TBB zähmt die Wölfe aus Weißenfels

Zwei starke Viertel im Mittelteil der Partie reichen zum Sieg

Von Jörg Rossler

Die TBB gewinnt das zweite Spiel in Folge. Am Samstagabend konnte das Rödl-Team die Wölfe aus Weißenfels nach einer spannenden Schlussphase mit 84:80 besiegen. Matchwinner war erneut Trevon Hughes, der die entscheidenden Freiwürfe verwandelte.

Foto: Thewalt
Foto: Thewalt

Sieben Siege aus den letzten zehn Partien (darunter Braunschweig, Oldenburg und Ludwigsburg) legten die Wölfe des Mitteldeutschen Basketball Clubs zuletzt vor. Resultat dieser Serie ist der Playoff-Kurs, der auch gegen die TBB beibehalten werden soll.

Nicht zuletzt die sportliche Leistung war Ausschlaggebend für die Verantwortlichen der Weißenfelser, für die kommende Saison nur die Lizenz für die erste Liga im Basketball zu beantragen. Sportlich ist das Team weit von einem Abstiegsszenario entfernt, aber wirtschaftlich sieht die Situation anders aus: 1,5 Millionen Euro betrug der Etat für diese Spielzeit und so groß soll er auch für die kommende Saison sein. „Die Sponsoren halten die Stange, auch wenn noch nicht alle Gespräche geführt sind“, lässt sich MBC-Geschäftsführer Martin Geissler in der Mitteldeutschen Zeitung zitieren.

Abseits aller finanziellen Zahlenspiele geht es für die Wölfe am Samstagabend um den Einzug in die Playoff-Runde. Die Mannschaft von MBC-Headcoach Silvano Poropat liegt mit zwei Punkten Vorsprung vor Ludwigsburg auf dem achten Rang.

Hochachtung vor dem Gegner

„Ich halte sehr viel von Silvano Poropat, das ist ein unglaublich guter Trainer. Die Wölfe spielen einen leidenschaftlichen Basketball, der mir sehr gut gefällt. Das wird mal wieder richtig schwer.”, lobte TBB-Chefcoach Henrik Rödl den kommenden Gegner. Mit Michael Cuffee verfügen die „Wölfe“ über den „BBL Top Performer” des Monats März. Im Schnitt markiert er 13.5 Punkte pro Spiel. Ebenfalls zweistellig punkten regelmäßig Angelo Caloiaro (14.3 Punkten), Point Guard Adonte Parker kommt im Schnitt auf 14.2 Punkte und Marcus Hatten erzielt 13.3 Punkte. Vier Spieler, auf die die TBB aufpassen muss.

Nach dem zweiten Sieg gegen Bonn in dieser Saison wollten die Moselkorbjäger natürlich auch auswärts bei Weißenfels punkten und den Aufwärtstrend weiter fortsetzten. Mit Trevon Hughes, Andreas Seiferth, Mathis Mönninghoff, Laurynas Samenas und Vitalis Chikoko legten die Grün-Weißen los.

Andi Seiferth, Foto: Thewalt
Andi Seiferth, Foto: Thewalt

Die ersten Punkte in der Partie des 29. Spieltages markierte TBB-Center Seiferth, Hughes und Samenas legten nach und stellten schnell eine 5:0-Führung auf, doch Leitwolf Cuffee hielt dagegen und hämmerte einen Dreier zum Anschluss durch den Ring. Der US-Amerikaner legte nach und brachte die Wölfe mit weiteren zwei Punkten auf 5:8 heran. Anschließend war die TBB wieder am Drücker und baute den Vorsprung bis Mitte des ersten Viertels auf acht Punkte aus. Davon war zum Ende des Viertels nicht mehr viel übrig. Beinahe im Alleingang brachte Marcus Hatten sein Team in Führung und raubte durch Ballgewinne, Rebounds und Punkte den TBB-Akteuren die Nerven. In die Pause ging es für die Mannschaft um Skipper Andi Seiferth mit einem Rückstand von vier Punkten (22:18). Rödls Team hatte einen guten Start in das Match, verlor aber im Verlauf des Viertels zunehmend den Faden und rannte zu Beginn des zweiten Viertels einem Rückstand hinterher.

Eine knappe Führung zur Halbzeit

Dank Jermaine Anderson kamen die Gäste schnell zurück und drehten den Rückstand in eine knappe Führung (22:23), doch diese hatte nicht lange Bestand. Mitte des zweiten Viertels hatten das Poropat-Team wieder die Überhand, lagen mit neun Punkten in Front. Vier Minuten vor der Pause verwandelte Hughes einen Dreier und brachte damit die TBB mit 36:34 in Führung. Weil es so schön war, legte er nach, diesmal mit zwei Punkten und schon waren die Gäste wieder mit vier Punkten vorne. Mit einer knappen Führung von zwei Punkten ging es für die TBB in die Halbzeitpause (43:45).

Chikoko, Seiferth und Samenas waren die ersten Schützen in der zweiten Hälfte für die langen Kerls von der Mosel. Ihre Körbe brachte Trier einen Vorsprung von sieben Punkte ein. Ein guter Einstand in das dritte Viertel. Die Grün-Weißen blieben weiter am Drücker und bauten den Vorsprung auf neun Punkte aus. Weißenfels-Forward Caloiaro unterbrach dann den Lauf der Gäste mit einem Drei-Punkt-Versuch. Doch es war nur ein leichtes aufheulen. Rödls Team ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und mit der Viertelsirene stand ein Vorsprung von zehn Punkten für die TBB auf der Anzeigentafel (54:64).

Dort, wo die TBB im dritten Viertel aufgehört hatte, machte Trier im vierten Viertel weiter. Mitte des letzten Viertels lagen die Moselkorbjäger mit 14 Punkten vor den Wölfen. Bis in die Schlussphase pendelte sich der Vorsprung zwischen acht und zehn Punkten ein.

Dramatische Schlussphase

Übernahm im letzten Viertel die Verantwortung: Trevon Hughes. Foto: Thewalt
Übernahm im letzten Viertel die Verantwortung: Trevon Hughes. Foto: Thewalt

Als knapp zwei Minuten vor dem Ende nach einem Ballverlust von Hughes Malte Schwarz einen Drei-Punkt-Versuch erfolgreich verwertete, waren es nur noch sieben Punkte Vorsprung. Rödl reagierte und beruhigte die Partie mit einer Auszeit. Doch die Wölfe hatten nun die Witterung aufgenommen und verkürzten auf fünf Punkte. Da war noch knapp eine Minute zu spielen. Dann nahm Marcus Hatten Maß und verkürzte auf 79:82, der TBB-Vorsprung war 34 Sekunden vor Schluss auf drei Punkte zusammengeschmolzen.

Jetzt wurde es dramatisch: zuerst wurde Stefan Schmidt beim Stand von 80:82 gefoult. Der TBB-Center schritt zur Freiwurflinie und vergab beide Versuche, doch Hughes war zur Stelle, sammelte den Rebound, wurde dabei gefoult, ging zur Linie und verwandelte beide Würfe zum 80:84, noch vier Sekunden auf der Uhr. Jermaine Anderson präsentierte sich hellwach und ergatterte den Ball und damit stand die Entscheidung fest: Trier hat das zweite Spiel in Folge gegen einen Playoff-Anwärter gewonnen.Nach der Rückreise an die Mosel trifft die TBB am kommenden Donnerstag in der Arena auf den amtierenden Meister Baskets Bamberg. Ein weiterer Playoff-Kandidat…

Starting Five:

MBC: Hatten Kovacevic, Pantelic, Cuffee, Caloiaro,

TBB: Hughes, Seiferth, Mönninghoff, Samenas, Chikoko,

Viertel: 22:18; 21:27; 11:19; 26:20

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