Trier schlägt Trommeln und keine Frauen

"One billion rising day"

Frauen werden misshandelt und in Trier organisierten das Frauenhaus Trier, der Frauennotruf Trier, die Interventionsstelle Trier, Terre de femmes und die städtische Frauenbeauftragte gemeinsam mit weiteren UnterstützerInnen die Aktion „One Billion Rising“, die seit einigen Jahren weltweit immer zum 14. Februar stattfindet. Ein Event das alleine In Deutschland in über 130 Städten angekündigt wurde. – Unsere Praktikantin Bettina Klumbies war vor Ort und hielt ihre Eindrücke für unsere Leser fest:

Trier. Jede dritte Frau wird geschlagen und/oder misshandelt. Wirklich? Ja, rein rechnerisch auf alle Fälle. Wird diese Aussage global gesehen, liegt die Anzahl bei einer Milliarde Frauen. Da schluckt man zunächst schwer, wenn man diese erdrückende Menge hört. Anstatt sich nun verängstigt zurückzuziehen, fordert der „One billion rising day“ weltweit dazu auf, dass die gleiche Masse an Menschen rausgeht, tanzt, sich erhebt um das Ende der Gewalt zu fordern. Ganz getreu dem Motto: „Lasst kollektive Stärke und globale Solidarität über alle Grenzen hinweg zu und lebt eure Leidenschaft“.

So soll der Tanz als Ausdruck von Kraft, eine weltweite Demonstration der Gemeinschaft darstellen.

„One billion rising day“ = Bunt, fröhlich und international

Nicht nur in Trier, nicht nur Deutschland, nein, auf der ganzen Welt wurde dieses Event ausgelebt. Trotz des kalten und verregneten Wetters sind zahlreiche Frauen und Männer erschienen, um ein globales Zeichen gegen den Missbrauch an Frauen zu setzen.

Den Anfang macht ein Flashmob, der von einem jungen Mädchen bis hin zu einem sehr engagierten älteren Herren reichte. Für ihn ist es nicht der erste „One billion rising day“ und es wird auch garantiert nicht der Letzte sein. Die Aufschrift seines T- Shirts lautet: „Let us dance to end the violence. Let us shake the earth to awareness“ („Lasst uns tanzen bis zum Ende der Gewalt. Lasst uns die Erde zu einem neuen Bewußtsein wachrütteln“). Besser hätte man es nicht beschreiben können. Musikalisch wird die Menschenmenge von vier Trommlern begleitet..

Die Menschen sind sich größtenteils fremd, doch verbindet sie die moralische Einstellung und die Passion fürs freie Leben. Eine sehr eifrige Tänzerin sticht aus der Masse heraus. Sie sprüht förmlich vor Energie und zeigt dies anhand ihrer Tanzeinlagen. Kurz befragt meint sie, dass die Menschen heute zu wenig die mit ihnen lebenden Menschen im Blick hätten.

„Das geht uns nix an!“ sagt der Nachbar

Doch, es geht uns etwas an, wenn wir Zeuge von Gewalt jeglicher Art werden. Sei es das kleine Mädchen, das von ihren Eltern eine Backpfeife kassiert oder die misshandelte Nachbarin, für die sich niemand einsetzt. Ja, es geht uns was an.

Es betrifft uns, denn auch wir könnten einmal in solch einer unglücklichen Lage stecken und uns nicht zu helfen wissen. So sollen wir uns bewusst machen, dass nicht jede Frau an diesem Tag der Liebe („Valentinstag“) auch mit Liebe beschenkt wird. Es bedeutet, sich ins öffentliche und individuelle Bewusstsein zu rufen, womit Frauen sich auseinandersetzen. Eine lebhafte Zeit, die sich ganz sicher im nächsten Jahr wiederholen wird. (www.onebillionsiring.de )

Foto: www.interventionsstelle-trier.de

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