Trierer Geldautomaten können stehlen

Nimmt man diese Fehlermeldung hin, ist es schon zu spät

Man zückt sein Portemonnaie: Selbstverständlich. Man zieht die Geldkarte aus dem Fach, versteht sich von selbst. Geheimzahl eintippen, gewünschten Betrag angeben und so weiter, und soweit normal. Doch dann passiert etwas was nicht passieren sollte: nämlich Nichts. Keine Moneten verlassen den uns so vertrauten Geldschlitz des Bankautomaten.

Trier / Wittlich / Saarburg. Das ist in den letzten Wochen mehreren Personen im Bereich des Polizeipräsidiums Trier so gegangen. Sie sind dem sog. Cash-Trapping zum Opfer gefallen. Die Polizei informiert und warnt vor diesem Betrugsphänomen.

Cash-Trapping bezeichnet eine besondere Form des Diebstahls an Geldautomaten, bei dem die Ausgabe des Geldes durch Manipulation verhindert wird. Dem Abhebenden zeigt der Automat eine Störung an. Er geht davon aus, dass der Abhebevorgang abgebrochen wurde.

In Wahrheit haben jedoch Betrüger den Geldausgabeschacht, den sog. Shutter, derart manipuliert, dass das Scheingeld vorerst im Automaten bleibt, bis der Täter es abholt. Meistens werden die Geldausgabeautomaten am Wochenende manipuliert, damit Geschädigte sich nicht sofort an die Bankmitarbeiter wenden können.

Im Polizeipräsidium Trier sind in den vergangenen drei Wochen sechs manipulierte Geldausgabeautomaten gemeldet worden. Der Großteil der Fälle ist bei unterschiedlichen Banken in Wittlich aufgefallen, aber auch je eine Bank in Trier und Saarburg waren betroffen. Wie viele Geschädigte es gibt, wird noch durch die Kriminalpolizei ermittelt.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge wenden die Täter zwei Methoden an, um den Geldausgabeautomaten zu manipulieren:

–        Am Geldausgabeschacht wird eine täuschend echt aussehende Blende angebracht, an der die Täter auf der Rückseite doppelseitiges Klebeband anbringen. An diesem Klebeband bleiben die Geldscheine hängen und werden im Anschluss von den Tätern entnommen.

–        Durch die Täter wird die Klappe des Geldausgabeschacht so manipuliert, dass sie sich im Falle einer Abhebung nicht automatisch öffnet und das ausgezahlte Geld im Schacht für den Kunden nicht sichtbar zurück bleibt. Verlässt der Kunde die Bank, kann der Täter dann das ausgezahlte Geld aus dem Automaten entnehmen.

 

Die Polizei rät:

–        Bleiben Sie in jedem Fall beim Geldautomaten. Lassen Sie sich nicht von einem vermeintlich hilfsbereiten Fremden vom Automaten weglocken.

–        Wird Ihnen eine Fehlermeldung am Geldausgabeautomaten angezeigt und das abgehobene Geld nicht ausgezahlt, überprüfen Sie den Geldausgabeschacht und die Klappe des Shutters.

–        Bitten Sie einen anderen Kunden, einen Bankmitarbeiter zu informieren. Bei Automaten außerhalb von Banken rufen Sie ggf. per Handy bei der Bank an.

–        Verständigen Sie die Polizei außerhalb der Öffnungszeiten von  Banken und Kreditinstituten.

 

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln