Tolles Torwart-Comeback bei Eintracht Trier

Lengsfeld nach Top-Leistungen obenauf

Von Niklas Stilz

„Erneut nur ein Unentschieden“, mag man beim Blick auf das Resultat von Samstag denken. Schaut man sich aber an, wie das 1:1 gegen Waldhof Mannheim im Carl-Benz-Stadion zustande kam, kann man auf Seiten des SVE mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Garant für den Punktgewinn war einer, der bis vor einer Woche noch ein recht trostloses Dasein auf der Ersatzbank fristete – und dann schon gegen Koblenz zum großen Helden avancierte: Torhüter Andreas Lengsfeld.

DFB-Pokal Eintracht Trier - 1-FC Koeln

Zu Saisonbeginn war Andreas Lengsfeld schon die Nummer eins. Nach der Verletzung gegen Pfullendorf rückte er ins zweite Glied – und kehrte erst gegen die TuS ins Tor zurück.

Bereits zu Saisonbeginn entschied sich Ex-Coach Roland Seitz für den erfahrenen Lengsfeld und somit gegen den jungen Neuzugang Chris Keilmann. Weil die etatmäßige Nummer eins sich aber Ende August gegen Pfullendorf verletzte, schlug die Stunde des Ex-Lauterers Keilmann, der in der Folge gute Leistungen zeigte und Lengsfeld auch nach dessen Genesung auf die Bank verwies. Für den 27-jährigen „Lengsi“ eine schwierige Situation, wie er gegenüber 5vier.de zu verstehen gibt: „Es ist natürlich bitter, wenn du ohne eigenes Verschulden plötzlich raus bist. Ich hätte eigentlich schon früher damit gerechnet, mal wieder eine Chance zu bekommen. Jetzt wo sie dann aber da war, habe ich sie, wie ich finde, auch ganz gut genutzt!“ Eine selbstbewusste Aussage des Keepers.

Betrachtet man aber die beiden Einsätze Lengsfelds gegen die TuS Koblenz im Rheinlandpokal unter der Woche und gegen Waldhof Mannheim am vergangenen Samstag, dann teilt man den Eindruck des Torhüters fast zwangsläufig. Im Pokal avancierte er zum absoluten Matchwinner, als er im Elfmeterschießen den Schuss des Koblenzers Andre Marx parierte und auch in der regulären Spielzeit und der Verlängerung immer wieder zur Stelle war. „Es ist natürlich schön, dass es für mich dann prompt wieder so gut lief. Hauptsächlich bin ich aber einfach froh, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann“, freute sich der gebürtige Regensburger und vergaß dabei auch die Leistung der Teamkollegen nicht: „Großen Respekt an die Jungs! Nach 120 Minuten an den Elfmeterpunkt zu gehen und mutig zu verwandeln – das ist absolut nicht selbstverständlich.“

Auch gegen Waldhof wieder Spitze

Mannheim-EintrachtTrier_1

Knackpunkt: Gegen Waldhof kassierte der SVE zwei Platzverweise. Dass es bei nur einem Gegentor blieb, lag auch am starken Lengsfeld.

Am vergangenen Samstag war Lengsfeld dann erneut vielfach gefordert. Früh in Rückstand kämpfte sich die Eintracht zwar gut ins Spiel zurück und erzielte durch Alon Abelski den in dieser Phase wohl nicht unverdienten Ausgleich, schwächte sich aber durch den Platzverweis für Torge Hollmann noch vor der Halbzeitpause selbst. In den zweiten 45 Minuten entwickelte sich dann ein Spiel auf ein Tor, immer wieder musste der Keeper der Moselstädter in höchster Not gegen die Mannheimer Angreifer retten. „Die rote Karte hat das Spiel schon enorm beeinflusst. Wir kamen aus der Kabine und haben einfach versucht keinen reinzubekommen. Mannheim hatte dann natürlich mehr Spielanteile, weshalb wir mit dem Punkt am Ende wohl ganz gut leben können“, analysierte Lengsfeld gegenüber 5vier das Geschehen im Carl-Benz-Stadion.

So überragend die Leistungen des ehemaligen Bochumers auch waren – der Wechsel im Kasten des SVE kam doch ein bisschen überraschend. Zwar hatte Chris Keilmann in den ersten Partien nach der Winterpause immer mal wieder ungewohnte Schwächen präsentiert, an eine neue Nummer eins glaubte aber niemand so richtig. Auch Lengsfeld selbst rechnete zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt mit seiner Chance: „Man hofft bei einem neuen Trainer natürlich immer ein bisschen. Aber die ersten beiden Spiele unter ihm habe ich ja dann trotzdem auf der Bank verbracht. Einen Tag vor dem Koblenz-Spiel hat er uns dann zu sich geholt und uns mitgeteilt, dass ich spielen werde.“

„Möchte alle Spiele machen“

Elferheld Lengsfeld

Möchte auch in Zukunft jubeln: Andreas Lengsfeld peilt den Sieg im Rheinlandpokal an.

Die weiteren Ziele des Torhüters sind ebenfalls klar: „In der Liga wollen wir am Wochenende daheim natürlich mal wieder drei Punkte holen und die Saison in den letzten Spielen einfach so gut wie möglich abschließen. Das oberste Ziel ist aber der Pokalsieg, den wollen wir unbedingt. Nicht zuletzt weil wir alle wissen, was das für den gesamten Verein bedeutet.“ Selbstbewusst gibt sich Lengsfeld auch in Bezug auf seine persönlichen Ziele: „Ich möchte jetzt einfach so viele Spiele wie möglich machen. Durch die Verletzung und die Degradierung habe ich eine menge Partien verpasst, deshalb freue ich mich jetzt auf den Saisonendspurt.“

Der hält für den SVE jetzt noch einige interessante Partien parat. In der Liga warten noch die Spitzenteams aus Mainz, Großaspach und Freiburg, am kommenden Wochenende reist der SSV Ulm an die Mosel. Besonders brisant werden natürlich die hoffentlich zwei verbleibenden Partien im Rheinlandpokal. Im Halbfinale geht es Ende des Monats nach Mülheim-Kärlich, bevor im Mai das Finale stattfindet, an dem die Trierer unbedingt teilnehmen wollen. Ob bei einer möglichen Teilnahme am DFB-Pokal Andreas Lengsfeld noch mit dabei ist, ist aktuell noch nicht sicher. So reagierte der Keeper aber gelassen auf die Frage nach einer möglichen Vertragsverlängerung in der ältesten Stadt Deutschlands: „Es gab im Winter schon mal erste Gespräche, aber durch den Trainerwechsel steht natürlich jetzt alles auf dem Prüfstand. Ich sehe das aber ganz entspannt und lasse es in Ruhe auf mich zukommen.“ Eine Ruhe, die sicherlich ihre Ursache auch in den tollen Leistungen der vergangenen Woche hat. Da hat Lengsfeld nämlich einige gute Argumente gesammelt…

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