Tesla stellt Model 3 vor

Die elektrische Revolution fährt vor

Die automobile Revolution kommt leise angerollt. Während Dieter Zetsche für die Präsentation der aktuellen S-Klasse ein komplettes A380-Hangar anmietete und von Alicia Keys und einem Streichorchester unterstützt wurde, reichte für die Präsentation des Model 3, des ersten Fahrzeugs für den Massenmarkt des amerikanischen Elektroautopioniers Tesla, eine größere Halle mit 800 jubelnden Fans aus. Erst neulich berichteten wir über Elektroautos (Hier der Artikel).

Trier / Los Angeles. Lange brauchte Tesla-CEO Elon Musk nicht, um die neuste Kreation seines Elektroauto-Herstellers der Öffentlichkeit vorzustellen. Knapp eine halbe Stunde dauerte die Präsentation des neuen Model 3, dem Ziel von Elon Musks ambitionierten Business-Plan. Ein vergleichsweise preisgünstiges Elektroauto für 35.000 US-Dollar (31.000 Euro), das mit einer Akku-Ladung eine Reichweite von mindestens 314 Kilometern erreicht. Musk verriet nicht viel über die technischen Daten und Ausstattungsoptionen des Model 3. Außer der Reichweite und dem Preis für das Einsteigermodell gab er lediglich bekannt, dass es in unter 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und dass 5 Erwachsene mit ihrem Gepäck dank zweier Kofferräume vorne und hinten bequem darin Platz finden. Zudem sollen alle Model 3 über die Autopilot-Funktionen verfügen, die man schon bei den aktuellen Modellen von Tesla finden kann.

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Bereits 115.000 Vorbestellungen 

Viele weitere Informationen musste Elon Musk nicht preisgeben, um die Kunden und Bewunderer seiner Firma für das Model 3 zu begeistern. Bereits gestern gab es vor allen Geschäften von Tesla lange Schlangen von willigen Vorbestellern, die sich für 1000$ eine Option auf ihr Traumauto sichern wollten, obwohl zu dem Zeitpunkt nicht einmal das Design des Autos bekannt war. Zum Zeitpunkt der Präsentation lagen in den Geschäften und online bereits 115.000 Vorbestellungen vor. Selbst Elon Musk zeigt sich von dieser Zahl verblüfft, verspricht aber einen pünktlichen Produktionsbeginn der Fahrzeuge. Die ersten Model 3 sollen gegen Ende des kommenden Jahres ausgeliefert werden. Bei den anderen Elektro-Autos von Telsa, dem Model S und Model X, kam es bei der Entwicklung und Auslieferung zu erheblichen Verzögerungen. Langfristig möchte Musk 500.000 Elektroautos im Jahr produzieren. Damit das gelingen kann, entsteht in den USA bereits die sogenannte Giga-Factory, eine Fabrik von den Ausmaßen der Boeing-Werft in Seattle, die zur größten Produktionsstätte von Lithium-Batterien der Welt werden soll.

Erste Supercharger-Sationen bereits in Rheinland-Pfalz und Luxemburg 

Damit die Autos auch unterwegs schnell geladen werden können, sollen auch mehr Supercharger-Stationen an den Autobahnen in Europa, Asien und Amerika entstehen. An den Ladestationen können Tesla-Fahrer ihre Fahrzeuge bereits heute innerhalb einer halben Stunde kostenfrei fast vollständig aufladen. In Rheinland-Pfalz gibt solche Stationen bereits in der Nähe von Bingen und Kaiserslautern, auch in Luxemburg ist der erste Supercharger bereits an der A1 bei Münsbach in Betrieb.

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Model S wird an einem Supercharger Fotos: Alexis Georges, Tesla

Überraschende Konkurrenz aus Rüsselsheim 

Der weitere Weg von Tesla und der Elektromobilität bleibt spannend. Während das Model S und das Model X noch zwischen 60.000 und 140.000 Euro kosten, rückt das Model 3 preislich in den Bereich der oberen Mittelklasse vor und tritt dort gegen Fahrzeuge wie den Audi A4 oder den 3er BMW an. Konkurrenz kommt überraschenderweise von Opel. Die Rüsselsheimer wollten mit dem Ampera-e noch vor Tesla ein Elektroauto mit einer Reichweite von 320 Kilometern für einen Preis von circa 33.000 Euro anbieten.

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