Trier stellt sich quer – Kein Platz für braune Gedanken

Demo Teil II.

 Rund 30 NPD´ler, knapp 1000 Gegendemonstranten, eine Festnahme und ein ständiges „Katz und Maus-Spiel“ mit der Polizei. So lautet das Fazit des Samstags in Trier-Euren. Die NPD mit Safet Babic an der Spitze hatte bereits vor Wochen einen Fackelmarsch von der Jägerkaserne durch den Trierer Stadtteil Euren in Richtung Innenstadt angemeldet. Ein Aktionsbündnis Gegendemonstrationen angekündigt.

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Trier. „Es ist toll, ich bin begeistert, dass so viele Menschen den Weg hierher gefunden haben. Von den Linken bis zur Caritas ist alles vertreten. Das zeigt, dass das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wir sind eine offene Gesellschaft“, zeigte sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe erfreut über den Zuspruch auf der Seite der Gegendemonstranten.

Die NPD, die durch Zulauf aus der Eurener Bevölkerung, immerhin auf eine Personenanzahl von 30 kam, versammelten sich vor der Jägerkaserne, wo sie sich bei Musik und Redebeiträgen auf ihren Marsch vorbereiteten. „Asylbetrug macht uns arm“, lautete das Motto. Babic, der vor einigen Tagen noch mit einem Video für Aufsehen gesorgt hatte, prangerte die Stadt Trier an: „ Es entsteht ein neuer Stadtteil für Asylbetrüger. Für die Stadt wird nichts gemacht, aber Geld für Betrüger ist da.“ Ein Auszug des Filmchens kann hier via Huffington Post angesehen werden.

Mit ein wenig Verspätung setzte sich der Tross der 30 Neonazis in Bewegung. Ihre Route führte sie na an den Gegendemonstranten vorbei. Circa 250 Polizisten sorgten jedoch dafür, dass es bis auf verbale Auseinandersetzungen und den Wurf von Wasserbomben und Eiern zu keinen größeren Eskalationen kam. Lediglich von einer Festnahme wegen Körperverletzung war aus Polizeikreisen die Rede.

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Das übliche Katz und Maus-Spiel mit der Polizei gab es trotzdem. Schon früh wurden die Straßen durch Sitzblockaden versperrt, so dass die NPD von ihrer geplanten Route abweichen musste. Zwischen Bahnübergang in Euren und der Römerbrücke wurde der Marsch dann endgültig gestoppt. Eine massive Sitzblockade an der Römerbrücke zwang die NPD zum Umkehren. Da die Polizei den Gegendemonstranten den Weg über die Eisenbahnbrücke versperrte, konnten Babic und Co. Ihren Rückweg zur Jägerkaserne ungehindert fortsetzen. Die eigentlich bis 22 Uhr angesetzte Veranstaltung wurde früher beendet. „Wahret den Anfängen“, äußerte sich Stadträtin Jutta Albrecht von der CDU. „Wir dürfen das Klima nicht aufheizen.“ Die von Babic gebrachten Äußerungen in Bezug auf die steigende Kriminalität seien „nicht bewiesen und sehr übertrieben. Die Politik ist gefordert!“ so Albrecht weiter. „Wir haben heute gezeigt, dass wir Nazis in Trier nicht tolerieren. Wir sind eine offene Stadt. Babic und seine Leute sollten dies nun endlich gemerkt haben“, sagte Michael (28) sichtlich zufrieden zum Ende der Demonstration.

Kommentare (3)

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  1. Anita Gattinger sagt:

    Es wäre nur fair, wenn unser OB seinen Bürgern auch mal „reinen Wein“ einschenkt.
    Die Angst und Befremdlichkeit gegenüber den Asylsuchenden,wird durch „Hörensagen“ nur geschürt.
    Wieviele kommen noch? Wie und durch wen werden die Asylanten hier aufgeklärt?
    Wieso werden Lidl Nord / DM Markt Nord/ Netto Einkauf West von privaten Sicherheitsdiensten bewacht?
    Wo keine Aufklärung – da Angst. Wo Angst – da kann der Same der Gewalt schnell aufblühen.
    Noch versuche ich allen meinen Mitmenschen gegenüber offen zu sein.
    Aber ich bin auch verunsichert….
    AUFKLÄRUNG ist so wichtig.

  2. Christian sagt:

    Toll, da dabei gewesen zu sein… das hat mir mal gezeigt, dass man nicht alleine gegen diese nach und nach auftretenden braunen Gedanken von Leuten kämpft, die sich nicht mehr informieren und größere Themenzusammenhänge nicht mehr verstehen wollen. Aber leider können auch 30 dumme Leute sehr gefährlich werden

  3. Unser Stadtteil ist nicht Euren, sondern Trier-West. Bitte korrigieren. Danke.

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