Ting warnt vor „Endspiel“-Gerede – Klyk trifft auf Ex-Klub

Was für eine Aufholjagd: Der SV Mehring hat sich mit einer Siegesserie aus dem Tabellenkeller katapultiert. Nun wartet bei der TSG Pfeddersheim ein wichtiges Duell um den Klassenerhalt. Der FSV Salmrohr will seinen zweiten Platz mit einem Heimsieg gegen Röchling Völklingen verteidigen. 

FSV Salmrohr – Röchling Völklingen (Mittwoch, 19 Uhr)

FSV-Trainer Patrik Klyk kam ebenso wie Robin Mertinitz im Sommer in das Salmtak. (Foto: Sebastian Schwarz)

FSV-Trainer Patrik Klyk erwartet seinen Ex-Klub aus Völklingen. Foto: Sebastian Schwarz

„Wir wollen den zweiten Platz verteidigen.“ So äußerte sich Patrick Klyk nach dem 1:1 des FSV Salmrohr bei Arminia Ludwigshafen. Nachdem Zweibrücken den Aufstieg am Wochenende auch rechnerisch gesichert hat, gilt die volle Konzentration im Salmtal nun den verbleibenden drei Oberligaspielen, um sich für das Pokal-Endspiel gegen Eintracht Trier am 29. Mai in Schwung zu bringen. Mit dem Heimspiel gegen Völklingen erlebt der FSV-Trainer eine Begegnung mit seiner sportlichen Vergangenheit. Von 2007 bis 2012 arbeitete Klyk für den Traditionsverein, den er bei seiner ersten Station als Coach übernahm, als Röchling in Abstiegsgefahr zur Bezirksliga schwebte. Dort leistete er erfolgreiche Arbeit. 2011 feierte er mit dem Klub den Aufstieg in die Oberliga, wo Werner Weiß (Ex-Trainer von Eintracht Trier) im Sommer seine Nachfolge übernommen hat. Völklingen ist Tabellensiebter und hat am Wochenende mit 1:2 gegen Gonsenheim verloren. Salmrohr hat in den letzten beiden Liga-Spielen gegen Neunkirchen (2:0) und in Ludwigshafen (1:1) phasenweise wieder sein Können aufblitzen lassen. Das Hinspiel entschied der FSV deutlich klar mit 3:0 für sich.

TSG Pfeddersheim – SV Mehring (Mittwoch, 19.30 Uhr)

Hatte zwei Mal die große Chance zum Sieg auf dem Fuß: Sebastian Ting (Foto: Sebastian Schwarz)

Kunstschütze Sebastian Ting hofft auf einen Einsatz in Pfeddersheim. Foto: Sebastian Schwarz

Wenn Sebastian Ting an die ersten Tage mit Dino Toppmöller zurückdenkt, fällt ihm besonders eine Kabinenansprache ein. „Er hat uns gesagt, dass kein Mensch mehr mit uns rechnet – und wir uns nicht schlecht reden lassen dürfen“, sagt der Kapitän des SV Mehring. Beim damals hoffnungslos abgeschlagenen Oberligisten begann danach ein ungeahnter Höhenflug. Aus den letzten acht Spielen fuhr Mehring sechs Siege ein, bugsierte sich auf einen Nicht-Abstiegsplatz – und will nun im direkten Duell bei der TSG Pfeddersheim (Mittwoch, 19.30 Uhr) den Gegner weiter auf Abstand halten.

Auch wenn Ting davor warnt, alle Hoffnungen und Erwartungen in diese 90 Minuten zu stecken. „Ich finde, dass wir das Spiel nicht als Abstiegsendspiel an die große Glocke hängen dürfen. Danach sind noch zwei Spiele, in denen sechs Punkte vergeben werden. Wenn wir gewinnen, dürfen wir danach nicht mit dem Fußball aufhören. Und wenn wir verlieren, dürften wir auch nicht aufgeben.“ Ähnlich deutlich verwirft Spielertrainer Dino Toppmöller die Gedanken an ein Alles-oder-Nichts-Spiel. „Ein Finale ist es höchstens für die TSG. Sie stehen unter Druck, weil sie auf jeden Fall wohl einen Platz gut machen müssen.“

Auf die Entwicklung ist Ting aber stolz. „Vor Wochen gab es kaum jemanden, der einen Pfennig auf uns gesetzt hätte.“ Das Selbstvertrauen, das Mehring getankt hat, soll nun auch am Mittwoch ausreichen. „Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, können wir jeden Gegner schlagen. Das haben die letzten Wochen gezeigt.“ Auch die Kleinigkeiten sprachen zuletzt für die Mannschaft von der Lay. Startete das Team durchwachsen in das Spiel gegen Roßbach/Verscheid, gelang Ting ein Traumtor zur Führung. Danach legte Erwin Bradasch nach, Mehring brachte den 2:0-Sieg nach Hause. Distanzschüsse, so grinst der Kapitän, könnten ebenso in Pfeddersheim ein probates Mittel sein. Auch wenn sein Einsatz wegen einer Achillessehnenentzündung noch auf der Kippe steht. „Wir haben einige gute Schützen.“

Dazu ziehen nach Aussage des Kapitäns alle Spieler an einem Strang. „Private Angelegenheiten werden für den Fußball hinten angestellt. Wenn man Stress bei der Arbeit hatte, kommt man trotzdem zum Training.“ In Pfeddersheim kann die Mannschaft obendrein auf Unterstützung der Anhängerschaft bauen, die in einem Fanbus mitreist.Verzichten muss Toppmöller auf dem Feld dagegen auf Florian Lorenz, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Die TSG Pfeddersheim tankte durch die jüngsten Siege am vergangenen Mittwoch beim 3:1 über Wirges und am Samstag beim glatten 3:0 über Halberg Brebach frisches Selbstvertrauen. Dazu steht der Abstiegsrivale von Mehring am 29. Mai im Finale um den Südwest-Pokal gegen Arminia Ludwigshafen, wo man auf den Einzug in den DFB-Pokal hoffen kann. Das jüngste Heimspiel stand unter der Beobachtung von Volker Weich, dem Spielausschussvorsitzenden des SV Mehring. „Wir lassen nichts unversucht, um top vorbereitet zu sein“, stellt Dino Toppmöller klar.

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Kommentare (3)

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  1. Mehringer sagt:

    @Oberligakenner:

    Es sind noch genau zwei Spiele um den Klassenerhalt zu sichern. Der SV Mehring hat in den vergangenen Spielen gezeigt, dass sie Oberligacharakter haben und was diese Mannschaft in den letzten Spielen geleitet hat, davor muss man auch etwas Respekt haben.
    Natürlich war es gestern eine bittere Niederlage im direkten Duell um die Nichtabstiegsplätze, aber Pfeddersheim hat gestern den eindeutigen Siegeswillen gehabt und auch verdient gewonnen..

    Eins steht fest, es wird ein spannendes Saisonfinale 🙂

  2. Oberligakenner sagt:

    Was nun? 3:0 in direkten Duell gegen den ärgsten Rivalen. Plötzlich geht nichts mehr. Was ist wenn wir nun in Gonsenheim verlieren. Garnicht auszudenken. Anscheinend soll Robert Jung doch Recht behalten, diese Mannschaft ist nicht mehr zu retten!

  3. Stephan Z. sagt:

    Da hat Sebastian RECHT…Und wenn der SV Mehring noch den Klassenerhalt schafft,dann ist das eine -mindestens- so grosse Leistung wie der Aufstieg in die Oberliga!Hoffe es klappt…

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