburg weiter.

TBB-Headcoach Henrik Rödl: „Glückwunsch an Bremerhaven zu dieser Leistung, ich habe großen Respekt davor mit dieser Verletzungssituation das Spiel so zu gewinnen. Die Zuschauer haben ein unglaublich spannendes Basketball-Spiel gesehen. Wir lagen bei einer Minute zu spielen mit vier Punkten in Führung, haben dann zwei Mal den Ball verloren. Wir hatten alle Vorteile auf unserer Seite und haben den Sieg nicht bekommen, das ist natürlich ärgerlich. Was ich aber nach der Partie heute wieder feststellen kann, ist, dass diese Mannschaft mit ihrer kämpferischen Einstellung in der Lage ist, auch gegen bessere Mannschaften der Liga zu gewinnen.“

Eisbären-Headcoach Doug Spradley: „Es gibt Phasen im Berufsleben, da will man  morgens am Liebsten gar nicht aus dem Bett aufstehen. Ein Team mit zwei verletzten Point Guards kostet Nerven. Trier hat es gut geschafft, Druck auf Anthony Canty und Jan Lipke auszuüben. Umso glücklicher bin ich, dass wir heute doch noch irgendwie gewinnen konnten.“

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